zur Navigation springen

Barmstedter Zeitung

09. Dezember 2016 | 22:23 Uhr

Elend in Guatemala rührt auch Höki

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Entwicklungshilfe Christuskirchengemeinde unterstützt das Barmstedter Sanchez-Team / Lob aus dem Ministerium

Der Erdrutsch auf der Müllkippe in Guatemala-Stadt, der 200 meist jugendliche Müllsammler das Leben kostete, hat auch die Christuskirchengemeinde in Brande-Hörnerkirchen bewegt. Pastor Ulrich Palmer (Foto) hatte in einem Rundbrief des Barmstedters Rainer Sanchez, der sich für Selbsthilfeprojekte in Guatemala engagiert, von der Tragödie gelesen. Kurz darauf las er in dem für den Gottesdienst vorgegebenen Psalm 113: „Den Geringsten zieht er (Gott) aus dem Staub, den Armen holt der von den Müllhalden.“ „Der Satz sprang mich an“, so Palmer, der daraufhin die Idee hatte, das Thema im Rahmen eines Gottesdienstes aufzugreifen, und Verbindung zu Sanchez aufnahm.

Wenig später zeigte Angelika Bulla vom Sanchez-Team während eines Gottesdienstes Fotos von der Müllhalde und den darauf gebauten Slums, die die schonungslos die Armut darstellen. Sie berichtete von der Kinderarbeit im Müll und dem menschenverachtenden Wohnen auf der Müllkippe. „Wir können nicht allen Menschen helfen, aber nach unseren Möglichkeiten Gutes tun“, so Bulla. Palmer und Diakonin Rebecca Jerke bauten den Vortrag in den Gottesdienst ein.

Zur Christuskirchengemeinde hat Sanchez eine lange Beziehung. Pastor i.R. Friedemann Noffke unterstützte ihn beim Hilfsprojekt „Waisenhaus in Vietnam“. Er lud ihn zu einer Gemeindeversammlung ein, auf der Sanchez erschütternde Bilder zeigte. „Es ging ein Ruck durch die Gemeinde – Sanchez hatte uns motiviert“, erinnert sich Noffke. Er veranstaltete Kindergottesdienste für Hilfe in Vietnam, wobei eine Arche Noah als Spendentopf für die Waisen diente. „Diese Spenden machten Freude, weil alle sich vorstellen konnten, wie ihr Geld eingesetzt wurde“, sagt Noffke, der Sanchez’ Einsatz als „Idealfall der Entwicklungshilfe“ bezeichnet. „Bei ihm steht die Hilfe zur Selbsthilfe im Vordergrund, und es steckt Herzblut dahinter.“

Auch ein hochrangiger Politiker zeigte sich vom Barmstedter Engangement beeindruckt: Hans-Joachim Fuchtel, parlamentarischer Staatssekretär aus dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, hatte mit einer Delegation das Schulprojekt Instituto Rainer Sanchez in Guatemala-Stadt besucht. Auf Anfrage dieser Zeitung schrieb er: „Das Zentrum wird nach meinem Eindruck sehr ordentlich geführt, und man merkt, dass die Kinder sich wohlfühlen und sehr viel Initiative in ihre Betreuung gesteckt wird.“ Das werde „sicher zu einer besseren Zukunft dieser jungen Menschen beitragen. Es freut mich, dass sich eine weitere deutsche Organisation in Guatemala einsetzt – und das offenbar sehr erfolgreich.“

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen