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Barmstedter Zeitung

03. Dezember 2016 | 14:44 Uhr

E-Ball-Spieler steigen auf Fußball um

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

RollstuhlsportKnights Barmstedt treten am Wochenende bei einem internationalen Turnier in Wien an / Alternative zum E-Ball

Sie waren ganz spontan hingefahren – und dann wurde die Premiere gleich ein voller Erfolg: Beim E-Fußball-Turnier in Dresden erreichten drei Spieler der Knights Barmstedt in diesem Sommer auf Anhieb den ersten Platz. „Und das ohne Wettkampferfahrung“, wie Gruppenleiter Uwe Dannenberg stolz erzählt. Zuvor hatten die Spieler, die im Rollstuhl sitzen, jahrelang E-Ball gespielt. Jetzt haben sie E-Fußball für sich entdeckt – und werden am kommenden Wochenende nach Wien reisen, um dort am Ottobock-Cup teilzunehmen, einem internationalen E-Fußball-Turnier.

„Die Mannschaft spielt jetzt schon in der höchsten Spielklasse, der Champions League“, sagt Dannenberg, dessen Söhne Steffen und Malte an der unheilbaren Krankheit Muskeldystrophie Duchenne leiden und 2009 mit E-Ball begannen. Der größte Unterschied zum E-Fußball ist die Größe des Balls: „Er hat 33 Zentimeter Durchmesser, der E-Ball nur vier“, sagt Dannenberg. Geschossen werde der Fußball durch das Drehen des Rollstuhls, der wiederum über einen Joystick gesteuert wird. Die Geschwindigkeit der etwa 180 Kilogramm schweren Sportrollstühle müsse während des Spiels auf zehn Stundenkilometer gedrosselt werden, „und die Spieler dürfen sich nur mit dem Rammschutz berühren“, erklärt Dannenberg. Das Feld ist so groß wie ein Basketballfeld, das Tor erstaunliche sechs Meter breit. Gespielt wird vier gegen vier, zwei Mal 20 Minuten lang.

In Wien werden sieben Mannschaften antreten, die Knights sind eine von zwei deutschen. „Die Firma Ottobock hat uns für das Turnier einen speziellen Sportrollstuhl zur Verfügung gestellt“, sagt Dannenberg. Für ihn oder den BMTV wäre der nur etwa 120 Kilogramm schwere Stuhl unbezahlbar: Er koste mehr als 10  000 Euro.

Nach Wien werden die sechs Spieler der Knights mit ihren Betreuern fahren. „Drei mit dem Auto, der Rest mit dem Zug“, so Dannenberg. Am Donnerstag wollen sie ankommen, „am Freitag ist frei, und von Sonnabend bis Sonntag dauert das Turnier“. Die Reise wird von der Firma Thies Medi Center und einem privaten Spender bezahlt, sagt Dannenberg dankbar – ansonsten sei auch sie nicht finanzierbar gewesen.

Unabhängig von ihrer Platzierung, werde das Team wohl auch weiterhin E-Fußball spielen, so Dannenberg. „Für uns ist das jetzt eine Alternative zum E-Ball.“ Viele E-Ball-Spieler lehnten die Sportart allerdings noch ab. Sie sei wohl noch zu jung, vermutet er: „E-Hockey und E-Ball haben eine lange Tradition – E-Fußball nicht.“

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erstellt am 30.Nov.2016 | 16:00 Uhr

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