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Barmstedter Zeitung

10. Dezember 2016 | 04:16 Uhr

Als die Feuerwehr noch am Markt war : 200 Besucher beim Vortrag „50 Jahre Barmstedt“

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

In der Aula der Grund- und Gemeinschaftsschule begrüßte der FWB-Vorsitzende Peter Gottschalk knapp 200 Besucher.

Barmstedt | Wie hat sich Barmstedt seit 1966 – dem Gründungsjahr der Freien Wählergemeinschaft (FWB) – verändert? Anlässlich des 50-jährigen Bestehens hatte der Vorstand zu einem Vortrag über dieses Thema eingeladen. In der Aula der Grund- und Gemeinschaftsschule begrüßte der FWB-Vorsitzende Peter Gottschalk knapp 200 Besucher. Peter Steenbuck veran-schaulichte die Entwicklung in Wort und Bild. Das Stadtbild habe sich seit 1966 stark verändert, sagte er. „Ich hätte noch mehr erzählen können.“

„1966 zogen die Freien Wähler nach dem Grundsatz ‚Weil uns Barmstedt am Herzen liegt‘ und vor allem mit der Forderung nach der Errichtung einer großen Sportstätte auf Anhieb mit sieben Vertretern in die Stadtvertretung ein“, begann Steenbuck und zeigte Fotos der damaligen Kandidaten. Ein Raunen ging durch die Aula, als Steenbuck die inzwischen abgerissene Gaststätte „Unverhofft“ zeigte, wo die FWB tagte. 1970 wurde die Sporthalle an der Schulstraße eingeweiht. In den 60er-Jahren hatte der Sportplatz des BMTV noch mitten in der Stadt gelegen, wo heute die Hochhäuser und die Bücherei stehen.

Auch die Forderung der FWB nach einer Schwimm-halle hatte Erfolg: 1979 wurde das Hallenbad eingeweiht. Die Badeanstalt Großendorf war 1974 geschlossen worden. Auch im Wohnungsbau hatte sich viel getan. Steenbuck zeigte den Bau der neuen Wohnblöcke am Weidkamp und an der Schulstraße, die die zu der Zeit herrschende Wohnungsnot lindern sollten. „1966 wurde die letzte Baracke des Flüchtlingslagers abgerissen“, so Steenbuck. Es entstand Wohnraum in der Breslauer und Königsberger Straße. Im gleichen Zeitraum wurde die Pflegestation an der Brunnenstraße eingerichtet, die später zum Seniorenheim und mittlerweile zu Wohnungen umgebaut wurde.

Die Hochhäuser am Holstenring.

Die Hochhäuser am Holstenring.

Foto: BZ
 

Gelächter ertönte, als Steenbuck die alte Müllabfuhr auferstehen ließ, die 1965 von einer modernen staubfreien Abfuhr mit einem geschlossenen Kübelwagen abgelöst wurde. „Vorher wurden einfach Kisten und Eimer mit unsortiertem Müll vor die Türen gestellt“, sagte Steenbuck. Der Müll wurde in den Heeder Tannen abgekippt. „Dort türmten sich auch Schrottautos, und Scharen von Ratten tummelten sich, das war normal“, so Steenbuck. „Ist ja noch gar nicht so lange her“, murmelte ein Zuschauer.

Der Marktplatz mit Blick auf die ehemalige Feuerwache und das Hotel „Barmstedter Hof“.
Der Marktplatz mit Blick auf die ehemalige Feuerwache und das Hotel „Barmstedter Hof“. Foto: BZ
 

In den 60er-Jahren wurden auch, dem Modetrend folgend, ohne Rücksicht auf Fassadenmerkmale Schaufenster vergrößert. Steenbuck zeigte zudem das Entstehen der Selbstbedienung in Läden und der Supermärkte auf. Im ehemaligen Penny-Markt (jetzt Kik) hing eine Werbung für Wäsche ohne Zwickel, was für großes Gelächter im Publikum sorgte.

Das heutige Rathaus.

Das heutige Rathaus.

Foto: BZ
 

Das Straßenbild der Königstraße hat sich im Laufe der Jahrzehnte stark verändert, wie Steenbucks Bilder bewiesen. Für den Bau des Discounters Lidl auf dem ehemaligen Meiereigelände wurden die Häuser von Maler Münster, Freudenthal und Tischler Mohr abgerissen. „Bei Freudenthal standen früher Zinkwannen vor der Tür zum Verkauf“, so Steenbuck. Der Vortrag, den er mit seiner Ehefrau Eva erarbeitet hatte, sorgte für angeregte Gespräche.

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erstellt am 12.Okt.2016 | 16:00 Uhr

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