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Barmstedter Zeitung

02. Dezember 2016 | 21:12 Uhr

Seniorenakademie : Feierlicher Abschied nach 16 Jahren

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Roswitha Hansen verlässt das Kuratorium. Verabschiedung nach dem „Abend op Hoch un Platt“.

Barmstedt | Mit dem lustigen Abend „Hoch un Platt för jeden wat“ hat die Barmstedter Seniorenakademie ihr diesjähriges Programm beendet. Mehr als 30 Zuhörer hörten sich im Gemeindehaus Geschichten, Gedichte und Lieder zum Schmunzeln und Nachdenken von Rudi Steckmest und seiner Tochter Beate Fehlhaber an. Pastor Klaus-Dieter Piepenburg und Roswitha Hansen vom Kuratorium begrüßten das Publikum, das sich köstlich amüsierte. Etwa bei dem verpatzten Weihnachts-Menue, bei dem die Familie am festlich gedeckten Tisch sitzt und der liebevoll geschmückte Tannenbaum auf das Festessen kippt. Die Baumspitze bohrt sich ins Brot, die Dekosterne blinken im Pudding, die Rauscheengel schwimmen im Bier.

Ein Loblied auf die Schürze erinnerte an vergangene Zeiten. Sie war immens praktisch: Man konnte darin Eier aus dem Hühnerstall transportieren und kleine kratzende Kätzchen tragen. Sonntagsschürzen waren so schön, dass man damit in die Kirche gehen konnte. „Schürzen sind heute nicht mehr beliebt. Komisch, dass es immer noch Schürzenjäger gibt“, sagte Fehlhaber – und umarmte unter dem Gelächter der Zuhörer einen Gast.

Witzige Dialoge zwischen Vater und Tochter streuten die Mimen dazwischen. Ebenso bekannte Lieder wie „Gar nicht um kümmern“ oder das Kaffee-Lied, in dem es heißt: „Männer sind für Bier und Schinken, Frauen mehr fürs Kaffeetrinken“. Die beiden nahmen die Bürokratie auf die Schippe, bei deren Pingeligkeit der Weihnachtsmann gar nicht hier auftauchen dürfte – denn vom Nordpol kommend, stammt er nicht einmal aus einem EU-Land. Hat er überhaupt eine Arbeitserlaubnis und einen Pilotenschein? Sein Schlitten hat weder TÜV noch ASU. Und den Kindern mit der Rute zu drohen, ist pädagogisch nicht vertretbar und schreit nach einem Anwalt. Das Publikum lachte laut und wurde zum Schluss adventlich eingestimmt, indem alle gemeinsam Weihnachtslieder zur Begleitung von Rudi Steckmests Ziehharmonika sangen.

Die große Überraschung kam nach der Vorstellung: Roswitha Hansen (71) wurde nach 16 Jahren bei der Seniorenakademie verabschiedet. Insgesamt hat sie gemeinsam mit Piepenburg etwa 128 Veranstaltungen und 16 mehrtägige Studienfahrten innerhalb Deutschlands organisiert. Im Jahre 2000 war Hansen vom Diakon Klaus Wegner gefragt worden, ob sie die Institution mit gründen und mitarbeiten möchte. „Es war eine große Ehre für mich, dort tätig zu sein“, sagte Hansen. Sie habe ihre Zustimmung nie bereut.

„Die Diakonie hatte damals Akademien für Seniorenheime gegründet, um den Heimbewohnern ein anspruchsvolles Programm zu bieten“, so Hansen. Die ersten Jahre hätten sie Vorträge im städtischen Seniorenheim an der Brunnenstraße organisiert. Viel Platz habe die Einrichtung nicht geboten. Als Umbauten begannen, zog die Akademie ins Gemeindehaus.

Stunden der Vorbereitung

Mit der Vorbereitung der Veranstaltungen hat Hansen viele Stunden zugebracht. Als verlässliche Hilfe konnte sie auf ihren Ehemann Klaus-Dieter zurückgreifen, der sie unterstützte. Ideen haben, Autoren oder Referenten anrufen, Termine festlegen und halbjährig ein Programmheft erarbeiten, war ein Teil der Arbeit. „Wir haben stets darauf geachtet, dass das Programm Niveau hat“, sagte Hansen, die stolz darauf ist, dass die Veranstaltungen sich thematisch selten wiederholt haben. Auch die Studienfahrten mussten organisiert werden. Die Hansens vergewisserten sich stets vorher vor Ort, ob die Fahrt für Senioren stimmig war.

Von Anfang an dabei war auch Edith Moser (83), die in der Küche die Brote schmierte. Sie gibt gemeinsam mit Hansen ihren Posten in jüngere Hände. „Sie hat hervorragende Arbeit geleistet und das Publikum immer wieder mit unterschiedlichen appetitlichen Häppchen begeistert“, sagte Hansen. Seit einem Jahr ist Sandra Jäger dabei, die die Küchenarbeit übernimmt. Auch der Kauf der Lebensmittel will geplant sein. „Wir müssen abschätzen, ob 30 oder 80 Besucher zu einer Veranstaltung kommen“, sagte Hansen.

Piepenburg überraschte Hansen mit einem Amberbaum. „Wir hatten eine schöne und intensive Zusammenarbeit“, sagte er und lobte ihre Verlässlichkeit. Nicht vergessen werde er gerade bei den Studienfahrten die humorvolle und den Mitfahrern zugewandte Art der Hansens. „Es entsteht eine Lücke, die wir schließen müssen“, sagte er.

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erstellt am 02.Dez.2016 | 12:15 Uhr

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