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Barmstedter Zeitung

04. Dezember 2016 | 02:55 Uhr

Polizei eingeschaltet : Barmstedter wehrt sich gegen Betrüger

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

„Darf ich gleich vorbeikommen?“: Bruno Balzer erhielt vor Kurzem einen kuriosen Anruf.

Barmstedt | Ein merkwürdiger Telefonanruf, ein angeblicher Verwandter und eine ungewöhnliche Bitte: Damit ist der Barmstedter Bruno Balzer vor Kurzem konfrontiert worden. Der 77-Jährige erhielt einen kuriosen Anruf – ähnlich dem Enkeltrick – und schaltete schnell. Zusammen mit seinem Sohn verständigte er die Barmstedter Polizei.

Als Balzer vor Kurzem einen Anruf entgegennahm, fragte ihn eine Stimme, ob er ihn nicht erkenne. „Wer bist Du denn?“, fragte Balzer verwundert zurück, denn die Stimme kam ihm fremd vor. „Ich bin doch Verwandtschaft“, antwortete der Unbekannte. Balzer hatte in der Presse vom Enkeltrick gelesen und ließ sich auf das Spiel ein. „Ach, du bist der Torsten“, sagte er. Die Zustimmung kam prompt. „Jetzt wusste ich, dass der etwas im Schilde führte, denn die Stimme von meinem Verwandten Torsten kenne ich genau“, sagt Balzer.

Der sogenannte Torsten erzählte ihm von einem Projekt in Quickborn, zu dem er mit Balzer gemeinsam fahren wolle. „Ich will es dir zeigen, aber erzähle es niemandem, es ist noch nicht spruchreif“, so der Anrufer geheimnisvoll. Balzer erklärte ihm, dass er ihn finanziell nicht unter-stützen könne. „Nein, wir wollen nur gucken. Darf ich gleich vorbeikommen?“, fragte der Anrufer.

Balzer gab seine Zustimmung und rief seinen Sohn an, der wiederum sofort die Barmstedter Polizei benach-richtigte. Die handelte schnell, parkte den Wagen außer Sichtweite und bezog Posten in Balzers Wohnung. Aber der vermeintliche Torsten kam nicht. „Ich vermute, der hat bei dem Telefonat mit mir schon in meiner Umgebung gestanden und die Polizisten gesehen“, sagt Balzer. Weiter vermutet er, dass der Anrufer im Dialog mit ihm sehr wohl Geld haben wollte.

„Diese Art Telefongesprä-che verzeichnen wir bun-desweit“, sagt Polizeisprecher Nico Möller. „Die Betrüger suchen sich Menschen mit Vornamen älterer Generationen aus den Telefonbüchern heraus.“ Senioren seien weniger misstrauisch als Jüngere. „Der Fantasie der Betrüger sind keine Grenzen gesetzt“, so Möller. In den meisten Fällen geben sie sich als Enkel aus, die dringend Geld benötigten. Manchmal verschafften sie sich mit einem Anruf die Erlaubnis zum Betreten der Wohnung, um auszuspionieren, ob etwas Lohnendes zu stehlen sei.

Wieder andere Betrüger tarnten sich auch als Handwerker, die schnell und günstig etwas am Haus reparieren wollen, oder als Mitarbeiter von etwa Stadtwerken, um angeblich Wasseruhren abzulesen und tatsächlich etwas stehlen wollen. „Wichtig ist, dass die Opfer sich umgehend bei der örtlichen Polizei oder an das Sachgebiet Prävention der Polizeidirektion Bad Segeberg unter der Nummer (0 45 51) 8 84 21 41 wenden“, sagt Möller. Selbst, wenn die Täter nicht erwischt würden, seien diese Anrufe wertvoll für die Polizei. „Wir wissen dann, in welchem Gebiet die Betrüger gerade aktiv sind und können über die Medien Warnmeldungen herausgeben“, so Möller.

Wenn jemand festgenommen werde, könnten aufgrund der gemeldeten Fälle vielleicht weitere aufgeklärt werden. „Das verschafft den Opfern ein wenig Sicherheit“, so Möller. Wer also bei einem Anruf misstrauisch wird, sollte entweder einfach auflegen und den Anruf der Polizei melden oder auf den Betrüger eingehen und eben-falls umgehend die Polizei benachrichtigen, um den Täter zu erwischen.

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erstellt am 22.Aug.2016 | 20:00 Uhr

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