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Der Bauherr sitzt auf heißen Kohlen : Ein Bokholter und der Ärger mit dem Grundbuchamt in Norderstedt

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Bokholter hat Ärger mit dem Grundbuchamt in Norderstedt. Hausübergabe könnte an fehlendem Eintrag scheitern.

Bokholt-Hanredder | Noch ist Malte Morgner in Bokholt-Hanredder gemeldet, er arbeitet seit vielen Jahren bei Jungpflanzen-Kordes in Bilsen, die Freundin wohnt im Kreis Segeberg – nun wollen beide in Kürze in ihr neu gebautes Haus im Kaltenkirchener Zeisigring umziehen. Wäre da nicht der Ärger mit dem Grundbuchamt in Norderstedt.

Zwei Tage bleiben Malte Morgner noch: „Bis 25. November muss der Eintrag im Grundbuch erfolgt sein, sonst platzt die Übergabe“, sagt der 32-Jährige. Und das wäre nicht nur ärgerlich, sondern könnte auch richtig teuer werden: Ohne Grundbucheintrag gibt seine Hausbank das Geld nicht frei, folglich findet die für 6. Dezember geplante Übergabe nicht statt und obendrein werden Strafzinsen fällig. „Es dauert ja auch ein paar Tage von der Freigabe bis zum Eingang bei der anderen Bank – viel Luft bleibt da nicht mehr“, sagte Morgner.

Darüber hinaus wäre sein Zeitplan komplett im Eimer: „Am 15. Dezember wird die Küche geliefert, meine Wohnung habe ich zu Ende Januar gekündigt – ich weiß nicht, was ich noch machen soll.“ Seit dem 8. Dezember 2015 liege die Teilungserklärung der Baufirma schon beim Grundbuchamt in Norderstedt, berichtet Morgner weiter. Das Neubaugebiet sei auf dem ehemaligen Krankenhausgelände in Kaltenkirchen entstanden, deshalb müsse nun das Grundbuchamt, das beim Amtsgericht angesiedelt ist, die Fläche entsprechend aufteilen und neu zuordnen. „Zunächst habe ich mehrfach über meinen Notar nachfragen lassen, warum der Eintrag noch nicht erfolgt ist und weshalb es so lange dauert“, sagt Morgner. Als Antwort seien „technische Probleme“ angegeben worden. Der studierte Betriebswirt wurde schließlich selbst in Norderstedt vorstellig – und bekam unter der Hand gesagt, dass die Person, die auf dem entsprechenden Posten sitzt, der Aufgabe schlicht nicht gewachsen sei.

„Ich habe mich schlau gemacht und herausgefunden, dass es eine Amtspflicht gibt, Vorgänge zeitnah zu bearbeiten – ein Jahr ist definitiv zu viel“, sagt Morgner verärgert. Zudem könne er wohl nicht der einzige mit diesem Problem sein, denn auch die anderen neuen Eigentümer – in Kaltenkirchen sind ungefähr 60 Wohneinheiten geschaffen worden – stünden vor demselben Problem.

Ein erneuter Besuch am vergangenen Montag und die Bitte um eine Stellungnahme unserer Zeitung haben offenbar ein wenig Bewegung in den Vorgang gebracht: „Ich kann keine Auskunft zu Einzelfällen geben“, sagt zwar Amtsgerichtsdirektor Wolf Reinhard Wrege. Er wisse jedoch, dass es aufgrund der personellen Situation zu Verzögerungen gekommen sei. „Wir haben Änderungen vorgenommen und sind zuversichtlich, dass es künftig besser läuft“, sagte Wrage. Und Morgner erhielt noch am selben Tag einen Anruf mit der Auskunft, dass er noch in dieser Woche mit dem Schriftstück rechnen könne. Aber noch hat er es nicht in der Hand.

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erstellt am 23.Nov.2016 | 16:30 Uhr

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