zur Navigation springen

Barmstedter Zeitung

03. Dezember 2016 | 07:55 Uhr

Großspende in Barmstedt : 30.000 Euro für die Kirche

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Die Deutsche Denkmalschutz-Stiftung unterstützt die Instandsetzung der Fenster in der der Barmstedter Heiligen-Geist-Kirche. 2018 wird das Gotteshaus 300 Jahre alt.

Barmstedt | Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz hat 30.000 Euro für die Instandsetzung der elf großen Bleiglasfenster der Barmstedter Heiligen-Geist-Kirche gespendet. Nach dem Einbau der ersten restaurierten Fenster sahen sich Johann Behringer, Leiter des Ortskuratoriums Hamburg der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, und Wolfgang Grandinger vom Ortskuratorium Hamburg vor Kurzem bei einem Ortstermin an, wohin genau das Geld geflossen ist. Pastor Klaus-Dieter Piepenburg begrüßte zudem Ute Preuß vom Kirchenbauamt Itzehoe, Architekt Jan-Peter Witte sowie mehrere Vertreter der Ausschüsse und des Kirchenvorstands.

Die Stiftung konnte den Zuschuss dank der Lotterie Glücksspirale, deren Destinatär sie seit 1991 ist, zur Verfügung stellen. Die Barmstedter Kirche gehört zu den etwa 170 Projekten, die die private Denkmalstiftung in Schleswig-Holstein fördert. Die Stiftung gibt pro Jahr 27 Millionen Euro aus, von denen zwölf Millionen von der Glücksspirale kommen. „Wir möchten unseren Stiftern zeigen, wie ihr Geld angelegt wird“, sagte Behringer. Unterstützt würden Denkmäler, wenn sie gefährdet seien, wenn eine kulturgeschichtliche Bedeutung erkennbar sei und die Denkmalinhaber Engage-ment zeigten. „Die Bedin-gungen sind in Barmstedt gut erfüllt“, war Behringen zufrieden.

Witte gab einen Überblick über die Geschichte des Gebäudes und die Sanierungsarbeiten. „Die zu Pfingsten 1718 geweihte barocke Kirche wird 2018 ihren 300. Geburtstag feiern. Das war die Motivation der Kirchengemeinde für die Grundinstandsetzung“, sagte er. Baugeschichtlich sei interessant, dass der runde Westturm der Vorgängerkirche aus dem 13. Jahrhundert erhalten und lediglich mit Backstein ummantelt wurde. Auch Teile der romanischen Wand an der Westmauer seien erhalten und bei der Sanierung freigelegt worden. Die Fenster stammten vom Ende des 19. Jahrhunderts. Das Bleinetz, das die Verglasung hält, sei nach 150 Jahren spröde geworden und komplett erneuert worden, so Witte.

Die alten Glasscheiben seien speziell gereinigt worden und werden dadurch künftig mehr Licht in die Kirche bringen. Das Eisenwerk der Fenster sei entrostet und neu beschichtet worden. „Die Art der Befestigung der Verglasung ist ungewöhnlich, die Bleifelder sind von außen angebracht“, erklärte Witte. Neu hinzu komme eine Kondensatrinne aus Zink an den Innenseiten. „Vorher ist das Wasser auf den Boden getropft“, so Witte.

Sponsor Johann Behringer (Vierter v. r.) begutachtete mit Vertretern der Kirchengemeinde die Sanierungsfortschritte.
Sponsor Johann Behringer (Vierter v. r.) begutachtete mit Vertretern der Kirchengemeinde die Sanierungsfortschritte. Foto: prange
 

An den Langstreben der Fenster befinden sich Eisenhaken mit Windstangen, die das Glas stabilisieren und zugleich beweglich sind, um geschmeidig mit dem Wind mitzugehen. Witte wies darauf hin, dass die beiden Fenster am Südportal und am Patronatsaufgang mit einem UV-Schutz versehen wurden, der kaum erkennbar sei. „Damit können wir die Bemalung an den Brüstungen des Patronatsstuhls und der Empore schützen“, so der Architekt. Die noch mundgeblasenen Glasteile, die für den UV-Schutz herausgenommen wurden, konnten als Ersatz für kaputte Scheiben bei anderen Fenstern wieder verwertet werden.

Bei der anschließenden Besichtigung des Kirchenschiffs und einem Imbiss äußerten sich die Vertreter der Stiftung lobend über die großen Anstrengungen der Barmstedter Kirchengemeinde, ihr Gotteshaus in Zusammenarbeit mit der Nordkirche und dem Landesamt für Denkmalspflege in neuem Glanz erstrahlen zu lassen. Insgesamt kostet die Sanierung des Kirchenschiffs etwa 610.000 Euro.

Karte
zur Startseite

von
erstellt am 31.Aug.2016 | 12:30 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen