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Barmstedter Zeitung

09. Dezember 2016 | 20:25 Uhr

Grossendorfer Strasse in Barmstedt : Anwohner kämpfen für das Kopfsteinpflaster

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Die Großendorfer Straße soll 2019 ausgebaut werden – Anwohner kämpfen für den Erhalt des historischen Kopfsteinpflasters.

Barmstedt | Die Versorgungsleitungen in der Großendorfer Straße sind seit mehr als 40 Jahren nicht erneuert worden. Das wollen die Stadtwerke und der Abwasserzweckverband (azv) bald in Angriff nehmen. Laut Stadtsprecher Wolfgang Heins ist der Ausbau für 2019 und 2020 vorgesehen. Damit verbunden ist die Erneuerung des Fahrbahnbelags – was bei einige Anwohnern die Alarmglocken schrillen lässt. „Wir wollen unbedingt das historische Straßenbild erhalten“, sagt Jochen Holzhausen, der seit mehr als 20 Jahren an der Großendorfer Straße wohnt. Es wäre „ein Jammer, wenn das Kopfsteinpflaster durch eine Asphaltdecke ersetzt würde. So sieht es in Barmstedt sonst nur noch rund um die Kirche und in der Kampstraße aus.“ Zwar habe die Straße etliche Schlaglöcher, sagt Holzhausen. „Aber wenn die Stadt sie von Zeit zu Zeit ordentlich ausgebessert hätte, hätten wir das Problem jetzt nicht.“

Das Kopfsteinpflaster passe zu den vielen historischen Gebäuden und trage „zum Charme der Stadt“ bei, sagt Holzhausen. Es bewirke zudem, dass Autofahrer nicht so schnell fahren könnten, wie Wolfgang Twisselmann ergänzt. „Das kommt den vielen Kindern zugute, die hier wohnen.“ Auch etliche Schulkinder würde die Großendorfer Straße jeden Tag nutzen, sagt Hauke Wähling. Sollte die Straße asphaltiert werden, fürchten die Anwohner zudem, dass Bürger aus dem Bereich Nappenhorn und den Neubaugebieten am Friedhof sie als Durchgangsstraße nutzen würden.

Eine Veränderung der überwiegend unbefestigten Geh- und Radwege lehnen die Anwohner ebenfalls ab. „Sie sind teilweise in schlechtem Zustand, aber das kann man mit einem etwas besseren Sandbelag hinkriegen“, sagt Holzhausen.

Dass die Leitungen ersetzt werden müssen, sähen sie ein, sagen die Anwohner. Hinterher solle die Fahrbahn „aber wieder mit demselben Pflaster gepflastert werden wie jetzt“, sagt Hauke Wähling. Die Wiederherstellung des ursprünglichen Zustands würde zwar drei- bis viermal so viel kosten würde wie eine Asphaltierung, „weil alles in Handarbeit gemacht werden muss“, sagt Holzhausen. Doch die zusätzlichen Kosten könnten durch Zuschüsse aufgefangen werden, schlagen die Anwohner vor. „In der EU gibt es so viele Fördertöpfe für unnötige Dinge“, meinen sie. „Da könnten unsere Politiker sich mal bemühen, etwas für ihre Stadt zu tun.“ Zur weiteren Entlastung „würden wir die Pflastersteine während der Bauzeit auch auf unseren Grundstücken lagern“, bieten sie an. Und da die Stadt sowieso sparen müsse, sollte sie gleich ganz auf die Planung für den Ausbau verzichten, schlagen die Anwohner vor. „Das würde bestimmt eine fünfstellige Summe sparen.“

Stadtsprecher Heins erklärte, es gebe bisher keine Entscheidung darüber, ob die Straße gepflastert oder asphaltiert werde. Sicher sei nur, dass der Abschnitt zwischen der Austraße und der Bahnunterführung ausgebaut werde. „Das wird zwei Jahre dauern.“ Der azv begründet die Maßnahme damit, dass die Abwasserkanäle baufällig und unterdimensioniert seien. „Vor allem der Regenwasserkanal ist für heutige Verhältnisse zu klein“, so azv-Sprecherin Kathrin Eckert. Die Sanierung sei innerhalb der nächsten fünf Jahre vorgesehen.

Um Unterstützer für ihr Anliegen zu gewinnen, starten die Anwohner eine Unterschriftenaktion. Wer sich dafür einsetzen möchte, dass das historische Pflaster erhalten bleibt, kann das mit seiner Unterschrift bekunden. Eine der Listen wird beim Hoffest am 1. Mai (10 bis 16 Uhr) in Wählings Milchtankstelle, Großendorfer Straße 42, ausliegen.
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erstellt am 26.Apr.2016 | 14:00 Uhr

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