zur Navigation springen

Barmstedter Zeitung

03. Dezember 2016 | 14:47 Uhr

Albert-Schweitzer-Schule in Barmstedt : Eine Schule verändert sich

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Das Albert-Schweitzer-Förderzentrum hat keine eigenen Klassen mehr. Die Pädagogen werden an Regelschulen eingesetzt.

Barmstedt | „Die Albert-Schweitzer-Schule schließt“: Dieser Satz geistert seit längerem durch Barmstedt. Doch das sei nicht ganz richtig, wie Schulleiterin Sabine Grelck klarstellt. „Uns gibt es auch weiterhin. Wir werden nur etwas andere Aufgaben wahrnehmen.“ Richtig ist, dass vor ein paar Tagen der letzte Jahrgang der Albert-Schweitzer-Schule (ASS) verabschiedet wurde und die Schule somit keine eigenen Klassen mehr unterrichtet. „Stattdessen werden meine Kollegen und ich die Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf künftig an den Regelschulen unterrichten“, erklärt Grelck.

Auch der Standort am Heederbrook wird erhalten bleiben: Das Gebäude, das 2006 eingeweiht wurde, werde als Anlaufstelle für die zwölf Pädagogen dienen, so Grelck. Außerdem werden dort wie bisher eine DaZ-Klasse der Grund- und Gemeinschaftsschule (GGS) und die betreute Grundschule der benachbarten James-Krüss-Schule Räume nutzen. Darüber hinaus werden drei Flex-Klassen der GGS, die bislang aufgrund von Platzmangel in der Grundschule in Brande-Hörnerkirchen untergebracht sind, nach Barmstedt umziehen. Am Mittwochabend hatte Grelck alle 40 Schüler und ihre Eltern zur Besichtigung der Räume eingeladen. „Die meisten waren sehr angetan“, sagt sie. In den Flex-Klassen werden Schüler auf den Schulabschluss nach der neunten Klasse vorbereitet.

Die Idee, die Klassen aus Hörnerkirchen nach Barmstedt zu holen, sei auch in der Politik auf Zustimmung gestoßen, sagt Grelck. „Zumal es keine Kosten nach sich zieht.“ Die Schüler kämen aus Barmstedt und Umgebung, die Lehrer von der GGS, und die Busse müssten ihre Fahrpläne nicht ändern, so Grelck. Wie lange es in Hörnerkirchen weitergegangen wäre, sei dagegen unklar gewesen. „Da bot sich diese Lösung förmlich an.“

Dass die Schule in ihrer bisherigen Form nicht weiterbestehen wird, stimme sie etwas wehmütig, sagt Grelck. „Es geht schon eine Ära zuende.“ Zudem sei es „für manche Schüler doch besser, in einem geschützten Rahmen gefördert zu werden.“ Seit in Deutschland die UN-Konvention von 2008 umgesetzt wird, nachdem auch Kinder mit Behinderungen Regelschulen besuchen sollen, wurden die ASS-Schüler nach und nach ebenfalls auf die acht Grund- und weiterführenden Schulen in der Region verteilt. „Unsere Kollegen begleiten sie dort im Unterricht oder fördern sie in Kleingruppen“, so Grelck.

Die Präsenz an mehreren Schulen verlange ihren Kollegen und ihr hohe Flexibilität ab, sagt Grelck. „Man wird mehrmals am Tag in völlig unterschiedliche Situationen geworfen. Außerdem beraten wir die Eltern ,unserer’ Schüler und die Kollegen an den Regelschulen. Es ist ganz viel Netzwerkarbeit“, sagt die Schulleiterin.

Auch, wenn die Schule ihre Aufgaben ändert: Der Name Albert-Schweitzer-Förderzentrum werde erst einmal bleiben, sagt Grelck. „Aber mittelfristig wird es einen neuen geben.“

Karte
zur Startseite

von
erstellt am 21.Jul.2016 | 16:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen