zur Navigation springen

Barmstedter Zeitung

03. Dezember 2016 | 07:55 Uhr

Ihm liegt Qualität am Herzen

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

EhrungDer Barmstedter Handwerks-Meister Eckhart Dencker hat den Bundesverdienstorden erhalten

Für seine Verdienste um die Förderung der qualifizierten Handwerkerausbildung hat der Barmstedter Eckhart Dencker (66) vor Kurzem die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland erhalten (wir berichteten). Landesinnenminister Stefan Studt (SPD), der sie ihm verlieh, begründete die Auszeichnung auch damit, dass Dencker mehr als 30 Jahre lang Verantwortung im berufsständischen Bereich übernommen habe. Zudem sei er von 2007 bis 2016 Landesinnungsmeister gewesen und habe auf Bundesebene in einer Arbeitsgruppe für Weiterbildungsmaßnahmen mitgewirkt.

Dencker, der seinen Betrieb gemeinsam mit seinen beiden Söhnen führt, war überrascht, als die offizielle Einladung zum Festakt in Kiel im Briefkasten lag. Damit habe er „im Leben nicht gerechnet“, sagt er. „Ich hatte nie den Ansporn, irgendwelche Positionen zu erreichen.“ Seine Lehre zum Gas- und Wasserinstallateur hatte er von 1966 bis 1969 bei der Firma Burmeister in Barmstedt absolviert. Anschließend arbeitete er in der Firma Kröplin, bevor er für zwei Jahre zur Bundeswehr ging. Anfang 1974 besuchte er die Meisterschule für Gas/Wasser. „Der Wunsch vieler Kunden, die beiden Gewerke Gas/Wasser sowie Heizung/ Lüftungsbau aus einer Hand installiert zu bekommen, hat mich veranlasst, zum zweiten Mal eine Meisterschule zu besuchen“, so Dencker.

1975 stieg Dencker in den väterlichen Betrieb ein. „Wir wohnten damals in der Gebrüderstraße, die Garage war unsere Werkstatt“, sagt er. 1977 wurde er – gerade 27 Jahre alt – Mitglied der Innung. Später wurde gefragt, ob er auch in der Kreisinnung Verantwortung übernehmen könnte, und wurde 1986 in den Vorstand gewählt. 2001 wurde er Obermeister der SHK-Innung Pinneberg. „Der Fachverband Schleswig-Holstein ist die Dachorganisation für die Innungen im Land und damit das Bindeglied zwischen dem Bundesverband und den Innungen“, erklärt Dencker.

Bei einem Landesverbandstag in Wyk/Föhr sei der Landesinnungsmeister auf ihn zugekommen und habe ihn gefragt, ob er auch im Landesverband mitarbeiten würde. „Ich habe zugesagt, war aber entschlossen, bei zu  wenigen Zustimmungen den Posten nicht anzutreten“, sagt Dencker. Am Ende erhielt er mehr Stimmen, als er erwartet hatte.

Dencker setzte sich dafür ein, dass bei einigen Gewerken die Meisterbriefe nicht abgeschafft und Gewerke nicht zusammengelegt wurden. 2003 nahm er dafür an Demonstrationen in Berlin teil. Er fragte Politiker, ob nach der Abschaffung der Meisterpflicht in einigen Gewerken deren Sinnhaftigkeit überprüft wird, und erntete Kopfschütteln. Zufriedenstellend war das für ihn nicht. Trotzdem ließ er den Kontakt zu Politikern nie abreißen. „Gespräche sind wichtig, wobei nicht die Person, sondern die Sache im Vordergrund steht“, sagt er.

2006 fragte ihn der Landesinnungsmeister, ob er sein Nachfolger werden wolle. „Ich fragte meine Söhne, ob sie einverstanden sind“, so Dencker. Begeistert seien sie nicht gewesen. „Sie fürchteten, dass ich aufgrund meiner Ehrenämter zu oft aushäusig bin.“ Er sagte dennoch zu und wurde 2007 einstimmig zum Landes-Innungsmeister gewählt. Damit vertrat er die Interessen von etwa 900 Handwerksbetrieben.

Dencker nahm nie ein Blatt vor den Mund. „Ich bin immer für Klartext, dabei bleibe ich authentisch“, sagt er. Mit dieser Einstellung habe er Anerkennung erfahren – aber keine Entscheidungen herbeiführen können. „Wir können Interessen vortragen, Beschlüsse fassen muss die Politik“, so Dencker.

Seinen Bundesverdienstorden packt er zu der Medaille für besondere Verdienste von der Handwerkskammer und zu der goldenen Ehrennadel, die er von der Kammer und dem Bundesverband zu seiner Verabschiedung überreicht bekam. „Aufgrund meines Rentenalters habe ich die Posten abgegeben“, so Dencker. Neben den Medaillen liegt noch die Goldene Ehrennadel für 50 Jahre Mitgliedschaft im SSV Rantzau. „Dort habe ich Fußball gespielt“, so Dencker.

In der Firma unterstützt Dencker weiterhin seine Söhne. „Unser Beruf ist spannend und voller Veränderungen“, sagt er. Als er in der Lehre war, habe die Faustregel gegolten, dass 75 Prozent handwerkliches Geschick und 25 Prozent Hintergrundwissen vorhanden sein müssten. „Heute ist es umgekehrt, Maschinen nehmen uns viel ab, und theoretisches Wissen wird zunehmend wichtiger“, sagt er. Deshalb sei es auch so schwer, qualifizierten Nachwuchs zu bekommen.

Viel Spaß hat Dencker an seinen drei Enkelkindern. Sport ist sein Hobby. Er fuhr in einer Radgruppe mit. 2015 ging es von Hamburg nach Danzig, das nächste Ziel ist die Etappe von Danzig nach Riga. Und er machte jüngst den Sportbootführerschein für Binnengewässer und die offene See.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Themen zu diesem Artikel:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen