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Barmstedter Zeitung

08. Dezember 2016 | 13:00 Uhr

„Wie auf einer Rennstrecke“ : Galgenberg-Anwohner klagen über Raser

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Die Galgenberg-Anwohner klagen über Raser und Lkw-Fahrer, die das Durchfahrtverbot ignorieren. Die Polizei sagt: „Wir sind am Ball“.

Barmsted | Seit die Mühlenstraße zwischen der Gebrüderstraße und der Königsberger Straße ausgebaut wird, nutzen viele ortskundige Autofahrer den Galgenberg als kurze Alternative zur offiziellen Umleitung. Zum Leidwesen der Anwohner: Auf ihrer als Tempo 30 ausgewiesenen Straße werde gerast, beklagen sie. Zudem missachteten zahlreiche Lastwagenfahrer das Durchfahrtverbot für Lkw.

Etwa 15 bis 20 Lastwagen würden täglich durch den Galgenberg fahren, „weil die Meierei von der Stadt aus nicht mehr zu erreichen ist“, hat Anwohner Jürgen Möller (Name geändert) gezählt. Es gehe ihm nicht um den Anlieferverkehr, betont er. „Aber an das andere Verbot hält sich kaum einer. Selbst ortsansässige Firmen ignorieren die Schilder.“

Ab 5 Uhr würden viele Autofahrer auf dem Galgenberg „wie auf einer Rennstrecke fahren, weil sie ja wissen, dass hier nicht gemessen wird“, sagt Möller. Auch zwischen 20 und 23 Uhr werde vielfach zu schnell gefahren – was ihn besonders ärgert. „Hier wohnen auch Schichtarbeiter, die ihre Ruhe brauchen.“ Ein weiteres Problem sei, dass viele nicht auf die vorfahrtberechtigten Seitenstraßen achteten. „Sie rauschen nur so daran vorbei.“

Die offizielle Umleitung für die gesperrte Mühlenstraße führt über die Brunnenstraße und die sich anschließende L112 nach Groß Offenseth-Aspern, von dort über die K18 bis kurz vor Lutzhorn und dann über die Lutzhorner Landstraße (K2) zurück nach Barmstedt – eine Strecke von etwa acht Kilometern. Der erste Bauabschnitt an der Mühlenstraße soll voraussichtlich  bis November dauern.

Auch für Fußgänger und Radfahrer stellte der erhöhte Verkehr eine Gefahr dar, so Möller. „Die Fahrbahn ist stellenweise sehr stark beschädigt, sie hat Schlaglöcher, und bei Regen bilden sich große Pfützen.“ Besonders im östlichen Bereich in Richtung Lutzhorner Landstraße seien Fußgänger und Radler gefährdet, „weil dort kein Fußweg ist und sie von den rasenden Autos mit Schmutzwasser aus den Pfützen bespritzt werden“.

Die Polizei und die Stadt täten kaum etwas, um den Zustand zu ändern, meint Möller. „Da schiebt es einer auf den anderen.“ Barmstedts Polizeichef Peter Kroll erklärte dazu auf Anfrage, die Beamten hätten in diesem Monat „diverse Anzeigen“ von Anwohnern erhalten und seien häufiger für Kontrollen vor Ort gewesen. Tatsächlich würden sich etliche Lkw-Fahrer nicht an das Verbot halten, stellte er fest. „Aber wir sind da am Ball.“

Stadt: „Wird sich einspielen“

Bis Dienstag kam allerdings erschwerend eine uneinheitliche Beschilderung hinzu: Von der Brunnenstraße aus durften Lkw mit einem Gesamtgewicht bis zu 7,5 Tonnen in den Galgenberg fahren – allerdings nur wenige Meter bis zum Erlengrund. Von dort an waren nur noch maximal 3,5 Tonnen zugelassen. Das hat der Kreis mittlerweile geändert. „Die Regelung hat leider nicht so funktioniert, wie wir uns das gedacht haben und dazu geführt, dass die Laster einfach weitergefahren sind“, erklärte Pressesprecher Oliver Carstens auf Anfrage. Jetzt gilt ab dem Erlengrund keine Gewichtsbeschränkung mehr – dafür ist aber nur noch Anlieferverkehr frei.

Stadtsprecher Wolfgang Heins sagte, der Verkehr sei wegen der Baustelle „sicher mehr als früher“. Dennoch seien von Seiten der Stadt bislang keine Geschwindigkeitsmessungen vorgesehen. „Wir gehen davon aus, dass es sich für alle um eine Gewöhnungsphase handelt und sich das einspielen wird.“

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erstellt am 28.Apr.2016 | 14:15 Uhr

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