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Barmstedter Zeitung

26. Mai 2016 | 10:43 Uhr

Bokholt-Hanredder : Bürger kämpft um Rotbuchen

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Nachbar will 100 Jahre alten Baum auf eigenem Grundstück fällen – doch zwei andere Bäume müssten dann ebenfalls weichen

„Es ist heute viel zu einfach, wertvolle Bäume zu fällen und dadurch einen Schaden anzurichten, dessen Ausmaß nicht unerheblich ist“, sagt Valentino Burgmann, Besitzer der bekannten historischen Villa „Die Burg“ im Bokholter Ortsteil Vossloch. Doch was ist geschehen, das den 69-Jährigen in Rage bringt?

Laut Burgmann möchte ein Nachbar eine etwa 100 Jahre alte Rotbuche auf dessen eigenem Grundstück zeitnah fällen und beseitigen lassen. Als Grund habe er angegeben, dass es ihn sehr störe, wenn durch das Laub der Buche die Dachrinnen seines Hauses verstopft werden. Das Problem: Sollte dieser Baum gefällt werden, muss Burgmann auf seinem direkt angrenzenden Grundstück ebenfalls zwei alte Rotbuchen fällen lassen – ob er will oder nicht. Am Dienstag gab es einen Termin vor Ort, bei dem Vertreter der Denkmalpflege und der Forstbehörde das Villengelände mit den drei Buchen begutachteten. Der Nachbar war dabei nicht anwesend.

„Durch ein Gutachten wurde festgestellt, dass es sich bei diesen Buchen um ein Ensemble handelt, das durch die Verwurzelung untrennbar miteinander verbunden ist“, so Burgmann. Das Gutachten habe er selbst in Auftrag gegeben, als es vor mehreren Jahren hieß, dass von den Rotbuchen wegen Fäulnis eine Verkehrsgefährdung entlang des Durchgangs „Haases Park“ ausginge. Doch diese Befürchtung wurde durch das Gutachten eindeutig verworfen. Derzeit ist der Weg entlang des Grundstücks der Villa allerdings durch das Amt Rantzau geschlossen worden, weil das Sturmtief „Xaver“ vor Kurzem einen bestehenden Riss in einer der Burgmannschen Rotbuchen verstärkt hat und somit aus Sicht des Amts eine Gefährdung bestehe.

Das Argument, dass somit das Fällen insgesamt doch sinnvoll wäre, wehrt Burgmann ab. „Der Baum ist bereits fachmännisch gesichert worden und wird gegebenenfalls durch einen Stahlbolzen so befestigt, dass die Gefahr eindeutig beseitigt ist“, betont Burgmann, der mittlerweile auch beim Kreis Pinneberg um Unterstützung bat. Immerhin: Laut seiner Auskunft zeigt man vor allem bei der Unteren Naturschutzbehörde ein großes Interesse an der Problematik. Auch der Denkmalschutz, bei dem die „Villa“ als wertvolles Kulturdenkmal seit vielen Jahren bekannt ist, habe ein Mitarbeiter die Ohren gespitzt. „Die Überlegungen ziehen das Gesamtambiente rund um die Villa mit ein. Es sind ja vor allem die großen alten Bäume, die dem engen Rahmen der Villa einen parkähnlichen Charakter verleihen und damit auch das Haus optisch sehr aufwerten“, betont Burgmann, der den Kampf um die Bäume nicht aufgeben will. Mehr noch: Er bietet seinem Nachbarn für dessen Rotbuche sogar eine Patenschaft an. „Ich bin bereit, die Kosten für die Pflege des Baumes sowie für etwaige Reinigungsmaßnahmen der Dachrinnen seines Hauses zu übernehmen. Hauptsache ist, dass das Baum-Ensemble gerettet werden kann“, so Burgmann.

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erstellt am 16.Jan.2014 | 12:00 Uhr

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