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Barmstedter Zeitung

03. Dezember 2016 | 07:50 Uhr

Biotop oder Schlammgrube? : Heederbrook-Anwohner kritisiert die Verschlammung des Rückhaltebeckens

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Das Rückhaltebecken wird nicht ausgebaggert - der AZV verweist auf Naturschutz.

Barmstedt | Nein, sagt Hans Heinrich Möller, ertrinken könne man als Erwachsener im Regenrückhaltebecken nicht. „Höchstens im Schlamm versinken.“ Der Barmstedter, der seit langem am Heederbrook wohnt, ärgert sich über den Abwasserzweckverband (AZV), der für das Rückhaltebecken hinter seinem Haus zuständig ist und „es nicht ausbaggert, obwohl das im hinteren Bereich dringend nötig wäre“. In den vergangenen 40 Jahren sei das nur ein einziges Mal passiert, so Möller. „Jetzt ist die Schlammschicht bestimmt einen halben Meter tief, und bei hohen Temperaturen riecht es ziemlich unangenehm.“

Würde der Schlamm entfernt, könnte das Becken ungefähr eine Million Liter Wasser zusätzlich aufnehmen, hat Möller ausgerechnet. Und das sei auch dringend nötig, „denn durch die immer höher werdenden Einleitungsmengen reicht die Aufnahmekapazität nicht mehr aus“. Allein durch den Anbau des Gymnasiums seien etwa 10.000 Quadratmeter Fläche versiegelt worden, so Möller. Die Folgen seien vor allem nach den heftigen Regenfällen im Dezember 2014 zu spüren gewesen. „Damals war das Becken tagelang bis zur Obergrenze voll, und durch die Regenwassersiele ist nichts mehr abgelaufen“, so Möller.

AZV-Sprecherin Kathrin Eckert erklärte auf Anfrage dieser Zeitung, in einem Teil des Beckens sei der Schlamm ausgebaggert worden, „so dass der Rückhalt und Durchfluss gewährleistet ist“. In einem weiteren Teil dürfe „aus Gründen des Naturschutzes kein Eingriff erfolgen, da das Becken dort Biotopcharakter hat“. Für Möller unverständlich: „Die Rückhaltebecken am Küsterkamp und am Gymnasium werden häufig gereinigt.“

Der hintere Teil des Regenrückhaltebeckens am Heederbrook werde nicht ausgebaggert, beklagt Anwohner Hans Heinrich Möller.
Der hintere Teil des Regenrückhaltebeckens am Heederbrook werde nicht ausgebaggert, beklagt Anwohner Hans Heinrich Möller. Foto: Meyer
 

Ein weiteres Ärgernis ist in Möllers Augen ein „Staudamm“ aus Ästen im Heederbrooksbach, den im März vermutlich Kinder gebaut hätten. „Er liegt kurz hinter dem Zulauf aus dem Rückhaltebecken und führt dazu, dass sich das Wasser im Becken staut“, so Möller. Auch das sieht der AZV anders. „Der Durchfluss des Wassers ist dadurch nicht gefährdet; das Becken funktioniert in jedem Fall“, sagte Eckert. Für die Beseitigung sei aber der Gewässerverband zuständig – der Bescheid wisse, aber bislang nichts unternommen habe, wie Möller beklagt. Eckert erklärte, beim Heederbrooksbach handle es sich „um ein ökologisch wertvolles Gewässer, so dass nicht zu jedem Zeitpunkt Veränderungen vorgenommen werden können“. Auf Anfrage unserer Zeitung kündigte Peter Krohn, stellvertretender Vorsitzender des Gewässerverbands, gestern an, sich um die Sache zu kümmern.

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erstellt am 13.Jul.2016 | 12:15 Uhr

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