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Barmstedter Zeitung

07. Dezember 2016 | 21:17 Uhr

Barmstedt : Die Stadtwerke werden umstrukturiert

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Ausschüsse befürworten neue Unternehmensform. Grüne fürchten um Arbeitnehmerrechte.

Barmstedt | Nach langen Diskussionen ist es so gut wie beschlossene Sache: Die Stadtwerke Barmstedt sollen zum 1. Januar 2017 neu strukturiert werden. Das haben die Mitglieder des Werk- und des Hauptausschusses während ihrer jüngsten Sitzung mehrheitlich beschlossen. Zwei SPD-Mitglieder enthielten sich, lediglich die Grünen stimmten gegen die Pläne. Somit ist es unwahrscheinlich, dass die Stadtvertretung sie noch kippen wird.

Eine neue Struktur sei von der Politik gewünscht worden, wie Peter Gottschalk (FWB) betonte. „Wir wollten das komplexe Gebilde einfacher gestalten.“ Dazu seien verschiedene Modelle angedacht, aber alle verworfen worden. Im vorigen Jahr habe der Hauptausschuss dann die aktuelle Variante auf den Weg gebracht. Wie berichtet, plant Stadtwerkeleiter Fred Freyermuth, die drei Unternehmensgruppen – Eigenbetrieb Stadtwerke, Stadtnetze und Stadtwerke Vertrieb – auf zwei zu reduzieren, indem die Stadtnetze in den Eigenbetrieb eingegliedert werden. Das werde die Abläufe vereinfachen, innerbetriebliche Verrechnungen reduzieren, die Transparenz der Jahresabschlüsse erhöhen und zudem die Steuerbelastung senken, erklärte er.

Die Grünen sehen die neue Struktur dennoch kritisch. „Uns stört vor allem, dass es keinen Aufsichtsrat geben soll. Wir sehen dadurch die Rechte der Arbeitnehmer geschwächt“, sagte Marina Quoirin-Nebel. Freyermuth hatte erklärt, die Kontrollfunktion eines Aufsichtsrat werde der Werkausschuss übernehmen. Damit sei auch die Kommunalaufsicht einverstanden. „Das ist wichtig, weil die Gemeindeordnung eigentlich einen Aufsichtsrat vorsieht.“

Doch dem Werkausschuss würden keine Vertreter der Mitarbeiter angehören, sagte Quoirin-Nebel. „Und im schlimmsten Fall könnten sie auch noch aus dem nicht-öffentlichen Teil der Sitzungen ausgeschlossen werden.“ Bislang sind sie zwar ebenfalls nicht stimmberechtigt, dürfen aber dem nicht-öffentlichen Teil als Zuhörer beiwohnen.

Die sonstigen Bedingungen für die zurzeit etwa 85 Stadtwerke-Mitarbeiter würden sich durch die neue Struktur nicht ändern, sagte Freyermuth. „Es bleibt alles wie gehabt.“ Die Grünen sind dennoch besorgt. „Wie wird das in Zukunft bei der Vertriebs-GmbH sein?“, fragt sich Quoirin-Nebel. Zurzeit seien dort zwar nur Freyermuth und Mareike Preuß als Geschäftsführer angestellt, „doch das könnte sich ja auch mal ändern“.

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erstellt am 11.Nov.2016 | 12:00 Uhr

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