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Barmstedter Zeitung

05. Dezember 2016 | 17:44 Uhr

Serie: Teil 4 : Der Propst will Pastoren einstellen

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Thomas Bergemann richtete in Elmshorn den Blick in die Zukunft. Schutzkonzepte für die Kitas.

Elmshorn | „Das ist mir echt wichtig: ein neues Miteinander. Auch personenbezogen mit mir.“ Propst Thomas Bergemann will sein Verhältnis zur Verwaltung seines Kirchenkreises Rantzau-Münsterdorf und zu dessen Synode gerade rücken. Das betonte er am vergangenen Sonnabend gut ein Jahr nach seiner knappen Wiederwahl in Elmshorn vor der Synode, die ihn im ersten Wahlgang hatte durchfallen lassen.

Ganz konkret soll das passieren, indem zum Beispiel Rückstände in der Buchhaltung aufgearbeitet werden: Mit der neuen Führungskraft Neli Dimitrova ist jetzt eine zusätzliche Fachfrau dafür in der Kirchenkreisverwaltung beschäftigt. Ihr Auftrag: aufarbeiten, was in Folge der Umstellung auf die Doppik liegen geblieben ist, das sind vor allem Vorgänge aus den Jahren 2015 und 2014.

Vier Arbeitskräfte sollen diesen Berg in den kommenden zwei Jahren abtragen, danach soll die Verwaltung das laufende Geschäft selbst wieder im Griff haben. 300.000 Euro stellte die Synode für diese vier befristeten Arbeitsplätze zur Verfügung.

Weiter in die Zukunft reicht ein anderes Vorhaben des Propstes: Im kommenden Sommer will er neue Pastoren einstellen – auf Vorrat. Absehbar sei ein Nachwuchsmangel in dem Beruf; Bergemann will vorsorgen: Im kommenden Sommer will er zwei Stellen, die wegen Elternzeit und langer Krankheit vakant sind, mit jungen Pastoren besetzen. Die Neulinge sollen nicht nur als Vertretung, sondern langfristig im Kirchenkreis bleiben – als erste Maßnahme gegen Pastorenmangel, der für die Zeit ab 2020 prophezeit wird.

Birgit Duškova arbeitet seit anderthalb Jahren als Flüchtlingspastorin im Kirchenkreis Rantzau-Münsterdorf.
Birgit Duškova arbeitet seit anderthalb Jahren als Flüchtlingspastorin im Kirchenkreis Rantzau-Münsterdorf. Foto: Roolfs

Für 2017 kündigte Thomas Bergemann zwei neue Vorhaben an. Jede Kita soll ein eigenes Schutzkonzept zur Gewaltprävention entwickeln. „Das ist sehr aufwändig“, ahnte der Propst voraus. Außerdem will er ein betriebliches Gesundheitsmanagement einführen. In Zusammenarbeit mit Krankenkassen und Berufsgenossenschaft will der Kirchenkreis besser auf die Gesundheit seiner Angestellten achten. 2017 sollen in zwei Kitas Pilotprojekte dazu starten.

„Ich war fremd und obdachlos und ihr habt mich aufgenommen“, diese Worte legt der Evangelist Matthäus Jesus in den Mund: die Gastfreundlichkeit als Kriterium für Christen, das ewige Leben zu genießen. Aus dieser Haltung begründet Birgit Duškova ihre Arbeit. Sie ist seit anderthalb Jahren Flüchtlingspastorin im Kirchenkreis Rantzau-Münsterdorf. Der Kreis war einer der ersten, die eine solche Stelle selbst finanzierten – das lobte Duškova am Sonnabend in Elmshorn als „sehr prophetisch“.

Duškova berichtete den Synodalen von ihrer Arbeit und betonte: „Die Flüchtlingskrise hat sehr Gutes in Menschen geweckt.“ Aber sie benannte auch die andere Seite: Populismus und die Manipulation von Ängsten. „Man kann die Begegnung suchen oder auch fürchten“, befand Duškova.

Die Pastorin bezog sich auf das Alte Testament: In der Begegnung mit dem Fremden lerne jeder etwas über sich selbst. Als Beispiel nannte sie die Beobachtung, dass syrische Familien „wahnsinnig zusammenhalten“ – was auf die Brüche in der eigenen Familiengeschichte aufmerksam mache. „Der Teil der Bildungsarbeit muss größer werden“, forderte Duškova: „Menschen verstehen diese Welt nicht“. Dieses Nichtverstehen führe dazu, dass „der Spuk“ größer werde – sprich: die Fremdenfeindlichkeit.

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erstellt am 14.Nov.2016 | 16:00 Uhr

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