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Barmstedter Zeitung

11. Dezember 2016 | 05:14 Uhr

Fussball-Hallenturnier in Barmstedt : Integration durch Sport

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Der „SSV Rantzau Team international“ hatte zum Kicken eingeladen.

Barmstedt | Am Sonnabend traten in der großen Sporthalle in der Schulstraße sieben Mannschaften beim Fußball-Hallenturnier gegeneinander an. Organisiert wurde das Turnier vom „SSV Rantzau Team international“. „Fußball spielen war die Idee“, sagte Trainer Dr. Günter Thiel, der die Veranstaltung zusammen mit Uwe Welsch auf die Beine gestellt hatte. „Ich unterstütze die Mannschaft und mache alles, was zu tun ist“, so Welsch, der noch dringend Hallenfußballschuhe in den Größen 42 bis 44 für einige Flüchtlinge benötigt. Bis auf die Mannschaft „Hölcki´s Allstars“ aus Klein-Offenseth Sparrieshoop bestanden die übrigen Mannschaften aus Flüchtlingen.

Der SSV Rantzau international stellte gleich drei Teams. „So können möglichst viele Flüchtlinge mitspielen“, erzählte Thiel, der 1946 aus Westpolen flüchtete und seitdem in Barmstedt wohnt. Ebenfalls als Flüchtlingsteam starteten FC St. Pauli Lampedusa, VfR Horst international und die Barmstedt-Auswahl. Schiedsrichter Kenneth Mesch (SSV Rantzau) pfiff fünf Stunden lang nonstopp. Insgesamt wurden 21 Spiele von jeweils zwölf Minuten absolviert. Die Zuschauer bekamen spannende Spiele zu sehen. Sieger wurde die Mannschaft „Barmstedt-Auswahl“, gefolgt vom „SSV Rantzau I“ und „Höcki´s Allstars“.

Stolz nahmen die Sieger ihre Pokale entgegen. Das schönste Tor an diesem Nachmittag schoß Pierre Sichting (Höcki´s Allstars). „Es war ein unheimlich faires Turnier“, freute sich Mesch. „Der Hauptzeitvertreib bei den Flüchtlingen ist Fußball spielen. Ich wollte auch Fitnesstraining anbieten, aber das fand kein Interesse“, sagte Markus Nissen, Trainer vom VfR Horst international. Syrer Eyad Othman (25) und Kurde Azad Ismail (23), die beide im Horster Team spielen, waren wie alle Turnierteilnehmer mit großer Begeisterung dabei. „Dieses Hallenturnier war mein erstes in Deutschland“, verriet Ismail, den es besonders freute, dass er ein Tor geschossen hatte.

Die beiden Brüder Kabir (25) und Nazir (22) Ahmadi aus Afganistan spielen im SSV Rantzau. Bei diesem Turnier waren sie aber in gegnerischen Teams eingeteilt, für die Brüder kein Problem „Mir gefällt es sehr gut“, sagte der Iraker Ketschan Fares (22), der ebenfalls beim SSV Rantzau spielt. Panahi Mahdi (17) trat für den FC St. Pauli Lampedusa an. Er hatte in seiner Heimat Afghanistan bereits vier Jahre in der zweiten Liga gespielt und kurze Zeit in der ersten Liga, bevor er aus seinem Land floh. „Die Flüchtlinge sind alle noch sehr jung und einige haben bestimmt gute Chancen den Sprung in die Leistungsmannschaften zu schaffen“, sagt André Hölck. „Die Jungs hätten aber mehr Zuschauer verdient“, meinte Elke Kunde, die den Barmstedter Flüchtlingen das Schwimmen beibringt. „Viele sagen Oma zu mir“, schmunzelte die 74-Jährige. „Alles blieb schön entspannt“, freute sich Thiel und bedankte sich bei der Barmstedter Stadtbäckerei Sass für die großzügige Kuchenspende. Zusätzlich gab es für die Zuschauer auch internationale Spezialitäten, die die Flüchtlinge gebacken hatten.

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