zur Navigation springen

Barmstedter Zeitung

04. Dezember 2016 | 07:08 Uhr

Stadtvertretung in Barmstedt : Die Meierei-Gutachten werden überprüft

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Die Politiker bringen drei Neubaugebiete auf den Weg und stimmen für die Überprüfung der Meierei-Gutachten.

Barmstedt | Zwischensieg für die Anwohner-Initiative der Barmstedter Meierei: Die Verwaltung wird alle bisher vorhandenen Immissionsgutachten auf ihre Gültigkeit überprüfen lassen. Das haben die Stadtvertreter am Dienstag mehrheitlich beschlossen. Die Überprüfung wird laut Verwaltung zwischen 4000 und 6000 Euro kosten – was „rausgeschmissenes Geld“ sei, wie die Gegner meinten. „Das letzte Lärmgutachten ist aus 2004. Wir lassen etwas Altes überprüfen, aber interessant ist doch, was jetzt ist“, sagte Annette Bremer-Wilms (SPD). Die Stadt habe das Geld nicht, sagte Hauke Johannsen (CDU). Außerdem sei für Gutachten das Umweltamt zuständig. Das aber, wie Claus-Peter Jessen (Grüne) erklärte, offenbar nicht ausreichend tätig geworden sei. „Es könnte sogar so weit kommen, dass wir uns über die Untätigkeit beschweren.“

Man dürfe „die Belastungen der Anwohner nicht kleinreden“, sagte Jessen. Sie litten seit Jahren unter dem Lkw-Verkehr und hochfrequenten Geräuschen. Auch Michael Schönfelder (FWB) betonte, die Stadt sollte „aus sozialen Gründen“ eine Überprüfung der Gutachten unterstützen. Hans-Christian Hansen (SPD) hielt davon nichts. „Das Ergebnis wird garantiert sein, dass ein neues Gutachten nötig wird“, prophezeite er. Das sei auch die ursprüngliche Forderung gewesen, entgegnete Günter Thiel (BALL). „Dass wir uns im Umweltausschuss auf die Prüfung der vorliegenden geeinigt haben, war schon ein Kompromiss.“ Der letztlich mit neun Pro- und drei Gegenstimmen bei drei Enthaltungen bestätigt wurde.

Des Weiteren entschieden die Stadtvertreter, drei Neubaugebiete auf den Weg zu bringen. Wie berichtet, sollen zwei an der Düsterlohe und eines an der Großen Gärtnerstraße entstehen. Das Votum für die Bebauung der ehemaligen Baumschule Drath an der Großen Gärtnerstraße fiel deutlich aus: Nur die Grünen stimmten dagegen. Begründung: Der Grundsatzbeschluss, demzufolge die Stadt „dafür Sorge tragen wird“, dass sie Eigentümerin von Neubauflächen wird, werde „mit keiner Silbe berücksichtigt“, sagte Jessen. Vertreter aller anderen Fraktionen hoben dagegen die „ideale Lage“ des Areals hervor. Zudem werde der Eigentümer die asbestbelasteten Gebäude auf eigene Kosten entsorgen, wie Hansen betonte. Der Investor wolle günstigen Wohnraum für junge Familien schaffen, sagte er. „Das ist okay, aber wir müssen auch die Belange der älteren Mitbürger berücksichtigen.“ Andererseits „läuft etwas in der Entwicklung falsch, wenn wir auf dem Marktplatz mehr Rollatoren als Kinderwagen sehen“.

Der Grundsatzbeschluss

Uneinigkeit gab es über die Baugebiete östlich und nördlich der Düsterlohe. Für beide halte die BALL den Grundsatzbeschluss für relevant, sagte Thiel. „Wir diskutieren hier über mindestens 100 Neubürger. Das zusätzliche Steueraufkommen steht den Ausgaben für die Infrastruktur gegenüber, die erfahrungsgemäß höher sind.“ Daher sollte die Stadt auch vom Verkauf profitieren. Stattdessen würden „im Hinterzimmer Absprachen getroffen, die nicht öffentlich in Ausschüssen zur Sprache kommen“, kritisierte er. Die Frage, wer die Gebiete erschließe, werde im weiteren Verfahren geklärt, sagte Peter Gottschalk (FWB).

Bauausschussvorsitzender Ortwin Schmidt (CDU) erklärte gestern auf Anfrage, es gebe „Gespräche, dass eines der Gebiete durch die Stadt erschlossen werden könnte“. Fest stehe das aber noch nicht, „und wir würden da auch nicht jedes Risiko gehen“. Anders als die BALL sei er der Auffassung, dass mehr Einwohner dem Haushalt zugute kämen, sagte er. „Außerdem rechnet der Kreis für Barmstedt mit sinkenden Schülerzahlen. Da müssen wir gegensteuern.“

Die Bedenken der Anwohner der Düsterlohe sollen bei den Planungen berücksichtigt werden, versicherte Bürgervorsteher Christian Kahns (FWB). Zuvor hatte Werner Raven ihm eine Liste mit 330 Unterschriften von Anwohnern überreicht, die sich gegen den Bau einer sechs Meter hohen Lärmschutzwand aussprechen. Die Mitglieder des SSV Rantzau – dessen Anlage an der Düsterlohe liegt – befürchteten zudem, dass künftige Anwohner sich vom Lärm des Spielbetriebs gestört fühlen und Konflikte auftreten könnten, so Raven. „Wir bitten Sie, unsere Sorgen im Auge zu behalten – uns gab es schließlich zuerst.“

Karte
zur Startseite

von
erstellt am 14.Jul.2016 | 16:30 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen