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Barmstedter Zeitung

08. Dezember 2016 | 09:08 Uhr

Diskussion : Drei Windräder auf Bokeler Gebiet?

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Die Gemeinde Bokel berät am kommenden Donnerstag über Windenergieflächen.

Bokel | 2009 stand in der Gemeinde Bokel schon einmal ein Windpark-Projekt zur Diskussion. Damals wurde es von der Politik abgelehnt. Nun könnte das Thema wieder aktuell werden. Die Landesregierung hat im Juni einen neuen Erlass mit aktualisierten Kriterienkatalogen zur Windenergieplanung herausgegeben. Hauptsächlich geht es darin um veränderte oder spezieller definierte Abstandsflächen. Auch die Gemeinde Bokel ist davon betroffen, weil im nördlichen Teil der Gemeinde in den Bereichen Vossbarg und Hingstheider Moor seit Anfang des Jahres Eignungsflächen für Windräder ausgewiesen worden sind. Die Nachbargemeinde Föhrden-Barl hat sich in ihren politischen Gremien sowie im Rahmen eines Bürgerentscheides bereits mit dem Thema befasst und sieht die Planungen mehrheitlich kritisch.

In Bokel stand das Thema während der Bauausschuss-Sitzung in dieser Woche erstmals auf der Tagesordnung. Einen einheitlichen Tenor gab es dabei nicht. Insgesamt könnten auf der Fläche wohl bis zu sieben Windkraftanlagen gebaut werden, davon zwei bis drei auf Bokeler Gebiet. Drei Firmen hätten bereits ihr Interesse signalisiert. Nun soll das Thema zur nächsten Gemeindevertretersitzung am 6. Oktober (siehe Info-Kasten) ausgiebig diskutiert werden. Dabei dürften auch mögliche Windpark-Modelle zur Sprache kommen. Im Bauausschuss angesprochen wurden unter anderem ein Bürgerwindparkt oder eine Genossenschaftsstruktur.

2009 wollte die spanische Firma Gamesa nördlich der Straße Voßbarg auf dem Weideland zwischen Osterhorn und Bokel 18 Windkraftanlagen errichten. Die Anlagen mit einer Nabenhöhe von 80 Metern und einer Gesamthöhe einschließlich der Flügel von 125 Metern sollten 84 Millionen Kilowattstunden Strom pro Jahr liefern. Die Menge hätte ausgereicht, um rund 19  000 Einfamilienhäuser ein Jahr lang mit Strom zu versorgen. Den Besitzern der Grundstücke versprach man einen satten Gewinn. Doch letztlich legte die Politik ihr Veto ein – mit dem Hauptargument, man befürchte eine Verschandelung des Landschaftsbildes.

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