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Barmstedter Zeitung

26. September 2016 | 10:44 Uhr

Zwei Proben mit Auffälligkeiten : Ergebnisse der Bodenuntersuchungen im Amt Hörnerkirchen liegen vor

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Analyse: Keine gravierenden Veränderungen sind entdeckt worden.

Brande-Hörnerkirchen | Schon seit längerem fragen sich die Gemeinden des Amtsbezirks Hörnerkirchen, inwieweit die Emissionen des Lägerdorfer Holcim-Werk Einfluss auf den Norden des Kreises Pinneberg haben. Das Unternehmen Eurofins hat nun die Ergebnisse von Bodenuntersuchungen vorgelegt, die am 15. August genommen worden waren. Die Entnahmestellen entsprächen denen aus dem Jahr 1995, so das Unternehmen. Demnach seien die Belastungswerte an zwei Stellen im Amtsbezirk angestiegen

Zur besseren Abschätzung der Giftigkeit von Dioxinen ist das  System der Toxizitätsäquivalente, kurz TEQ genannt, eingeführt worden. Laut Umweltbundesamt geht man davon aus, dass die verschiedenen Dioxine die gleichen toxischen Wirkungsmechanismen haben und sich nur in der Stärke ihrer Wirkung unterscheiden. Diese unterschiedliche Wirkungsstärke wird mit einem Faktor, dem Toxizitätsäquivalenzfaktor, berücksichtigt. Dabei bewertet man die relative Giftwirkung der einzelnen Verbindungen im Vergleich zu dem hochgiftigen 2,3,7,8-Tetrachlordibenzodioxin (TCDD). Dieses hat den Faktor 1. Die toxische Wirkung wird dann über die Gehalte der Einzelverbindungen und dem zugehörigen Faktor als sogenanntes Toxizitätsäquivalent (TEQ) errechnet und addiert. Der TEQ-Wert entspricht dann der toxischen Wirkung einer vergleichbaren Menge des 2,3,7,8 TCDD.

Um überhaupt eine Vergleichbarkeit der Proben aus 1995 und 2016 zu erhalten, seien diese nach einem einheitlichen Verfahren ausgewertet worden. Im Wesentlichen seien keine gravierenden Veränderungen in den Toxizitätsäquivalenten (TEQ) festgestellt worden. Dabei handle es sich um Dioxine und Furane. Eine Ausnahme sei jedoch die Messstelle nördlich von Osterhorn und Bokel. Hier sei der Wert um das 28,57-fache zum Ursprungswert von 1995 auf 40ng TEQ/kg Trockenmasse sehr deutlich angestiegen. Auch die Messstelle zwischen Bokelsesser Moor und Bokelseß weise eine Erhöhung von 12,3ng TEQ/kg Trockenmasse auf 22ng TEQ/kg Trockenmasse auf. Alle anderen Proben lägen unter dem Grenzwert von 5ng TEQ/kg Trockenmasse.

Die Probe, die bereits 1995 zwischen Bokelsesser Moor und Bokelseß genommen worden war, lag im Bereich zwischen 5 und 40ng TEQ/kg Trockenmasse. Das bedeute, „dass Prüfaufträge und Handlungsempfehlungen für gärtnerische und landwirtschaftliche Bodennutzung erforderlich gewesen wären“, so die Einschätzung der Experten. Zu dieser Messstelle sei außerdem anzumerken, „dass der Bleiwert recht hoch ist und somit nicht ausgeschlossen werden kann, dass durch Regenfälle über die nächsten Jahrzehnte Blei auch in tiefere Bodenschichten gelangt“. Das Fazit der Experten: „Um eine klare Aussage zu bekommen, welche Nutzung auf einer Fläche zulässig ist, sollte man hier die Landwirtschaftskammer hinzuziehen, um abzuklären, nach welchen Stoffen der Boden untersucht werden muss beziehungsweise beprobt werden sollte.“

Da die Hauptwindrichtung mögliche Gefahrenstoffe genau in den Amtsbereich Hörnerkirchen wehen würde, wurden die Bodenproben in einer Sitzung des Amtsausschusses Anfang des Jahres in Auftrag gegeben. Die Gemeinde Brande-Hörnerkirchen hatte angeregt, das Prozedere von 1995 im Amtsbereich zu wiederholen, um daraus eine Entwicklung der Schadstoffeinträge zu erkennen. Auch der Quecksilbergehalt sollte dabei untersucht werden. Die Ergebnisse sollen demnächst im Rahmen von Gemeindevertretersitzungen genauer vorgestellt werden. Unter anderem steht das Thema am Donnerstag, 22. September, in Osterhorn auf der Tagesordnung. Die Gemeindevertreter tagen ab 19.30 Uhr in der Gaststätte „Zur Tankstelle“, Rosentwiete 34 in Brande-Hörnerkirchen.

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erstellt am 20.Sep.2016 | 12:30 Uhr

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