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Barmstedter Zeitung

06. Dezember 2016 | 11:10 Uhr

Bahnhof Dauenhof : Der Kaufvertrag ist unterzeichnet

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Gestern unterzeichnete der ortsansässige Unternehmer Kay Sierk den Kaufvertrag für das Backsteingebäude, das sich bislang im Besitz der Deutschen Bahn befand.

Westerhorn | Alle Westerhorner, die in den vergangenen Monaten um den Erhalt des historischen Bahnhofgebäudes gekämpft haben, können aufatmen. Gestern unterzeichnete der ortsansässige Unternehmer Kay Sierk den Kaufvertrag für das Backsteingebäude, das sich bislang im Besitz der Deutschen Bahn befand. Damit sind auch die Abrisspläne der Bahn endgültig vom Tisch. „Ich bin froh, dass nun das monatelange Ringen um die Erhaltung ein glückliches Ende gefunden hat“, sagt Sierk und bedankt sich bei der Bahn für das Entgegenkommen.

Lange hatte es so ausgesehen, als kämen alle Rettungsversuche für den Bahnhof zu spät. Zu Kaufverhandlungen kam es erst im September, nachdem Sierk der Bahn ein umfassendes Konzept für die Erhaltung sowie Lösungen für den sicheren Bahnbetrieb vorgelegt hatte. In die Diskussion um Abriss oder Erhaltung hatten sich engagierte Bürger, Politiker und schließlich sogar die DB-Konzernspitze eingeschaltet. Abgerissen wird nun lediglich der Teil, in dem vor kurzem noch die Schrankenwärter saßen. Losgehen soll es schon am kommenden Mittwoch.

„Den Abriss bezahle ich, die Arbeiten wird die Baufirma Ernst Karl übernehmen“, kündigt Sierk an. Damit die Bagger gefahrlos an das Gebäude kommen können, wird von Mittwoch bis Freitag aller Voraussicht nach die Bahnhofstraße zumindest zeitweilig gesperrt werden. Die Bahn wird die Sicherung entlang der Bahngleise übernehmen. Anschließend plant Sierk, „erstmal den Verfall des Bahnhofsgebäudes zu stoppen.“ Noch in diesem Jahr will er die Schäden am Dach ausbessern lassen.

Zum Kaufpreis möchte Sierk keine konkreten Angaben machen. „Es ist ein angemessen günstiger Betrag“, umschreibt er die Summe. Der Westerhorner hatte zuvor bereits die benachbarte Bahnhofsgaststätte erworben und plant einen lebendigen Ortskern mit grünem Warenhaus, Geschäften und Wohnungen. „Bahnhof und Gasthof passen toll zueinander“, findet Sierk. „Mit dem Bauernhaus von Heinz-Jürgen Wischmann bilden sie ein Ensemble aus der Entstehungszeit Dauenhofs im 19. Jahrhundert. Da kann etwas ganz Schönes draus werden.“

Zufrieden äußerte sich auch der Sprecher der Deutschen Bahn, Egbert Meyer-Lovis: „Für uns hatte das Gebäude keine Funktion mehr. In das Konzept des Erwerbers passt es hinein und wird sicherlich zu einer weiteren Umfeldverbesserung der Station Dauenhof beitragen.“ Alle wichtigen technischen Fragen des Miteinanders von ehemaligem Bahnhof und aktuellem Bahnbetrieb seien in dem Vertragswerk fair geregelt worden.

Im Mai dieses Jahres waren Pläne der Deutschen Bahn öffentlich bekannt geworden, nach denen der Bahnhof in Dauenhof Ende Oktober abgerissen werden soll. Eine Handvoll Bürger kämpfte mit Unterstützung der örtlichen und regionalen Politik um die Keimzelle der heutigen Gemeinde Westerhorn aus dem Jahre 1847. Unternehmer Kay Sierk aus der Gemeinde legte ein Nutzungskonzept vor und machte der Bahn ein Kaufangebot. Nach anfänglichen Absagen, zahlreichen Briefen und Gesprächen signalisierte die Bahn Mitte August  Interesse an einer Konsenslösung. Mitte September dann der endgültige Durchbruch: Der Bahnhof Dauenhof ist gerettet: Die Deutsche Bahn wird das  von 1847 und 1901 stammenden backsteinerne Bahnhofsgebäude nicht abreißen.
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erstellt am 21.Okt.2016 | 13:00 Uhr

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