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Barmstedter Zeitung

07. Dezember 2016 | 09:42 Uhr

Klimaschutz : Barmstedt soll mehr Energie sparen

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Die Verwaltung soll Mitarbeiter für das Programm ,Energieeffiziente Kommune’ freistellen. Die CDU votiert dagegen.

Barmstedt | Wie viel Energie verbraucht die Stadt Barmstedt, und wie kann der Verbrauch gesenkt oder die Energie effizienter genutzt werden? Antworten auf diese Fragen soll das Programm ,Energieeffiziente Kommune’ geben, an dem die Stadt sich ab Oktober beteiligen wird. Gegen die Stimmen der CDU hat der Hauptausschuss am Dienstag beschlossen, in der Verwaltung einen Mitarbeiter für vier bis acht Stunden pro Woche dafür freizustellen, die Klimaschutzziele zu erarbeiten und umzusetzen.

Mit der Teilnahme an dem von der Landesregierung initiierten Programm könne Barmstedt eine „Vorreiterrolle“ einnehmen und möglichen Vorschriften „von oben“ zuvorkommen, hatte Referent Jörg Rudat, Innovationsmanager der Hanse-Werk, den Politikern in einem Vortrag erläutert. Das Land habe sein Energieeinsparziel von 20 auf 40 Prozent bis 2020 verdoppelt, „und der Druck auf die Kommunen steigt“.

Wesentliche Bereiche, in denen sich Einsparpotenzial finden lasse, seien die öffentlichen Gebäude und Straßenbeleuchtung sowie die Bereiche Wärme und Verkehr. „Sie könnten sich zum Beispiel überlegen, ob und wie sie die Abwärme der Meierei nutzen können“, sagte Rudat. Ein großer Komplex sei in vielen Kommunen die Gebäude. „Wissen Sie, wie viel Energie ihre Sporthalle verbraucht?“, fragte Rudat. Das könne nur eine genaue Analyse zeigen. Zudem könne es sinnvoll sein, Bürger zum Umstieg aufs Fahrrad zu animieren und bei allen Nutzern öffentlicher Gebäude – zu denen auch Schüler und Lehrer gehörten – ein nachhaltiges Bewusstsein fürs Stromsparen zu entwickeln. „Die Wirkung solcher Projekte, die wir ja hatten, war oft nach ein paar Wochen verpufft“, stellte der Ausschussvorsitzende Peter Gottschalk (FWB) fest. Zudem herrsche noch zu oft die Einstellung vor: „Das zahlt ja eh die Stadt.“

Fragen nach dem Sinn

Er könne den Sinn des Programms nicht erkennen, sagte Hauke Johannsen (CDU). „Die Beleuchtung stellen wir gerade um, der Fuhrpark wurde 2015 überprüft, und bei den Gebäuden machen wir das doch auch laufend. Auch das mit der Meierei-Abwärme wird geprüft“, sagte er und resümierte: „Unser Sparpotenzial ist schon gut ausgeschöpft, und das Ergebnis würde in keinem Verhältnis zum Aufwand stehen.“ Die dafür benötigten Personalstunden „sollte man besser nutzen, um die Überstunden in der Verwaltung abzubauen“. Günter Thiel (BALL) gab zu bedenken, „die großen Würfe erfolgen nicht in den Kommunen“.

Die Befürworter des Projekts hielten dem entgegen, bislang sei „immer nur punktuell etwas gemacht worden. Wir brauchen aber eine Systematik, sonst verzettelt man sich“, sagte Marina Quoirin-Nebel (Grüne). Dazu gehörten eine gründliche Bestandsaufnahme und eine engere Zusammenarbeit mit den öffentlichen Einrichtungen wie Schulen und Kitas, „um da Verhaltensänderungen zu bewirken. Das würde sich lohnen“, meinte sie. Stadtwerke-Geschäftsführer Fred Freyermuth ergänzte, bei den Stadtwerken habe das vor Kurzem aufgebaute Energiemanagement „den Blick geschärft und uns weitergebracht“. Wünschenswerte sei allerdings noch „ein Ansprechpartner in der Verwaltung“. Letztlich stimmten sechs Ausschussmitglieder für die befristete Teilnahme. Zwei CDU-Vertreter votierten dagegen, Ernst-Reimer Saß (CDU) enthielt sich.

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erstellt am 08.Sep.2016 | 12:15 Uhr

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