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Wiedersehen : Ein Barmstedt-Besuch nach Jahrzehnten

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Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Wenn die Jahrzehnte auch vergangen sind: Helmut und Gisela Gertig freuen sich über Besuch aus Kanada.

Barmstedt |  Ihre Großmütter waren Schwestern, ihre Väter Cousins. Die Kanadierin Kirsten Gerrard, geborene Voß, und die Barmstedterin Gisela Gertig (beide 68) genossen mit ihren Ehemännern Alex Gerrard und Helmut Gertig ein Wiedersehen nach langer Zeit in Barmstedt.

„Wir hatten uns zwar sporadisch ab und zu bei Verwandten in Deutschland getroffen, und näheren Kontakt, als wir uns zur Silberhochzeit eine Rundreise durch die USA und Kanada gönnten und meine Cousine Kirsten mit ihrem Mann in Manitoba besuchten“, so Gisela Gertig. Das war im Jahr 2000. Dann war wieder Funkpause.

Und jetzt besuchten die Kanadier Familie Gertig während einer Deutschlandtour. Barmstedt finden sie reizend, und sie schauten sich den beschaulichen Wochenmarkt, die    Schloßinsel, das Humburg-Haus sowie die Heiligen-Geist-Kirche an. Sie besuchten die Hügelgräber in Langeln. „So etwas gibt es bei uns nicht“, so die Besucher. Sie besuchten die ehemalige Handelssiedlung der Wikinger, Haitabu, wo Gisela Gertig nordische Mythologien vor Publikum erzählt. Im Stadtarchiv von Itzehoe war Kirsten Gerrard auf Spurensuche ihrer Kindheit, sie war dort aufgewachsen. Tatsächlich fand sie ihr Elternhaus. „Es war ein berührender Moment“, sagte sie.

Nach Lübeck fuhr das Paar auch. „Mein Vater hat dort studiert“, so Kirsten Gerrard. Und in Greifswald wollen sie die Firma besichtigen, die ihr Segelboot gebaut hat, mit dem sie an der Westküste Kanadas schippern. Kirstens Mutter lebte als Mennonitin in der Ukraine und flüchtete während des zweiten Weltkriegs mit ihrer Mutter gen Westen. „Die beiden stiegen irgendwo in einen Zug und fuhren bis zur Endstation, die war Itzehoe“, sagte sie. Nach dem Krieg fühlten sie sich als Mennoniten in Deutschland auch nicht sicher und wanderten 1951 nach Kanada aus. Dort studierte Kirsten Lehramt und arbeitete im Studentenaustausch in einem Hotel am Timmendorfer Strand.

 Nachdem ihre Mutter Kontakt zu den in Deutschland lebenden Verwandten aufgenommen hatte, reiste sie 1970 nach Hamburg, um Gisela Gertigs Eltern zu besuchen. Dort traf sie das erste Mal auf ihre Cousine Gisela. Und jetzt der einwöchige Besuch in Barmstedt. Wie vergleichen sie die beiden Länder? „Bei uns ist mehr Platz, wir haben viel Natur“, sagte Alex Gerrard. Man könne 70 Kilometer fahren, ohne jemandem zu begegnen. In Deutschland sei es eng, viele Menschen, viel Verkehr, es sei laut. Aber im Gegensatz zu Kanada gebe es wunderschöne historische Gebäude, die alle eine interessante Geschichte hätten. 

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erstellt am 20.Apr.2017 | 16:00 Uhr

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