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Barmstedter Zeitung

06. Dezember 2016 | 09:23 Uhr

Jetzt leuchtet die Baumrinde farbig

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Arboretum Norddeutsche Gartenschau in Ellerhoop bekommt 20 000 Euro Spende für digitale Schautafel

Die Norddeutsche Gartenschau in Ellerhoop-Thiensen ist im schulbiologischen Bereich „Baumerlebniswelt“ des Parks um eine Attraktion reicher. Ein großes Leuchtdisplay an einem Längsschnitt durch den originalgetreuen Nachbau des Stammes eines Mammutbaumes zeigt nachvollziehbar, wie ein Baum funktioniert. Die Idee von Hans-Dieter Warda, Vorsitzender des Förderkreises Arboretum Baumpark Ellerhoop-Thiensen und ehrenamtlicher wissenschaftlicher und künstlerischer Leiter des Arboretums, hat Gestalt angenommen.

„Nicht zuletzt durch die großzügige Spende von 20  000 Euro von der Otto Hennberg Poppenbüttelstiftung, die ihre Aufgabe in der Förderung der Baumwissenschaftslehre sieht“, so Warda. Die Ellerhooper Anlage wird von ihr seit Jahren finanziell unterstützt. Etwa für den Nachbau des größten Baums der Welt hat die Stiftung 45000 Euro gespendet. Dessen Vorsitzender Horst Schierholt bestaunte gemeinsam mit Richard Bischoff von der Geschäftsführung des Arboretums Marienhof in Poppenbüttel das schulbiologische Lehrobjekt.

Eingeladen hatte Warda auch den vierten Jahrgang der Ellerhooper Grundschule in die einmalige Baumerlebniswelt. Die zehn Mädchen und Jungen mussten den Kopf weit in den Nacken legen, um die weltweit einzige, elf Meter hohe Teil-Nachbildung des „General Sherman Tree“, des Mammutbaums aus Kalifornien, mit den Blicken zu erfassen. „Toll,“ sagte Sönke (10) beeindruckt. Die Kinder lauschten den Ausführungen von Warda, der die Arbeitsweise eines Baumes anhand des Leuchtdisplays erklärte. Die einzelnen Zellschichten wie Borke, Siebröhren, Kambium, Splint und Kernholz sind darauf zu sehen. Farbige LED-Lauf-Lichtketten zeigen die Bewegung und den Transport des Wassers von der Wurzel in einem Röhrensystem den Stamm hinauf und die Abwärtsbewegungen der in den Blättern gebildeten Aufbaustoffe.

„Für die technische Darstellung benötigten wir 2200 LEDs, die mit mehr als 10  000 Lötstellen verbunden sind und wasserdicht versiegelt wurden“, so Warda. Er erläuterte den Kindern, dass die Borke eines Mammutbaums bis zu 90 Zentimeter dick sei, dass die Bäume bis zu 3000 Jahre alt seien, mehr als 80 Meter hoch werden und einen Stammumfang am Boden von 30 Metern hätten. „Die Obergrenze für den Wassertransport sind 150 Meter, mehr schafft die Natur nicht“, so Warda. Die Kinder durften das in der Mitte offene Kunstwerk betreten, in dem in der Mitte ein lebender Mammutbaum wächst, der bereits über das Modell herausragt.

Warda betonte, wie wichtig Bäume für umweltökologische Aspekte seien. Sie sorgten für die Erhöhung der Luftfeuchtigkeit, Absenkung der Lufttemperatur, bremsten die Windgeschwindigkeit und milderten Lärmbelästigungen. Zudem könnten Bäume das klimaschädliche Kohlendioxid binden. „Es ist wichtig, dass Kinder lebendigen Unterricht gerade in Biologie im Freien erleben“, sagte er.

Zum Schluss der Besichtigung erlebten die Besucher eine Überraschung. Perlend ergossen sich aus dem Baumstammdom die Klänge der Mondscheinsonate von Beethoven. Der Pianist Julius Gürtler saß im Innenbereich des Baumes und verwöhnte die Gäste mit klassischer Klaviermusik – als Auftakt künftiger Baumphilharmonie-Konzerte in dieser fantastischen Akustik, wie Warda ankündigte.

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