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Barmstedter Zeitung

03. Dezember 2016 | 18:42 Uhr

Barmstedt : Feuerwehr-Oldie fehlt das Herz

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Wasserpumpe und Ansaugstutzen des Oldtimers der Feuerwehr Barmstedt sind kaputt. Die Wehr sucht nun nach Ersatz.

Barmstedt | Es passierte ausgerechnet auf der Fahrt zum Tüv: Da gab die Wasserpumpe des Barmstedter Feuerwehr-Oldtimers ihren Geist auf. „Sie ist mir in der Hand zerbröselt“, sagt Gerätewart Peter Huckfeldt. Seit jenem verhängnisvollen Tag im März ist die 91 Jahre alte Magirus KS 10 nicht mehr fahrtüchtig. „Es fehlt ihr quasi das Herz“, so Huckfeldt. Auch ein Ansaugstutzen gab seinen Geist auf. Jetzt sucht die Feuerwehr für beides Ersatz. „Es können gebrauchte Teile sein oder eine Firma, die das nachbauen kann“, so der Gerätewart, der das betagte Fahrzeug liebevoll pflegt. Vor 18 Jahren sei die Wasserpumpe in der Airbus-Lehrwerkstatt repariert worden, sagt er. „Aber irgendwann hält das auch nicht mehr.“

Der Oldtimer, den die Stadt und fünf Umlandgemeinden 1925 für 21  000 Reichsmark als erste „motorisierte Autospritze“ für die Wehr kauften, hat schon einiges mitgemacht. Während des Zweiten Weltkriegs war das Fahrzeug unter anderem nach Bombennächten in Kiel und Hamburg im Einsatz. 1962 half die Besatzung bei der Sturmflut in Hamburg und Elmshorn aus, wo sie Keller und Siele leer pumpte. Insgesamt kam die Magirus während ihrer „aktiven Zeit“ bis in die Mitte der 60er Jahre bei 93 Großfeuern und 124 kleineren Bränden zum Einsatz, „ohne einmal zu enttäuschen“, wie Huckfeldt in der Chronik schreibt.

Unbeschadet blieb das Fahrzeug während der Einsätze allerdings nicht: Im Krieg wurden die Vorderreifen komplett und die Hinterreifen zum Teil zerstört. „Sie sind verbrannt“, so Huckfeldt. Die vorderen wurden erneuert, die hinteren nicht. Dass die zerklüfteten Vollgummireifen noch fahrtüchtig sind, mag man kaum glauben. „Aber der Wagen ist immer durch den Tüv gekommen“, betont Huckfeldt.

Beim Blick ins Führerhaus der Magirus stellt man erstaunt fest, dass das Lenkrad sich auf der rechten Seite befindet. „Das liegt daran, dass es früher kaum Gegenverkehr gab und der Fahrer eher darauf achten musste, nicht im Graben zu landen“, erklärt Huckfeldt. Und statt eines Martinshorns gab es eine kleine Glocke, um die Bürger zu warnen. Teilweise sei das Fahrzeug für damalige Verhältnisse aber auch sehr fortschrittlich ausgestattet gewesen, stellt Huckfeldt fest. „Es hat eine Lichtmaschine und einen Starter, so dass man nicht kurbeln musste.“

Weil die Pumpe kaputt war, konnte die Magirus auch beim Kinderfest nicht mitfahren, wie Huckfeldt bedauert. „Sonst war sie alle fünf Jahre dabei, und sie fragen eigentlich immer.“ Sollte die Suche erfolgreich sein, könnte es im nächsten Jahr – zum 130. Kinderfest – wieder etwas werden. Wer behilflich sein kann, kann sich unter der Telefonnummer (0173) 250  7146 oder der E-Mail gwbarmstedt@versanet.de an Huckfeldt wenden.

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erstellt am 27.Jul.2016 | 16:01 Uhr

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