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Barmstedter Zeitung

25. August 2016 | 23:56 Uhr

SPD ist sich sicher : Barmstedt muss wachsen

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Die Sozialdemokraten wollen im Norden der Stadt 2400 Neubürger und Gewerbe ansiedeln. Weitere Idee: Ein neuer Markt am Sonnabend.

Barmstedt | 2400 Neubürger: So viele müsste Barmstedt anlocken, um die Einnahmesituation merklich zu verbessern, hat die örtliche SPD ausgerechnet. Während der öffentlichen Mitgliederversammlung stellte Roman Knopik die Zahlen vor, die der Arbeitskreis für Finanzen und Stadtentwicklung erarbeitet hat. Um den Zuwachs um immerhin fast ein Viertel der jetzigen Einwohnerzahl zu erreichen, müsste die Stadt fünf neue Wohngebiet ausweisen, so Knopik – alle im Norden in Richtung Lutzhorn, „denn nur dorthin kann Barmstedt sich entwickeln“.

Drei der von der SPD vorgeschlagenen Baugebiete würden sich im Osten der Lutzhorner Landstraße befinden und nördlich des Friedhofs beginnen. Zwei weitere wären im Westen und schlössen sich im Norden an den Galgenberg an. Insgesamt würde es sich um 64 Hektar Bauland handeln, so Knopik. „Es könnte mit Einzel-, Reihen-, Doppelhäusern bebaut werden. Zusätzlich brauchen wir aber auch Wohnblöcke.“ Insgesamt könnten so 2400 Neubürger Platz finden – die der Stadt laut Knopiks Rechnung etwa 1,07 Millionen Euro Grundsteuer in die Kasse spülen würden.

Doch allein mehr Bürger würden nicht reichen, um die Haushaltssituation nachhaltig zu verbessern, meint die SPD. Da Steuererhöhungen „abschreckend“ und Einsparungen nur „mit drastischen Maßnahmen“ zu erreichen seien, bliebe nur noch die Ansiedlung von Gewerbe. Dazu hat die SPD drei Gebiete ins Auge gefasst, die sich südlich an Lutzhorn anschließen und an die K2 und die K18 grenzen. „Zusammen wären das rund 250 Hektar“, so Knopik. Das Mehr an Gewerbesteuereinnahme könnte im günstigsten Fall etwa 3,7 Millionen Euro betragen – „im negativen Fall wäre es die Hälfte“.

Um die Ziele umzusetzen, „müssen wir endlich mal Gas geben“, mahnte Fraktionschef Hans-Christian Hansen. Die Barmstedter Bevölkerung werde immer älter, und die Stadt liege mit ihrer Steuer- und Finanzkraft pro Einwohner im Landesvergleich am unteren Ende. „Da müssen wir gegensteuern.“ Andere Städte im Kreis Pinneberg – etwa Tornesch, Elmshorn und Wedel – wiesen ein Bau- und Gewerbegebiet nach dem nächsten aus. „Sie machen es uns vor, und wir schlafen“, sagte Knopik.

Zurzeit hat Barmstedt 22 Millionen Euro Schulden, das Defizit beträgt 4,2 Millionen Euro. Die Einnahmen liegen bei knapp 17 Millionen Euro. Sollten die Ziele der SPD im Jahr 2020 Wirklichkeit sein, könnten sie  im positivsten Fall um 7,5 Millionen auf 24,5 Millionen Euro steigen. Im negativen Fall würden sie  um 3,7 Millionen auf dann 20,7 Millionen Euro steigen. Das hat der Arbeitskreis ausgerechnet.

Ortsvereinschef Stefan Bolln wies auf die zunehmende Wohnungsknappheit in Barmstedt hin. „Es drängen Leute vom Land zu uns und aus Hamburg, denen es dort zu teuer ist.“ Das sei vor zwei Jahren noch nicht erkannt worden. „Da hat es noch geheißen: Neue Wohnungen? Brauchen wir nicht. Jetzt werden wir von der Entwicklung überholt.“ Die Stadt müsse auch bezahlbare 40, 60 oder 80 Quadratmeter große Wohnungen ausweisen, so Bolln. Manchen Barmstedtern seien schon die jetzigen Mieten zu hoch.

Zwei weitere Ideen der Sozialdemokraten, um die Stadt attraktiver zu machen: ein Konferenzhotel auf der Lillschen Wiese am Rantzauer See bauen und einen Wochenmarkt am Sonnabend einführen. Bei den Vertretern der anderen Barmstedter Fraktionen, denen der Arbeitskreis die Präsentation vorgestellt hatte, seien die Ziele grundsätzlich auf positive Resonanz gestoßen, sagte Hansen. Jetzt gelte es, die Diskussion in den Ausschüssen voranzutreiben.

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erstellt am 15.Sep.2015 | 10:00 Uhr

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