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Barmstedter Zeitung

08. Dezember 2016 | 07:08 Uhr

Barocker Zauber auf der Schlossinsel

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

konzert Simone Eckert konzertiert inmitten der Ausstellung „Holztheater“

Auf der Barmstedter Schlossinsel am Rantzauer See, genauer gesagt in der dortigen Galerie Atelier III, wird für Sonntag, 13. November, ein besonderes Kulturereignis vorbereitet - und zwar ein Event, das holzbildhauerische Kunst und konzertante Musik miteinander verschmelzen lässt.

„An diesem Vormittag wird es ein Konzert mit alter Musik geben, in deren Mittelpunkt die Viola da gamba stehen wird“, erklärt Galeristin Karin Weißenbacher. Im Klartext: In der laufenden Kunstausstellung „Holztheater“ inmitten der bunten Arbeiten des Lübecker Künstlers Peer Oliver Nau wird die Musikerin Simone Eckert auftreten. „Der Dialog von bildender Kunst und der Musik steht dabei im Vordergrund. Die Künstlerin wird zu den Stücken, die sie mit ihrer Viola da gamba, einem Instrument aus dem Jahr 1685, spielen wird, Erläuterungen geben, so dass wir ein überaus unterhaltsames wie informatives ,Gesprächskonzert’ erwarten dürfen“, so Weißenbacher weiter. Welche Werke dabei genau erklingen werden, stehe noch nicht fest. Auf alle Fälle werden es Solostücke alter Meister aus der Barock-Ära sein.


Revolutionär in der Musikgeschichte


„Als seltsam geformte, schiefrunde Perle wurde der Barock anfänglich diskreditiert, obgleich das Bild aus heutiger Sicht voller Poesie ist. Sich im Spannungsfeld zwischen Lebenslust und Todesangst bewegend, zeigt die Barockzeit ihre schöpferische Kraft vor allem in der Musik“, erklärt Simone Eckert. Mehr noch: revolutionär in der Musik des 16. bis 18. Jahrhunderts sei der musikalische Ausdruck der Affekte, das heißt aller menschlichen Emotionen. 1636 beschreibt der Musikschriftsteller Marin Mersenne dies in seinem Werk „Harmonie Universelle“ so treffsicher für die Viola da gamba: „Ihr Bogen hat einen ebenso langen Zug wie der normale Atem der Stimme, von welcher er Freude, Trauer, Beweglichkeit, Süße und Kraft nachahmen kann.“


Erste Werke bereits um 1550


Die Viola da gamba, in Europa das bevorzugte Streichinstrument von der Renaissance bis zum Barock, war besonders hochgeschätzt in den Fürsten- und Königshäusern. Viele Monarchen oder ihre Kinder spielten selbst Gambe, wie zum Beispiel Heinrich VIII., August der Starke oder die Töchter von Ludwig XV.. Durch ihre Anregung entstanden unzählige Kompositionen für dieses Instrument. Die früheste Solomusik entstand um 1550 – schon 130 Jahre bevor es überhaupt Solomusik für Cello gab.

Simone Eckert, Jahrgang 1966, studierte bereits als Schülerin und Abiturientin Viola da gamba an der Musikhochschule in Hamburg. Seit ihrem Diplom für Alte Musik an der Schola Cantorum Basiliensis 1990 lebt sie in Ellerhoop und arbeitet als Gambistin, als künstlerische Leiterin, Agentin und Managerin ihres Ensembles Hamburger Ratsmusik, als Musikwissenschaftlerin, Herausgeberin von neu entdeckter Musik für Viola da gamba und Musikpädagogin in und um Hamburg. 2006 und 2010 wurde sie mit dem Echo-Klassik-Preis ausgezeichnet, 2016 mit dem Ritter-Preis der Oscar- und Vera Ritter-Stiftung. Das etwa 70-minütige Konzert beginnt um 11  Uhr. Der Eintritt kostet 12  Euro. Karten gibt es im Vorverkauf in der Galerie Atelier III, Telefon (0  41  23) 3026.

>galerie-atelier-3-barmstedt.de

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erstellt am 25.Okt.2016 | 16:00 Uhr

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