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Barmstedter Zeitung

10. Dezember 2016 | 05:59 Uhr

„Ich dachte, die kippen das Nest zu“ : Barmstedterin sorgt sich um ein Eisvogelpaar

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Artenschutz in Barmstedt. Das Eisvogelpaar brütet derzeit an der Krückau. Arbeiten am Ufer ruhen bis August.

Barmstedt | Erwachsene, die auf den Erdhügeln herumspringen, die direkt über dem Nest liegen. Kinder, die auf der Böschung vor dem Nesteingang hoch und runter laufen. Ein Enduro-Fahrer, der dröhnend den Weg entlang rast – nur wenige Meter vom Brutplatz des Eisvogels entfernt. „Das geht alles gar nicht“, sagt Melanie Donath. Die Barmstedterin will das Eisvogelpaar, das seit einigen Tagen an der Krückau im Rantzauer Forst brütet, vor rücksichtslosen Spaziergängern, Joggern, Motocrossfahrern, Hundehaltern und Reitern schützen. „Am liebsten würde ich um den Bereich ein Flatterband anbringen“, sagt sie. Da das nicht geht, hat sie zwei Schilder gestaltet und in   der Nähe des Brutplatzes befestigt. „Ich brüte hier! Nehmt Rücksicht! Danke“ steht darauf, neben der Abbildung eines Eisvogels.

Drei Mal am Tag sei sie im Forst im Bereich des Brutplatzes, sagt Donath. „Dann weise ich jeden darauf hin, dass hier Eisvögel brüten und man vorsichtig sein sollte.“ Viele hätten Verständnis, manche seien uneinsichtig. „Ist doch meine Sache, sagen die dann. Oder: Die Vögel stört es doch anscheinend nicht.“ Fast vom Glauben abgefallen sei sie, als vor einigen Tagen „haufenweise Erde hier angefahren und direkt über dem Brutplatz abgeladen wurde. Ich dachte schon, die kippen sie die Böschung runter und den Nesteingang zu.“ Sie setzte alle Hebel in Bewegung, rief bei der Stadt, beim NABU, beim BUND und beim zuständigen Ministerium an. Schließlich habe sie erreicht, dass die Arbeiten bis gestoppt wurden. Die Brut dauere noch zwei bis drei Wochen, so Donath.

Schilder wie dieses weisen auf den Eisvogel hin.
Schilder wie dieses weisen auf den Eisvogel hin. Foto: Meyer

Verantwortlich für die Arbeiten ist der Wasserverband Krückau. Dessen Vorsitzender Karl-Heinz Bonnhoff erklärte auf Anfrage dieser Zeitung, der Verband wolle im Herbst das Ufer befestigen. „Zurzeit ruhen die Arbeiten wegen der Brutzeit des Eisvogels. Aber vom 1. August bis zum 30. September können wir weitermachen.“ Die Erde sei bereits angefahren worden, „weil uns die gerade angeboten worden war“.

Der Uferbereich solle mit einer Steinkante stabilisiert werden, erklärte Bonnhoff. „Auch die Stelle, wo der Weg abgebrochen ist. Die ist im Laufe der Jahre immer breiter geworden.“ Auf die Eisvögel werde Rücksicht genommen, versicherte Bonnhoff. „Wir werden ihnen unterhalb der Steinkante extra Zugänge zu ihrem Brutplatz schaffen.“

Der Eisvogel kommt in Teilen Europas und Asiens sowie in Nordafrika und Australien vor. In Deutschland ist er streng geschützt. Er ist 16 bis 18 Zentimeter groß und wiegt 35 bis 40 Gramm. Auffallend ist sein oranges und auf der Oberseite blau schillerndes Gefieder.
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erstellt am 04.Mai.2016 | 13:00 Uhr

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