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Barmstedter Zeitung

10. Dezember 2016 | 07:57 Uhr

Hoffen auf das Ja vom Ministerium : Arbeitsgemeinschaft Stolperstein darf Grabsteine verlegen

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Land und Kirchengemeinde genehmigen sechs Grabsteine. AG Stolperstein will sechs weitere verlegen.

Barmstedt | Große Freude bei der Barmstedter Arbeitsgemeinschaft (AG) Stolperstein: Sie darf auf dem Friedhof sechs Grabsteine zum Gedenken an in Barmstedt verstorbene Zwangsarbeiter-Kinder verlegen. „Das haben das Archäologische Landesamt und die hiesige Kirchengemeinde genehmigt“, berichteten Lucian Bucke und Helmut Welk. Seit mehr als zwei Jahren kämpft die AG darum, die Steine verlegen zu dürfen. Wobei die sechs erst die Hälfte sind: Für weitere sechs – die an erwachsene Zwangsarbeiter in Barmstedt erinnern sollen – steht die Genehmigung noch aus.

„Wir brauchen dafür die Zustimmung des Kieler Innenministeriums, das für Kriegsgräber zuständig ist“, erklärte Welk. Die Gräber der Kinder dagegen gelten nicht als Kriegsgräber, weil sie in Deutschland von russischen oder polnischen Müttern geboren worden seien, erläuterte Bucke. „Sie fallen unter den Denkmalschutz.“

Die Kirchengemeinde habe ihre Zustimmung für die Kindergräber während der jüngsten Gemeindeversammlung gegeben, sagte Welk. Bei den Grabsteinen für die Erwachsenen gebe es jedoch Zögern. „Es hieß immer, dass die Namen ja bereits auf unserem Gedenkstein stehen.“ Das sei zwar richtig, sagte Bucke. „Aber uns ist es wichtig, jeden einzeln zu würdigen.“ Zudem würde auf der Rasenfläche zwischen der Gedenktafel und dem Gedenkstein eine zusammenhängende Grabstätte geschaffen. „Es wäre der erste Ort in Barmstedt, der an die Geschichte der Zwangsarbeiter erinnert und öffentlich zugänglich wäre“, sagte Bucke. Die Kirche habe sogar – nach langem Hin und Her – einer Beschilderung zugestimmt.

In der Hoffnung, dass auch das Innenministerium ihr Vorhaben genehmigt, sucht die AG jetzt noch Spenden für drei Grabsteine. Jeder kostet 360 Euro. „Aber man muss keinen kompletten Stein bezahlen; es ist auch jede Einzelspende willkommen“, so Bucke. Für Fragen rund um das Projekt steht er unter der Telefonnummer 04123-3925 zur Verfügung. Welk ist unter 04123-6172 zu erreichen.

Spendenkonto für die Grabsteine: Sparkasse Südholstein, Stichwort: AG Stolperstein, IBAN: DE95230510300510331580.
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erstellt am 25.Mai.2016 | 12:15 Uhr

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