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Barmstedter Zeitung

06. Dezember 2016 | 11:21 Uhr

Erster Blick in den alten Bahnhof

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Einblick Nach dem Kauf laufen die Arbeiten von Eigentümer Kay Sierk am historischen Gebäude in Westerhorn auf Hochtouren

Seitdem der Westerhorner Unternehmer Kay Sierk den historischen Bahnhof in Westerhorn gekauft hat, wird intensiv an dem Haus gearbeitet. Sichtbarste Neuerung: Der alte Schrankenwärter-Vorbau ist mittlerweile abgerissen worden. Doch auch im Bahnhofstrakt wird schon mächtig angepackt. Nach dem ersten Großreinemachen sind nun die Stromleitungen an der Reihe. Und damit der Verfall gestoppt wird, soll als nächstes ein Leck im Dach gestopft werden.

Generell ist Sierk mit dem Zustand des Gebäudes zufrieden. „Die Gasheizung funktioniert“, freut er sich. „Auch alle Fenster sind okay.“ Zwar müssten etliche Scheiben ausgetauscht werden, doch die Holzrahmen sollen allesamt aufgearbeitet werden. Optisch plant Sierk, den Bahnhof in alter Pracht erstrahlen zu lassen. Historische Fenster und Türen sollen dem Backsteingebäude das Aussehen von einst wieder verleihen.

Ein Großteil des Hauses ist unterkellert. Im ersten Stock lag einst die Wohnung des Bahnhofs-Vorstehers. „Später wurde die Wohnung dann vermietet“, berichtet Sierk. „Seit rund 25 Jahren steht sie leer.“ Kernstück des Gebäudes ist jedoch das Erdgeschoss. Vorn, zur Straße hin, liegt der älteste Teil. „Der wurde zu Beginn als Kolonialwaren-Laden genutzt“, erzählt Sierk. Später seien dort Gepäckstücke für den Bahnverkehr aufgegeben worden. Zurzeit dient das historische Areal als Aufenthaltsraum für die nimmermüden Arbeiter – Biertischgarnituren inklusive.

Derzeit wird draußen unter anderem an den Stromleitungen gearbeitet. Innen inspizieren die neuen Bahnhofs-Besitzer Kay Sierk und Anette Horn das Interieur. Hinter der einstigen Gepäckaufbewahrung liegt der alte Wartesaal. „An den können sich die meisten Westerhorner sicherlich noch gut erinnern“, ist Sierk überzeugt. Die alte Fahrkartenausgabe ist zugemauert, und auch sonst wirkt das ehemalige Herzstück des Bahnhofes eher trist. Spannender ist der Raum nebenan. Dort ist nicht nur die Heizung zu finden, sondern auch eine dicke Matratze Marke „Dino Park“. „Keine Ahnung, wer darauf mal geschlafen hat“, rätselt Sierk.

In der vergangenen Woche war ein Bagger angerückt, um das ehemalige Schrankenwärterhäuschen, das zu dicht an den Gleisen stand, abzureißen. Die Arbeiten waren von vielen Einwohnern neugierig verfolgt worden. Der alte Bahnhof Dauenhof soll nun in Sierks Konzept eines neuen Dorfzentrums integriert werden. „Zuerst einmal wollen wir aus der ehemaligen Gaststätte nebenan ein grünes Warenhaus samt Wohnungen machen“, umreißt der neue Besitzer seine Pläne. Dann erst gehe es an die Bahnhof-Details. Wobei: Sierk hat schon sehr genaue Vorstellungen, wer einmal in das Gebäude einziehen soll. Ein Friseurgeschäft ist angedacht, ebenso ein Fahrrad-Laden. Doch erst einmal müssen das Dach geflickt und alte Mauerreste freigelegt werden. Und eine alte Glastür will auch noch eingesetzt werden. Viel Arbeit also, damit Westerhorns Bahnhof zu alter Strahlkraft gelangt.


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