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Barmstedter Zeitung

06. Dezember 2016 | 17:11 Uhr

Kölln-Reisiek : Die Nachfrage nach Wohnungen ist hoch

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Kölln-Reisiek plant ein fünftes Neubaugebiet – und bereits jetzt gibt es mehr Bewerbungen als Bauplätze.

Kölln-Reisiek | In Kölln-Reisiek ist vor Kurzem das letzte Kapitel fürs Dorfwachstum aufgeschlagen worden: Als fünftes und vorerst letztes Baugebiet der vergangenen 13 Jahre soll ein rund rund sechs Hektar großes Areal an der Stabeltwiete, gegenüber vom Friedhof, erschlossen werden. Die Reaktionen der Kölln-Reisieker fielen gemischt aus: Viele freuten sich auf neue Bauplätze, andere fürchteten mehr Verkehr. Mit rund 160 Zuhörern war die Veranstaltung im Gemeindezentrum sehr gut besucht. Einige Besucher mussten in einem Nebenraum sitzen und die Veranstaltung per Lautsprecher und Leinwand verfolgen, andere fanden nur noch Stehplätze.

Vor ihnen saßen auf dem Podium Planer und Investoren, im Wesentlichen diejenigen, die schon die vorigen vier Baugebiete entwickelt und vermarktet hatten. Die Baufirma Ditting will auf dem Areal des Bebauungsplans Nr. 19, so die offizielle Bezeichnung, rund 60 Grundstücke für Ein – und Zweifamilienhäuser erschließen. Dazu kommt ein großes Grundstück für seniorengerechtes Wohnen.

Einigen Zuhörern konnte das gar nicht schnell genug gehen: „Kann ich im November 2016 zur Bank gehen?“, wollte ein Besucher wissen. Der Verkauf der Grundstücke wird voraussichtlich aber erst im Spätherbst 2017 starten, lautete die Antwort. So denn alles glatt geht, denn mit der frühzeitigen Bürgerbeteiligung am vergangenen Donnerstag startete das gesamte bürokratische Verfahren erst. Wenn alles glatt geht, soll im November der Bebauungsplan verabschiedet sein, dann fängt die eigentliche Arbeit erst an.

Die Planer können dabei auf viele Vorarbeiten zurückgreifen: 2003 legten die Kölln-Reisieker in einem Rahmenplan fest, dass ihre Gemeinde auf rund 3500 Einwohner wachsen soll, und guckten sich auch schon die B-Plan-Gebiete 15 bis 19 aus, die alle ähnlich angelegt werden. „Das Dorf drohte zu überaltern, ohne Neubaugebiete hätten wir die Schule schließen müssen“, erinnerte Bürgermeister Kerstin Frings-Kippenberg an die Vorgeschichte. Rund die Hälfte der knapp 120 Grundschüler in Kölln-Reisiek wohnt in einem der neuen Baugebiete, der neue Kindergarten lebt ebenfalls von den jungen Familien, die im Ort gebaut haben.

Der Verkehr ist ein Problem

Größte Sorge im Publikum war der Verkehr. Erschlossen werden soll „B 19“ vor allem über die Stabeltwiete; von der anderen Seite aus wird der Toschlag ins Baugebiet hinein verlängert. Die Forderung eines Anwohners der Stabeltwiete, mehr Verkehr über den Toschlag zu leiten, wurde mit viel Applaus bedacht. Ein anderer wies darauf hin, dass die Einmündung der Stabeltwiete in die Köllner Chaussee schlecht einzusehen und zugeparkt sei und auch noch als Schulweg genutzt werde. „Erstmal eine Umgehungsstraße bauen“, verlangte ein weiterer Besucher.

Die kann sich die Gemeinde nicht leisten, erklärte Bürgermeisterin Frings-Kippenberg. Die Zufahrt über die Stabeltwiete wurde gewählt, um den Weg zur Köllner Chaussee kurz zu halten, erläuterte sie. Der Weg über den Toschlag führe durch Wohngebiete zur Kreuzung Lauenberg/Köllner Chaussee, die stark befahren sei. Zudem betreffe der Verkehr mehr Häuser als in der Stabeltwiete. Aber verkehrsberuhigende Maßnahmen für die Stabeltwiete wurden als Anregung fürs weitere Verfahren aufgenommen.

Im zweiten Teil der Diskussion gab es Beifall für Redner, die sich auf das Wohngebiet freuten. „Wir brauchen kleine Füße, die durch die Gemeinde laufen“, befand ein Diskutant. „Ich gehe häufiger an der Stabeltwiete spazieren und hatte da noch nie ein Gefühl der Gefahr“, berichtete eine ältere Dame. Andere wollten wissen, wann und wie sie an ein Grundstück im B 19 kommen können. Genaues verriet niemand vom Podium, aber bei Ditting und seinem Makler liegen nach eigenen Angaben schon mehr Bewerbungen, als es Bauplätze gibt. Vorsichtshalber hatten die Planer noch eine Liste mitgebracht, damit sich Interessenten eintragen konnten.

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erstellt am 28.Jun.2016 | 16:15 Uhr

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