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Lokales

04. Dezember 2016 | 21:30 Uhr

Förderung : Amt will im großen Stil Energie sparen

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Dank der Aktivregion-Förderung soll in 132 kommunalen Gebäuden Energie gespart werden. Weitere Projekte sind E-Car-Sharing und Schnelllader für Elektroautos.

„Sie ist rege, kreativ und bietet gute Chancen, den ländlichen Raum zu stärken.“ So fasst Niebülls Bürgermeister Wilfried Bockholt die Aktivregion Nordfriesland Nord zusammen. Für das Amt Südtondern gilt dies vor allem für den Bereich „Klimawandel und Energie“, eines von vier Kernthemen der neuen Förderperiode, die von 2014 bis 2020 reicht. Aber auch Vereine, soziale Projekte und der Tourismus sollen von der Aktivregion profitieren – auch im Amt Mittleres Nordfriesland und der amtsunabhängigen Gemeinde Reußenköge, die ebenfalls zur Aktivregion Nordfriesland Nord zählen. „Die Landes-Förderung aus Mitteln des Europäischen Landwirtschaftsfonds (ELER) stellen aber immer nur eine Ko-Finanzierung dar“, sagt Bockholt, Vorsitzender des Vereins Aktivregion Nord. Ein oft erheblicher Anteil der Projektsumme muss der öffentliche oder private Projektträger selbst aufbringen.

Die Fördersumme für eine Schnell-Ladestation für elektrisch betriebene Fahrzeuge in Niebüll beträgt beispielsweise knapp 25  000 Euro, das Gesamtvolumen dieses von den Stadtwerken getragenen Projekts knapp 39  000 Euro. „Individuelle E-Mobilität ist ein Zukunftsthema. Deshalb soll die derzeitige Standard-Ladestation auf dem Parkplatz der VR-Bank noch in diesem Jahr gegen ein Modell der neusten Generation ausgetauscht werden“, sagt Bockholt. Die Station ist eines von derzeit elf bewilligten Projekten. In diesen kennen sich die beiden Regionalmanager der Aktivregion – Carla Kresel und Simon Rietz – bis ins Detail aus. „Wir haben bereits tolle Projekte auf den Weg gebracht“, sagt Carla Kresel.

Neben dem Schnelllader ist das Amt Südtondern Motor für drei weitere innovative Initiativen des Kernthemas „Klimawandel und Energie“. Die vergleichbar kleine Fördersumme von 11  250 Euro (Projektvolumen 17  850 Euro) soll der Grundstein für eine erhebliche Einsparung der Energiekosten sein – nämlich für die 132 kommunalen Gebäude des Amtsgebietes. Energetisch sind die meisten dieser Gebäude nicht mehr in einem zeitgemäßen Zustand. Unter dem Titel „Voruntersuchung Klimaschutz“ sollen daher zunächst drei dieser Gebäude hinsichtlich einer energetischen Sanierung untersucht werden. Das besonders Effektive dieser Investition ist: „Dass diese Gebäude exemplarisch für viele Vergleichbare sind, auf die wir die gewonnenen Erkenntnisse dann anwenden können“, sagt Bockholt. So ist das alte Feuerwehrgerätehaus in Enge-Sande (Ortsteil Soholm) exemplarisch für 28 weitere Gerätehäuser, die Grundschule in Achtrup für acht andere Grundschulen sowie das Dorfgemeinschaftshaus Fahretoft (Gemeinde Dagebüll) für 19 weitere Dorfgemeinschaftshäuser. Antragsteller für den Start dieses Großprojektes ist das Amt Südtondern.

Ein Pendant zu diesem Projekt für gewerbliche Gebäude heißt „Energieprofit“, denn auch von diesen verursachen die meisten durch unterdurchschnittliche Energiestandards zum Teil hohe Kosten. Zunächst sollen zehn Unternehmen mit dem Schwerpunkt auf kleinere und mittlere Betriebe im Kreis Nordfriesland untersucht und mit Verbesserungsvorschlägen versehen werden. Kosten: 11  900 Euro, davon gefördert 7500 Euro. Unter der Regie der Gemeinde Klixbüll steht zudem noch das Projekt „E-Car-Sharing“ mit Kosten von 27  370 Euro und einer Fördersumme von 17  250 Euro.

Die Förderhöchstsumme beträgt 50  000 Euro, bei Leitprojekten 100  000 Euro. In der aktuellen Förderperiode von 2014 bis 2020 steht für die „Nummer 1“ von insgesamt 22 Aktivregionen ein Förderbudget von 2,86 Millionen Euro zur Verfügung, damit eine fast doppelt so hohe Summe (1,4 Millionen Euro) wie in der ersten Periode, die von 2008 bis 2014 lief. „Dieser Anschub löste insgesamt eine Fördersumme von sechs Millionen und Investitionen von mehr als 15 Millionen Euro aus“, sagt Carla Kresel. Sie und ihr Kollege Simon Rietz verstehen sich als Lotsen, die den Projektträgern Orientierung im Dschungel der Fördermöglichkeiten bieten möchten. „Eigentlich seid ihr Hebammen, ihr helft Projekten auf die Welt, die die Verantwortlichen dann sorgsam wie Kinder hegen und betreuen sollten“, sagt Bockholt.

Ob der Erfolg der ersten Förderperiode erreicht oder gar übertroffen werden kann, mögen beide derzeit noch nicht beurteilen. „Zumal unser Wunsch nach weniger Bürokratie bei der Umsetzung nicht erfüllt wurde“, sagt der Aktivregions-Vorsitzende. Auch wenn für die Beantragung und Umsetzung oft große Hürden überwunden werden müssen, fast immer gute Nerven und viel Geduld gefordert sind, mache die Aktivregion-Arbeit beiden „richtig Spaß“. Diese Förderplattform biete große Entwicklungschancen, „diese sollten wir weiter nutzen“, sagt Bockholt.  

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erstellt am 19.Aug.2016 | 07:00 Uhr

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