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Barmstedter Zeitung

07. Dezember 2016 | 23:16 Uhr

Insolvenz : „Entlassungen stehen zurzeit nicht an“

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Beim insovlenten Barmstedter Unternehmen Grimm Ladenbau können die Mitarbeiter vorerst aufatmen: Der Verwalter verhandelt mit Investoren.

Aufatmen bei Grimm Ladenbau: „Die Lage hat sich beruhigt, und der Betrieb läuft wieder im normalen Fahrwasser“, sagte Rechtsanwalt Klaus Pannen gestern auf Anfrage unserer Zeitung über die Situation in dem Barmstedter Unternehmen. Nachdem das Amtsgericht Pinneberg am Donnerstag das Insolvenzverfahren angeordnet und Pannen zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt hatte (wir berichteten), stehe jetzt fest, dass die mehr als 100 Mitarbeiter „schnellstens ihr Insolvenzgeld erhalten werden“, sagte er. Darüber habe er die Mitarbeiter während einer Betriebsversammlung informiert. Als weitere gute Nachricht teilte Pannen ihnen mit, dass zurzeit keine Entlassungen anstehen.

Laut Pannen hat sich die Insolvenz seit längerem abgezeichnet. „In diesem und auch im vergangenen Jahr gab es Verluste“, sagte er. Die Geschehnisse hätten sich „kumuliert, bis schließlich eine Bank meinte: ,Wir zahlen nicht mehr’“. Seit Oktober hätten die Mitarbeiter auf ihr Gehalt verzichten müssen. Das Insolvenzgeld – das rückwirkend und für drei Monate gezahlt wird – werde von einer Bank vorfinanziert. „Anschließend übernimmt das die Agentur für Arbeit.“

Das Unternehmen habe „gute Chancen, langfristig zu bestehen“, sagte Pannen. Es liefen bereits Verhandlungen mit Investoren, „und wir haben auch schon Anfragen“. Die Auftragsbücher seien voll, erklärte Kai Gert Tietgens, einer der drei Grimm-Geschäftsführer, gestern auf Anfrage. „Und die Kunden stehen uns zur Seite. Jetzt müssen wir noch die Lieferanten einfangen.“ Ebenso wie Pannen sei er optimistisch, dass das Unternehmen die Krise überwinden werde.

Er werde jetzt versuchen, „schnellstmöglich einen Investor zu finden“, sagte Pannen. Das Insolvenzverfahren könne mehrere Monate, im schlimmsten Fall Jahre dauern. „Aber Letzteres ist nicht mein Bestreben“, betonte Pannen, der während seiner 30-jährigen Berufspraxis bereits zahlreiche Insolvenzverfahren bearbeitet und etliche Unternehmen im In- und Ausland saniert hat.

Barmstedts Bürgermeisterin Heike Döpke (parteilos) und Wirtschaftsförderer Wolfgang Heins zeigten sich von der Insolvenz überrascht. „Das Unternehmen ist uns als leistungsstarker Betrieb mit guter Auftragslage bekannt“, teilte Heins auf Anfrage mit. Beide hofften „sehr, dass es der Unternehmensführung gelingt, möglichst schnell die erforderlichen Maßnahmen zur Sicherung der Firma umsetzen und dann wieder dem normalen Tagesgeschäft nachgehen zu können“. Der Betrieb verfüge über „gute und hochmotivierte Fachkräfte – und die Stadt hofft natürlich, dass nach Möglichkeit auch alle Arbeitsplätze erhalten bleiben“.

Laut Tietgens hat Grimm Ladenbau seinen Sitz seit 1973 am Böttcherweg. Seit 2002 besteht die Firma in ihrer heutigen Form, vorher firmierte sie unter Grimm Display. Das Unternehmen entwirft und produziert in Barmstedt unter anderem Ladenbauelemente, aber auch komplette Ladeneinrichtungen. 2015 betrug der Umsatz rund 20 Millionen Euro.

 

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erstellt am 19.Nov.2016 | 16:00 Uhr

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