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Barmstedter Zeitung

04. Dezember 2016 | 21:26 Uhr

Ein mutiger Tanz ins Eheglück : Elfriede und Kurt Herrmann feiern „Eiserne Hochzeit“ in Barmstedt

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Elfriede und Kurt Herrmann lernten sich beim Tanzen kennen – obwohl er es nicht konnte. Heute feiern sie 65. Hochzeitstag.

Barmstedt | „Mit dem Tanzen hat es nicht so gut geklappt“, sagt sie und lacht. „Für mich war Tanzen ein Fremdwort“, sagt er. Trotzdem hat er sie damals aufgefordert, als sie sich im Februar 1946 im Vosslocher Tanzlokal zum ersten Mal trafen. Und so schlimm kann es nicht gewesen sein, denn heute feiern die Barmstedter Elfriede und Kurt Herrmann ihren 65. Hochzeitstag.

„Ich war nach der Flucht aus Stettin mit meiner Familie in Barmstedt gelandet und gerade mal acht Wochen hier, als ich Kurt traf“, sagt Elfriede Herrmann. Eine Kollegin von Zeichmeister, wo sie Arbeit gefunden hatte, hatte sie mit ins Tanzlokal genommen. „Sie hat mir noch eine Bluse geliehen, weil ich nichts Feines zum Anziehen hatte“, erinnert sich die fröhliche 88-Jährige. Ihr späterer Ehemann (91), der aus Sachsen stammt, war nach dem Krieg als Kriegsgefangener im Lager in Heidkaten interniert. „Abends hatten wir Ausgang“, sagt er.

Als leidenschaftlicher Fußballer spielte er später beim SSV Rantzau, wodurch er viele Kontakte aufbaute. „Irgendwann hatte sich herumgesprochen, dass ich gern bauen wollte, und dann habe ich ein Angebot für ein Grundstück bekommen.“ Am 1. November 1950 zog er in sein neu gebautes Haus an der Gerberstraße – das erste in der sogenannten Freudenthal-Siedlung. Seine spätere Ehefrau, die damals noch mit ihrer Familie bei Lüneburg in der Reichenstraße wohnte, zog erst nach der Hochzeit zu ihm. „Das war damals so“, sagt sie lachend.

„Familie ist für sie das Allerwichtigste“

Beruflich war Elfriede Herrmann als kaufmännische Angestellte bei Zeichmeister, bei Papier-Schmidt und in Pinneberg tätig. Ihr Mann, der Dreher gelernt hat, arbeitete bei der Barmstedter Brauerei, ebenfalls bei Papier-Schmidt und bei Ok-Kaugummi in Pinneberg. 1958 wurde ihr erster Sohn geboren, 1962 der zweite. „Mit ihnen waren wir oft im Harz“, sagt Elfriede Herrmann. Später reisten sie allein: nach Russland, Frankreich, Italien, Frankreich – und „in jedem Winter“ zum Langlauf nach Bayern. Einige Urlaube verbrachte das Paar auch mit der gesamten Familie, zu der außer den Söhnen und Schwiegertöchtern auch vier Enkel gehören. „Für die beiden ist die Familie das Allerwichtigste. Sie waren immer für uns da“, sagt ihre Schwiegertochter Anneliese Herrmann.

Als Geschenk zum 65. Hochzeitstag ihrer Eltern haben Jens und Axel Herrmann sich etwas Besonderes einfallen lassen: „Sie haben unseren Gartenteich auf Vordermann gebracht“, sagt Elfriede Herrmann. „Das war eine schöne Idee, denn an den Fischen erfreuen wir uns jeden Tag.“ Der Garten sei noch immer das große Hobby ihres Mannes, sagt Elfriede Herrmann. „Wenn es regnet, sagt er manchmal, er geht nicht raus. Und wenn ich ihn dann später suche, hat er seine Arbeitssachen an und ist im Garten.“

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erstellt am 28.Jul.2016 | 16:30 Uhr

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