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Barmstedter Zeitung

05. Dezember 2016 | 13:39 Uhr

Westerhorn : Ein neues Leben für den Dorfkrug

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Kay Sierk will ein Grünes Warenhaus in Westerhorn eröffnen. Gern würde er auch den alten Bahnhof in sein Konzept einbeziehen.

Westerhorn | Schon in zwei Jahren soll in Westerhorn ein Grünes Warenhaus seine Türen öffnen. Entstehen soll es gleich neben der Bahnstrecke im alten Saal des ehemaligen Dorfkruges. Im Juli 2015 hatte Kay Sierk dem Wirt Herbert Fölster das Gebäude abgekauft. Wobei Fölster ein lebenslanges Wohnrecht zugestanden wurde. Nachdem Herbert Fölster vor Kurzem im biblischen Alter von 105 Jahren verstorben ist, nehmen die Planungen nun Fahrt auf.

Im großen Saal des Gaststättengebäudes plant Sierk sein Grünes Warenhaus. Der 48-Jährige ist im Dorf gut bekannt. Seit 2003 sitzt er für die CDU in der Westerhorner Gemeindevertretung, seit 2005 ist er Chef der örtlichen Feuerwehr. Außerdem ist Sierk Inhaber des Landhandels Otto Frauen. Der Dorfkrug liegt in Sichtweite zu seinem Büro, und so lag es nah, über einen Umzug seines Unternehmens nachzudenken. „Im Saal ist deutlich mehr Platz“, sagt Sierk. Auch Parkplätze würden auf dem Hinterhof der Gaststätte genügend zur Verfügung stehen.

Doch Sierk plant weit mehr als nur einen Umzug seines Landhandels. Wo Fölster einst seinen Tresen hatte, soll ein Café einziehen. „Vielleicht mit einer gemütlichen Außenanlage“, verrät Sierk seine Pläne. Ein Betreiber werde noch gesucht. Zwischen altem Saal und Café sind Büros geplant, im ersten Stock soll die Buchhaltung des grünen Warenhauses ein Zuhause finden. „Außerdem könnte ich mir dort vier bis sechs Monteur-Wohnungen vorstellen“, so Sierk. Das ganze Gebäude werde „von Grund auf saniert“, wobei zum Glück „kein Schimmel in der Bude steckt“.

Rund 2500 Quadratmeter misst das Gaststätten-Grundstück. Platz für einen späteren Erweiterungsbau im hinteren Bereich wäre reichlich vorhanden. Doch damit nicht genug: Sierk denkt auch sehr ernsthaft darüber nach, das alte Bahnhofsgebäude in seine Planungen mit einzubeziehen. „Dort könnten zum Beispiel ein Frisör und ein Fahrradladen einziehen.“ Beides gebe es im gesamten Amtsbezirk derzeit nicht. „Und dabei streben wir ja inzwischen auf die 5000-Einwohner-Marke zu.“

Das Problem: Noch ist nicht klar, ob die Bahn überhaupt bereit wäre, die Immobilie zu verkaufen. Geplant ist eigentlich der Abriss des Gebäudes. Doch immer mehr Westerhorner machen sich für den Erhalt des historischen Backsteinbaus stark. Und auch die Gemeindevertreter wollen Sierk in seinen Plänen unterstützen.

Beistand gibt es ebenfalls von der „großen Politik“. Der CDU-Landtagsabgeordnete Peter Lehnert hat sich als Moderator angeboten, um zwischen Bahn und Sierk zu vermitteln. „Wir streben einen runden Tisch mit Vertretern der Bahn an“, sagt Sierk.

Doch das Bahngebäude ist Zukunftsmusik. Als erstes will der Westerhorner den Umzug seines Landhandels realisieren. „Der sollte in zwei Jahren abgeschlossen sein.“ Dann sei das Café an der Reihe, anschließend die Wohnungen im Obergeschoss. Alles in allem rechnet Sierk mit „fünf bis sechs Jahren, bis das Projekt abgeschlossen ist“.

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