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Barmstedter Zeitung

07. Dezember 2016 | 23:10 Uhr

Diamantene Hochzeit : Das große Glück wartete in Barmstedt

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

60 Jahre: Elsbeth und Wilhelm Villwock feiern Diamantene Hochzeit. Beide kamen in der 1940er-Jahren aus Pommern.

Barmstedt | Seit 60 Jahren gehen sie gemeinsam durch dick und dünn und haben Tiefen und Höhen erlebt. Heute feiern Elsbeth (79) und Wilhelm Villwock (81) aus Barmstedt ihre Diamantene Hochzeit. Die Nachbarn haben bereits den Kranz für die Haustür gefunden. Groß gefeiert wird aber erst am Sonnabend. Kennengelernt haben sich die beiden Barmstedter bei einem Tanzvergnügen im ehemaligen Waldschlösschen. Ein Jahr später wurde geheiratet. Wilhelm lernte sein Handwerk beim Schuhmachermeister August Storjohann und war dann als Abteilungsleiter in der Schuhfabrik Gabor tätig. Seine Frau arbeitete bei Schnelle (Papierverarbeitung) und Kopitschke (Schuhfabrik), dann als Näherin im Barmstedter und später im Elmshorner Krankenhaus.

Mit ihren drei Kindern zogen die Villwocks zeitweise für sieben Jahre nach Österreich, wo Wilhelm Villwock für Gabor arbeitete. Wieder in Barmstedt, arbeitete Villwock bei der Firma Kuhlke. Seit geraumer Zeit genießen die beiden nun ein ausgefülltes Rentnerdasein. Wichtig ist den beiden der Familienzusammenhalt und der Kontakt zu den drei Kindern, fünf Enkeln und vier Urenkeln.

Elsbeth Pollert wuchs in Danzig auf. Im Alter von sieben Jahren flüchtete sie 1945 mit der Familie mit wenigen Habseligkeiten in einem kleinen Ziehwagen im Treck und streckenweise per Bahn gen Westen und landete in Harburg. Über Oststeinbek gelangte sie 1948 nach Barmstedt. Ihr Vater arbeitete als Böttcher in der Fassfabrik Jost auf dem Gelände der damaligen Brauerei.

Wilhelm Villwock lebte bis 1946 in Sydow im Kreis Schlawe in Pommern. Im Alter von zwölf Jahren musste seine Familie Haus und Hof verlassen. Das Haus wurde konfisziert, ebenso die Kuh, die sie besaßen. „In einer Nacht- und Nebelaktion flüchteten wir nach Neu Stettin und kamen mit einem Viehtransporter in Lübeck an“, erinnert er sich. In seine ehemalige Heimat sowie zu dem Haus, in dem er aufwuchs, ist er immer wieder mit seiner Frau und den Töchtern gefahren. „Wir waren nicht nur einmal dort, und es entwickelten sich Freundschaften mit den polnischen Bewohnern“, sagte er.

Als die Kirche in Sydow restauriert wurde, lud ihn der Bischof von Köslin zum Dorffest in Sydow ein. „Das ganze Dorf hat gefeiert. Es waren auch noch mehr Leute dort, die damals in den Westen geflüchtet waren. Aber gemeinsam waren wir alle Sydower“, sagt er freudestrahlend über die Gastfreundschaft. Auch Danzig besuchten sie. „Mein Elternhaus steht nicht mehr, aber die Kirche, in der ich getauft wurde“, so Elsbeth Villwock. Ein katholischer Priester habe ihr angeboten, sie in der Kirche herumzuführen. Reisen ist für die beiden unabdingbar. Gern mit dem BMTV, in dem sie Mitglied sind. Gesehen haben sie viele idyllische Gegenden in Deutschland und den umliegenden Ländern. „Am Haus machen wir viel selbst, auch den Garten halten wir in Schuss“, so die Villwocks.

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erstellt am 11.Aug.2016 | 16:30 Uhr

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