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Barmstedter Zeitung

03. Dezember 2016 | 01:22 Uhr

„Die Bienen werden überleben“ : Imker aus Bevern kennt die Probleme der Tiere

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Immer weniger Völker in Deutschland: Beverner Imker berichtet, mit welchen Problemen die Tiere zu kämpfen haben.

Bevern | Im Jahr 1990 gab es in Deutschland 1,2 Millionen Bienenvölker, heute sind es laut Deutschem Imkerbund noch 800  000 – etwa 33 Prozent weniger. Bedeutet das, dass diese nützlichen Insekten aussterben? Das hätte fatale Folgen, denn immerhin bestäuben Honigbienen zahlreiche Obst- und Gemüsepflanzen. Ein Drittel von dem, was wir essen, gäbe es ohne die Bienen nicht. Ihre Bestäubung ist viele Milliarden Euro wert, ihr Nutzen für das Leben auf dieser Erde unschätzbar. Der Imker Hans-Jürgen Behncke aus Bevern, „Herr“ über 30 Bienenvölker, ist nicht der Meinung, dass die fleißigen Insekten aussterben werden. Für den Rückgang der Bienenvölker gebe es zahlreiche Gründe, sagt Behncke.

„Es ist gewiss so, dass die Lebensbedingungen für Bienen in den vergangenen 50 Jahren nicht besser geworden sind“, so der Imker. „Trotzdem bin ich sicher: Sie werden überleben.“ Einen Grund für den Rückgang der Bienenvölker sieht er darin, dass es immer weniger Berufsimker und immer mehr Hobbyimker gibt. Im Verdacht, das Bienensterben ursächlich mit herbeizuführen, würden auch die Pestizide stehen, die in der Landwirtschaft eingesetzt werden. Doch deren Einsatz wird laut Behncke immer weiter eingeschränkt. Auch viele Eigenheimbesitzer hätten zudem in der Vergangenheit intensiv Pestizide eingesetzt.

Ein weiteres Problem für Bienen seien Monokulturen , so Behncke. Ist beispielsweise in Feldern der Raps erst einmal verblüht, gebe es für Bienen nichts mehr zu holen. Sie hungern. Oft müssten Imker die Bienen deshalb schon im Juli füttern, so der Beverner. „Die Insekten finden einfach nichts Blühendes mehr in der ausgeräumten Landschaft.“ Im Zusammenhang mit Monokulturen werde auch oft von einer „Vermaisung“ der Kulturlandschaft gesprochen. Diese Felder seien für Bienen wie eine Wüste, sagt Behncke, Magerwiesen hingegen das Paradies: Sie werden nicht gedüngt. Wenig Nährstoffe führen zu großer Artenvielfalt. Mehr als 100 Pflanzenarten würden dort gedeihen, die unzählige, sehr spezielle Insekten anziehen würden. Doch jährlich würden mehr als sieben Prozent der Naturwiesen verschwinden, kritisiert der Imker – und mit ihnen viele Insektenarten und auch die Tiere, die sich von ihnen ernähren.

Als Hauptfeind der Biene aber gilt die aus Asien eingeschleppte Varroamilbe, die den Bienenvölkern der Welt schon seit Jahrzehnten zusetzt, so Behncke. Sie ist mit dem Auge kaum erkennbar und befällt vor allem die Brut, sprich: Die Milbe saugt das Blut der Larven und überträgt dabei Krankheiten und Viren. Kann dieses winzige Tier aber tatsächlich für das Sterben der Bienen verantwortlich sein? „Es ist richtig, dass sich unsere heimische Biene nicht gegen die asiatische Milbe wehren kann“, so Behncke. „Ich habe sie allerdings im Griff. Wer sich fachmännisch schulen lässt, weiß, wie er mit ihr umgehen muss.“

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erstellt am 07.Sep.2016 | 16:30 Uhr

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