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Barmstedter Zeitung

22. März 2017 | 23:25 Uhr

Naturschutz in Seeth-Ekholt : Die Jäger kümmern sich um Biotoppflege

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Gemeinschaft aus Seeth-Ekholt betreut sechs Flächen in der Gemeinde. Nahrung für Insekten, Vögel und Wild im Blick.

Seeth-Ekholt | Sie graben, bauen, pflanzen und pflegen: Die Jagdgemeinschaft Seeth-Ekholt hat vor Kurzem ihr mittlerweile sechstes Biotop in der Gemeinde angelegt. Zwischen 0,5 und ein Hektar groß sind die Areale, die die Freiwilligen betreuen. Insgesamt kümmern sich die Jäger aus Seeth-Ekholt um Jagdleiter Klaus Stoffer um Biotope mit Flächen von vier bis fünf Hektar – und das alles in ihrer Freizeit. „Es ist nachhaltig“, sagt Stoffer über einen der Gründe für das Engagement der Gemeinschaft. Außerdem mache ihnen die Arbeit Spaß.

Die Jägerei bestehe nicht nur aus der Jagd, sagt Peer Jensen-Nissen. Der Geschäftsführer des Kreisbauernverbands Pinneberg ist als Gast bei der Jagdgemeinschaft Seeth-Ekholt dabei. „Die Hege und Pflege ist immer eine eherne Aufgabe gewesen“, sagt er. Unter anderem sei es wichtig, darauf zu achten, wie es um das Nahrungsangebot für das Wild bestellt sei. Mit den Biotopen wolle man mehr Vielfalt schaffen, unterstreichen die Jäger. Und dafür seien sie auf einem sehr guten Weg, sagt Stoffer: „Wir haben sechs Gebiete, die alle sehr unterschiedlich sind.“ Unter anderem habe man Äsungsgebiete aufgewertet, aber wo es passt auch mit Gewässern gearbeitet. Privatleute würden entsprechende Flächen dazu zur Verfügung stellen, teilweise zahlten die Jäger auch Pacht, so Stoffer. Finanziert werden die Biotop-Projekte zum Teil von der Jägerschaft, zum Teil aber auch über Spenden und „sehr viel Eigeninitiative“, wie Stoffer erklärt.

In den vergangenen Wochen hatten die Jäger auf ihrer sechsten Flächen nahe der Ringstraße gearbeitet. „Wir haben unter anderem einen Zaun gezogen, weil die Pflanzen die ersten drei bis vier Jahre vor Wildverbiss geschützt werden müssen“, so Stoffer. Anfang Februar habe es zudem eine Pflanzaktion gegeben. Später sollen einmal unter anderem große Lärchen, Feldahorne und Rotbuchen auf dem Gelände stehen. „Wir fahren in allen Biotopen immer dreigleisig“, so Stoffer. Das Augenmerk liege auf den Wildtieren, Vögeln und Insekten.

Für Letztgenannte soll noch gegen Ostern eine Bienenmischung mit 40 verschiedenen Kräutern und Blühplanzen ausgesät werden. Zudem gebe es diverse Wildapfelsorten als Vogelnahrung. Auch um fünf Nisthöhlen kümmern sich die Jäger.

Wichtig nach den Pflanzaktionen: „Man muss die Fläche auch pflegen“, sagt Stoffer. Anfangs sei das häufiger notwendig, später würden die Areale jährlich gepflegt. „Mit den Jahren wird es weniger“, ergänzt Jensen-Nissen. Auch ihm machten die Projekte sehr viel Spaß: „Es sind immer um die zehn Leute. Wir treffen uns in der Gemeinschaft.“ Um die Koordination kümmere sich Stoffer: „Er organisiert das alles klasse“, so Jensen-Nissen. „Das wichtigste sind die Kollegen, die nach einem Anruf kommen und helfen“, sagt Stoffer. Auch andere Jagdgemeinschaften wie Bevern verfolgten eigene Biotop-Projekte. „Jeder macht das, was er für richtig hält.“ Wer Interesse an der Arbeit hat und die Biotope betrachten möchte, für den bieten die Jäger im Sommer Führungen an.

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erstellt am 14.Mär.2017 | 12:00 Uhr

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