zur Navigation springen

Barmstedter Zeitung

10. Dezember 2016 | 13:56 Uhr

Westerhorn : Die Politik unterstützt die Bahnhofs-Pläne

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Kay Sierk will das Gebäude am Haltepunkt Dauenhof in das Konzept eines neuen Westerhorner Dorfzentrums einbetten.

Westerhorn | Der Westerhorner Verkehrsausschuss unterstützt Kay Sierk bei seinen Plänen, den Bahnhof in der Gemeinde in das Konzept eines neuen attraktiven Dorfzentrums einzubinden. Dafür haben sich die Politiker am Mittwochabend während ihrer Sitzung einstimmig ausgesprochen. Die Deutsche Bahn plant den Abriss des Gebäudes. Doch nun steht ein alternatives Nutzungs-Konzept im Raum. Der Ausschussvorsitzende Harry Unger (CDU) las während der Sitzung einen Brief von Sierk vor, der den Bahnhof gern in sein Konzept eines Grünen Warenhauses einbetten würde.

Sierk ist Westerhorner und im Dorf gut bekannt. Seit 2003 sitzt er für die CDU in der Westerhorner Gemeindevertretung, seit 2005 ist er Chef der örtlichen Feuerwehr. Außerdem ist Sierk Inhaber des Landhandels Otto Frauen im Westerhorner Dorfzentrum. In Sichtweite von Sierks Arbeitsstätte liegt der Bahnhof Dauenhof, der seine ursprüngliche Funktion längst verloren hat. Ein wenig Baufällig wirkt das rote Backsteingebäude von außen, und doch gibt es zahlreiche Bürger, die sich für einen Erhalt des historischen Bauwerks stark machen. Nicht zuletzt, um die Identität des Ortsteils Dauenhof zu bewahren.

Sierk hat bereits die angrenzende Gaststätte gekauft und möchte den Bahnhof in sein Konzept eines neuen attraktiven Dorfzentrums einbinden. In seinem Brief an den Verkehrsausschuss heißt es, dass er sich unter anderem einen Fahrradladen oder einen Friseursalon als neue Nutzung vorstellen könnte. Außerdem habe sich der CDU-Landtagsabgeordnete Peter Lehnert als Vermittler für mögliche Gespräche mit der Bahn angeboten.

Gemeinsam mit dem Ausschussvorsitzenden Harry Unger (Dritter v. r.) diskutierten die Mitglieder des Verkehrsausschusses in Westerhorn über die Zukunft des Bahnhofs Dauenhof.
Gemeinsam mit dem Ausschussvorsitzenden Harry Unger (Dritter v. r.) diskutierten die Mitglieder des Verkehrsausschusses in Westerhorn über die Zukunft des Bahnhofs Dauenhof. Foto: Wittmaack
 

Für eben diese Gespräche sollen sich Westerhorns Kommunalpolitiker nun stark machen. Angedacht ist ein Runder Tisch, an dem Sierk, die Gemeindevertreter und Vertreter der Bahn sitzen sollen. Der Verkehrsausschuss will die Pläne Sierks gegenüber der Bahn unterstützen. Gleichzeitig unterstrich man, dass sich die Gemeinde nicht an möglicherweise anfallenden Kosten beteiligen werde.

Auch der freie Journalist Reinhard Jung, der in Westerhorn aufwuchs und die „Geschichte Dauenhofs“ veröffentlichte, meldete sich nach der Sitzung per Pressemitteilung zu Wort. Er engagiert sich ebenfalls für den Erhalt des Gebäudes. Seiner Meinung nach ginge durch den Abriss des Bahnhofs ein wertvolles Geschichtszeugnis verloren, und eine großartige Chance, den Standort zu einem lebendigen Mittelpunkt der Gemeinde zu entwickeln, bliebe ungenutzt. Mit Kay Sierk gebe es einen seriösen Kaufinteressenten, der seine Bereitschaft erklärt habe, das historische Gebäude unter Berücksichtigung aller bahnbetrieblichen und rechtlichen Belange zu erhalten und es mit neuem Leben zu erfüllen, schreibt Jung.

Der Westerhorner Verkehrsausschuss unterstützt Kay Sierk bei seinen Plänen, den Bahnhof in der Gemeinde in das Konzept eines neuen attraktiven Dorfzentrums einzubinden.

Der Westerhorner Verkehrsausschuss unterstützt Kay Sierk bei seinen Plänen, den Bahnhof in der Gemeinde in das Konzept eines neuen attraktiven Dorfzentrums einzubinden.

 

Das Bahnhofsgebäude von Dauenhof sei ein wertvolles Geschichtszeugnis, so Jung weiter. Der älteste Teil, das frühere Bahnwärterhaus, stamme aus dem Jahr 1847 und sei damit nur drei Jahre nach dem Bau der Eisenbahnstrecke von Altona nach Kiel errichtet worden. Sein heutiges Erscheinungsbild habe der Bahnhof durch einen großzügigen Ausbau im preußischen Backsteinstil 1901 erhalten. Trotz langjähriger Vernachlässigung würden die vom Ruß der Dampflokomotiven geschwärzten Mauern nach wie vor keine schwerwiegenden Bauschäden aufweisen.

Karte
zur Startseite

von
erstellt am 08.Jul.2016 | 12:30 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Themen zu diesem Artikel:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen