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Barmstedter Zeitung

09. Dezember 2016 | 10:53 Uhr

5000 Euro für erfolgreiche Integration : Förderpreis für den SSV Rantzau

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Der SSV Rantzau unterstützt Flüchtlinge in ihrem neuen Alltag. Der Hamburger Fußballverband würdigt das Engagement.

Barmstedt | Der SSV Rantzau ist vom Hamburger Fußballverband (HFV) für den Aufbau einer Flüchtlings-Fußball-Mannschaft und die zielstrebige Integration von Flüchtlingen in die verschiedenen Teams des Vereins ausgezeichnet worden. Der mit 5000 Euro dotierte Preis soll „der Einstieg in die Finanzierung eines Kunstrasenplatzes sein“, sagte SSV-Vorstandsmitglied Günter Thiel. Das Preisgeld wurde von der S-Bahn Hamburg gestiftet.

Etwa zehn Prozent der insgesamt 10.000 Barmstedter haben einen Migrationshintergrund. Im SSV Rantzau sind es laut dem Vorstand 25 Prozent der Kinder und Jugendlichen.

Der SSV sei eine der ersten Mannschaften im HFV gewesen, die ein regelmäßiges Sportangebot für Flüchtlinge aufgebaut hätten, so Thiel. Aktuell trainieren etwa 15 Asylbewerber im so genannten Integrations-Team, weitere 15 spielen in Jugend- und Herrenmannschaften. Zum ersten Trainingstag im August 2014 seien zehn Männer aus aus Afghanistan, Irak, Syrien und Eritrea gekommen, so Thiel. Inzwischen würden etwa 30 Flüchtlinge kontinuierlich trainieren.

Ziele der Integrationsarbeit sind laut Thiel unter anderem, der Vereinsamung und Isolierung der in Barmstedt lebenden Flüchtlinge entgegenzuwirken, ihre körperliche Verfassung zu verbessern und die Freude am Sport in der Gemeinschaft zu fördern. Der feste Trainingstermin solle ihnen zudem „einen stabilen Orientierungspunkt innerhalb der Woche bieten“.

Darüber hinaus versuchten Trainer und Betreuer, den Flüchtlingen weitere Kontakte in Barmstedt und den Umlandgemeinden zu vermitteln – mit Erfolg: So habe die Koch-AG des Gymnasiums die Gruppe zu einem gemeinsamen Kochen und Essen eingeladen, mehrere Flüchtlinge seien beim Barmstedter Stadtlauf mitgelaufen und andere nähmen Angebote des BMTV und des FC Heede wahr.

Das Rantzau-international-Team mit Günter Thiel (r.).
Das Rantzau-international-Team mit Günter Thiel (r.).
 

Bis auf eine Afghanin, die bei den B-Mädchen spielt, seien alle Flüchtlinge Männer, sagte Thiel. Oder Kinder – denn auch den Nachwuchs spricht der SSV an. „Seit 2015 kamen die ersten Familien mit Kindern nach Barmstedt. Diese haben wir über unsere Ansprechpartner in den Schulen angesprochen, und wenn sie zu uns kommen, kommen sie sofort in die jeweiligen Jahrgangsteams“, so Thiel. Aktuell spielen zwölf Kinder in den Teams.

Für die Grundausstattung der Flüchtlinge mit Schuhen und anderer Sportkleidung sorge der SSV ebenso wie für Fahrdienst bei schlechtem Wetter, so Thiel. In Absprache mit den anderen Sportvereinen am Ort wolle der Verein aber auf kommunalpolitischer Ebene Mittel aus der Betreuungspauschale für Flüchtlinge abfordern, „um die fortlaufenden Ausgaben dafür abzusichern“.

Insgesamt sei die Integration für beide Seiten ein voller Erfolg, bilanzierte Thiel: „Wie die kontinuierliche Teilnahme einer großen Zahl von Flüchtlingen zeigt, bildet das Angebot des Vereins einen wichtigen emotionalen und stabilisierenden Haltepunkt angesichts vieler Unsicherheiten.“ Etwa hinsichtlich der Bleibeperspektive, der Flüchtlinge aus Afghanistan ausgesetzt seien.

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erstellt am 07.Sep.2016 | 10:00 Uhr

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