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Barmstedter Zeitung

06. Dezember 2016 | 15:15 Uhr

Jittkamp in Barmstedt : Die Stadt weist eine weiteres Baugebiet aus

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

SPD und CDU wollen neuen Wohnraum schaffen. FWB: Grundsatzbeschluss wird ausgehebelt.

Barmstedt | Es geht Schlag auf Schlag: Nach der Ausweisung der drei großen Neubaugebiete im Bereich Düsterlohe/Bornkamp/Große Gärtnerstraße hat die Stadt jetzt eine weitere Fläche ausgewiesen: Auf dem 11.700 Quadratmeter großen Areal zwischen Jittkamp, Nappenhorn und Hellwieser Chaussee könnten zehn bis zwölf Einfamilien entstehen, sagte Ortwin Schmidt (CDU) während der jüngsten Stadtvertretersitzung. Die Entscheidung fiel mehrheitlich und war umstritten. Während SPD und CDU sich vehement für das neue Wohngebiet einsetzten, sprachen sich Vertreter der FWB und die Grünen dagegen aus. Ihnen ist es ein Dorn im Auge, dass das Gebiet nach dem Willen der Eigentümerin nicht von der Stadt entwickelt werden soll, obwohl der Grundsatzbeschluss das für alle Neubaugebiete vorsieht.

„Wie viele Ausnahmen sollen wir denn von dem Beschluss noch machen?“, fragte FWB-Fraktionschef Michael Schönfelder. Die Stadt versuche, Bebauungspläne selbstständig zu entwickeln, sagte Axel Schmidt (FWB). Doch schon bei den großen Vorhaben rund um die Düsterlohe erweise sich das als schwierig. „Außerdem haben wir gerade diese Gebiete und dann noch die Gabor-Fläche am Nappenhorn ausgewiesen. Es eilt daher nicht mit neuen Wohngebieten.“

Das Gebiet liegt zwischen Jittkamp (oben) und Nappenhorn.
Das Gebiet liegt zwischen Jittkamp (oben) und Nappenhorn. Foto: BZ

Das sehen SPD und CDU anders. „Das Gabor-Areal war schnell voll, und auch andere Kommunen bieten Wohnraum an und haben dafür Interessenten. Auch wir brauchen also weitere Flächen“, sagte Ortwin Schmidt. SPD-Fraktionschef Hans-Christian Hansen erklärte, die Politik könne „nicht jedes Mal dem Grundsatzbeschluss folgen. Wir brauchen dringend weiteren Wohnraum, auch dort.“ Erleichtert werde die Entscheidung zudem dadurch, dass die Folgen für die Infrastruktur „überschaubar“ und für die Nachbarn „akzeptabel“ seien.

Der Grundsatzbeschluss aus 2011 sieht vor, dass zuerst die Stadt Eigentümerin von Neubauflächen wird. Er ist allerdings politisch umstritten; teilweise wird seine Rechtsgültigkeit angezweifelt. „Ich frage mich, wozu wir einen Grundsatzbeschluss haben, der seinerzeit von allen Parteien mitgetragen wurde, wenn er hier mal eben auf die Schnelle ausgehebelt wird“, kritisiert Renate Herrndorff (FWB), stellvertretendes Mitglied im Bauausschuss. Auch im Streit um die Baumfällung am Bornkamp wiesen Anwohner darauf hin, dass die Stadt sich an den Grundsatzbeschluss hätte halten sollen. „Dann wäre das vielleicht nicht passiert“, argumentieren sie – wobei die Eigentümerin die Fällungen nicht mit dem Baugebiet, sondern mit Verschattung begründet.
 

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erstellt am 01.Nov.2016 | 12:15 Uhr

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