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Barmstedter Zeitung

23. März 2017 | 15:31 Uhr

50 Jahre Wählergemeinschaft : Bullenkuhlen schrittweise entwickeln

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Seit rund 50 Jahrzehnten ist die Bullenkuhlener Wählergemeinschaft (BWG) mit großem Engagement für das Dorf aktiv.

Vor etwa 50  Jahren wurde die Bullenkuhlener Wählergemeinschaft (BWG) gegründet, die seitdem die Geschicke der Gemeinde leitet. Anlass bot die Tatsache, dass sich nicht mehr genügend Kandidaten für die damals im Gemeinderat vertretenen Parteien SPD und CDU zur Verfügung stellten. Die Gründungsversammlung fand Ende 1965 in der Gaststätte „Harbeck“ statt, in der auch heute noch das Kommunalparlament und die Ausschüsse tagen. Die erste Aufstellung der BWG-Kandidaten erfolgte für die Kommunalwahl 1966.

„Nach wie vor ist es ja so, dass unsere neun Gemeindevertreter verschiedenen Parteien angehören“, erläuterte Bürgermeister Willi Hachmann im Gespräch mit dieser Zeitung. „Die Wählergemeinschaft, der sie angehören, ist auf den Ort beschränkt. Sie verfügt über keine Dachorganisation.“ Die Motivation der Gemeindevertreter, sich politisch zu engagieren, ist leicht erklärt: Sie möchten die Gemeinde in kleinen Schritten weiterentwickeln und sie für sich, ihre Familien und alle anderen attraktiv und lebenswert gestalten.

Das gilt natürlich auch für Bürgermeister Willi Hachmann, der in Bullenkuhlen geboren und aufgewachsen ist. Er stellt fest, dass man keinen Stillstand, sondern Entwicklung wolle – und diese sei in „seiner“ Gemeinde festzustellen. Eine große eigene Feier anlässlich des 50-jährigen Bestehens der 90 Mitglieder starken Wählergemeinschaft gibt es nicht. Höchstwahrscheinlich werden im Rahmen des Dorffestes am 1. Juli Stellwände im Feuerwehr-Gerätehaus aufgestellt mit Fotografien und Berichten, die die Geschichte der BWG widerspiegeln. Gleichzeitig wird der 40. Geburtstag des Vereins „Jugend und Spiel“ und der 30. des Spielplatzes gefeiert. Außer dem „Alltagsgeschäft“, das nun einmal dazugehört, befassten sich die BWG-Gemeindevertreter in den vergangenen 50 Jahren mit einigen großen Themen beziehungsweise Projekten.

Dazu gehörte beispielsweise der Ausbau des Straßennetzes (Wege/Spurbahnstraßen), der nach und nach vollzogen wurde. Dafür standen Mittel aus dem „Grünen Plan“ zur Verfügung. Profitiert haben davon insbesondere die örtlichen landwirtschaftlichen Betriebe und Baumschulen. „Es war auch die Zeit, in der die Dorfdurchgangsstraßen zu Kreisstraßen ausgebaut wurden“, ergänzt Hachmann. Vergeblich kämpfte die Gemeindevertretung für den Erhalt der einklassigen Schule, die noch eine Zeit lang als Grundschule weiterlebte, bevor sie Ende der 1970er-Jahre geschlossen wurde: Stetig sinkende Schülerzahlen ließen keine andere Wahl zu. Das Gebäude diente anschließend als Jugendtreff, musste aber 1980 aufgrund seines Zustandes abgerissen werden.

Ebenfalls in die 1980er- Jahre fällt die Erneuerung des Feuerwehrgerätehauses. „Wir hatten ein neues Fahrzeug angeschafft, für das im alten Haus kein Platz war“, erklärt der Bürgermeister. Ein besonderes Projekt, das allen Gemeindevertretern am Herzen lag, war die Schaffung eines Dorfgemeinschaftshauses, das 1996 verwirklicht wurde. Damit verfügt Bullenkuhlen über ein in seiner Bedeutung nicht zu überschätzendes Zentrum für seine gesellschaftlichen und kulturellen Aktivitäten.

Ein weiterer wichtiger Meilenstein, den die Gemeindevertretung setzte, war die Gründung des Wasserverbandes Eekholter Au, der für die Trinkwasser-Ausbaumaßnahmen verantwortlich zeichnete. Nachdem er diese beendet hatte, trat die Gemeinde in den Wasserverteilungsverband Rantzau ein. Beim Abwasser entschied sich Bullenkuhlen für eine dezentrale Lösung, weil eine zentrale finanziell nicht zu tragen gewesen wäre.

Ein wenig schwierig gestaltete es sich in der Vergangenheit, Bauwilligen entsprechende Grundstücke zur Verfügung zu stellen: Das geschah nur in kleinerem Rahmen.

Jetzt allerdings hat die Gemeinde eine verhältnismäßig große Fläche (1,3 Hektar) erworben, auf der bis zum Jahre 2025 16 ein- und zweigeschossige Klinker- und Holzhäuser gebaut werden sollen. Dieses Zukunftsprojekt beschäftigt den Gemeinderat aktuell.

Die Bilanz der Wählergemeinschaft beziehungsweise deren Vertreter im Kommunalparlament kann sich sehen lassen: Sie hat es erreicht, Bullenkuhlen zukunftsfähig und attraktiv zu gestalten und gleichzeitig ihren liebenswerten Charakter zu erhalten. Und so fühlen sich Singles und Familien, Jung und Alt, wohl in ihrem Heimatort Bullenkuhlen.

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