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Barmstedter Zeitung

09. Dezember 2016 | 20:25 Uhr

Bahnhof Dauenhof bleibt offenbar erhalten : „Eine tolle Entwicklung“

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Die Deutsche Bahn und ein Westerhorner Investor stehen kurz vor einer Einigung.

Westerhorn | Der Bahnhof Dauenhof ist offenbar gerettet: Die Deutsche Bahn wird das von 1847 und 1901 stammende backsteinerne Bahnhofsgebäude nicht abreißen. Das teilten das Unternehmen und der Westerhorner Geschäftsmann Kay Sierk gestern mit. „Nach Prüfung des eingereichten Konzepts von Sierk hat sich eine neue Ausgangslage ergeben“, sagte Bahn-Pressesprecher Egbert Meyer-Lovis. Die Kaufverhandlungen zwischen dem Westerhorner Geschäftsmann und DB Immobilien würden derzeit noch andauern. „Nach heutigem Sachstand kann der Vertragsabschluss positiv bewertet werden. Nach den finalen Abstimmungen mit den Fachdiensten und sofern Sierk seine Kaufentscheidung aufrechterhält, kann noch in diesen Jahr mit der Beurkundung gerechnet werden“, teilte der Pressesprecher mit.

Am 24. Oktober sollten in Westerhorn die Bagger rollen. Die Deutsche Bahn plante bis vor Kurzem den Abriss des Gebäudes am Haltepunkt in Dauenhof. Einen Verkauf hatte das Unternehmen mit dem Hinweis auf die zu geringen Abstände des Hauses zum Gleis abgelehnt. Nun die Wende: Die Bahn hat die Ausschreibung für den Abriss gestoppt. „Wir sind aufeinander zugegangen“, sagt der Westerhorner Unternehmer Kay Sierk, der das historische Gebäude kaufen möchte. Den Bahnhof will er in sein Konzept eines neuen Dorfzentrums miteinbeziehen.

Gestern berichteten die Bahn, Sierk und der CDU-Landtagsabgeordnete Peter Lehnert, dass eine Einigung über einen Verkauf kurz bevor stehe. „Wir befinden uns in konstruktiven Gesprächen, beide Seiten wollen eine funktionierende Lösung“, sagte Sierk. Um sein Kaufinteresse zu unterstreichen, sei Ende August in Zusammenarbeit mit Experten der DB Netz ein Konzept ausgearbeitet worden, wie die technischen und betrieblichen Anforderungen der Bahn vor Ort erfüllt werden können, ohne das Bahnhofsgebäude zu beseitigen, teilte Bahn-Pressesprecher Egbert Meyer-Lovis mit. „Durch Teilabriss eines direkt an den Gleisen gelegenen historisch nicht so wertvollen Bauteils können die geforderten Abstände zur Bahnlinie eingehalten werden“, erläuterte er die neuen Pläne. Wenn der mittelfristig geplante Ersatzbau für den Funkmast auf einem gegenüber liegenden Bahngrundstück realisiert werde, sei am bestehenden elektronischen Stellwerk ausreichend Platz für künftige Erweiterungen. Einen Zugang zum Stellwerk sichere sich die Bahn, indem sie Sierk lediglich das Gebäude samt Grundfläche verkaufe und ihm ein Wegerecht über den Vorplatz einräume.

Für die Erhaltung des aus den Jahren 1847 und 1901 stammenden backsteinernen Bahnhofsgebäudes hatten sich in den vergangenen Monaten außer Sierk vor allem der freie Journalist Reinhard Jung und der Bauhistoriker Holger Reimers eingesetzt. „Ich freue mich über diese tolle Entwicklung“, so Jung gestern per Mail.

Auch die Gemeinde Westerhorn und der CDU-Landtagsabgeordnete Peter Lehnert sowie die Bundestagsabgeordneten Ole Schröder (CDU) und Ernst-Dieter Rossmann (SPD) hatten sich für einen Erhalt des Gebäuden ausgesprochen. Lehnert habe gemeinsam mit der Bahn-Konzernbeauftragten Manuela Herbort schließlich den Weg für Verhandlungen vorbereitet. „ Ich bedanke mich ausdrücklich bei der Deutschen Bahn für ihre Bereitschaft, von den bisherigen Abriss-Planungen Abstand zu nehmen, und selbstverständlich bei den Westerhorner Gemeindevertretern und allen weiteren engagierten Mitstreitern für das Zustandekommen dieser erfolgreichen Lösung“, so Lehnert gestern. „Außerdem bin ich Kay Sierk dankbar für seinen Einsatz und vor allen Dingen für sein finanzielles Engagement.“

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erstellt am 13.Sep.2016 | 16:00 Uhr

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