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Lokales

02. Dezember 2016 | 19:11 Uhr

Bauernhof in Dithmarschen : 700 Rinder verwahrlost: Ex-Milchbauer muss mehr als 11.000 Euro zahlen

vom

Er hat gegen das Tier- und das Umweltschutzgesetz verstoßen. Jetzt wurde der Mann zu einer hohen Geldstrafe verurteilt.

Meldorf/Süderheistedt | Vergammeltes Futter, heillos überfüllte Ställe und meterhoher Dreck: Mehr als 11.000 Euro muss ein ehemaliger Milchbauer aus dem Kreis Dithmarschen zahlen, der seine rund 700 Rinder schlecht gepflegt hatte. Das Amtsgericht Meldorf verurteilte den Landwirt am Donnerstag zu einer Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu 60 Euro sowie 6000 Euro Geldbuße wegen Verstößen gegen das Tierschutz- und das Umweltschutzgesetz.

Auslöser der Anklage war eine Razzia seines Hofes in der Gemeinde Süderheistedt im Dezember 2014. Ein Großaufgebot von Polizei, Ordnungsamt und Veterinärbehörden brauchte damals zwei Tage, um die Zustände in dem Betrieb zu dokumentieren: „Kollegen berichteten, es sah furchtbar aus - schreckliche Zustände“, sagte Polizeisprecherin Merle Neufeld. Die Behörden waren auf den Milchbauern aufmerksam geworden, nachdem eine „unverhältnismäßig hohe Sterberate von mehreren hundert Rindern und die Nichteinhaltung von ordnungsrechtlichen Auflagen“ bekanntgeworden war.

Das Kreisveterinäramt hatte den Hof des Mannes zuvor schon mehrfach kontrolliert und Mängel bei Tierhaltung und Umweltschutz festgestellt. Der Bauer soll die Auflagen jedoch nicht erfüllt haben. Wegen eines erfolgreichen Befangenheitsantrags der Verteidigung gegen eine Sachverständige war der Prozess in einem ersten Anlauf im Oktober 2015 geplatzt.

Die Behörden hatten anhand der Unterlagen und Bilder die Missstände aufgelistet und ein Strafverfahren wegen mehrerer, wiederholender Verstöße gegen das Tierschutzgesetz und das Umweltrecht eingeleitet.

Die eingesetzten Kräfte mussten bei einer Razzia miterleben, wie eine Kuh ein Kälbchen auf dem nackten Betonboden zur Welt brachte, „ohne dass der Angeklagte sich darum kümmerte“, sagte der Staatsanwalt. In anderen Ställen hätten Kälber in fast völliger Dunkelheit leben müssen, und in einem Raum für 19 Tiere waren 83 junge Rinder und Kälber eingepfercht.

An anderen Stellen entdeckten die Kontrolleure bei der Razzia 2014 vergammeltes Futter und verdreckte Tröge, oder eine Mischung aus stinkender Jauche und Mist, der zum Teil bis zu einem Meter hoch den Stallboden bedeckte. An anderen Stellen mussten sich Kälber den Platz mit alten Fässern voll Motoren- und Hydrauliköl teilen. 

Nach Angaben einer Zeugin habe es schon 2010 und in den Jahren davor Hinweise auf Verstöße gegeben: „Da lag die Verantwortung aber meist noch beim Vater“ (des Angeklagten), sagte die Amtstierärztin. Der sitzt jedoch nicht neben seinem Sohn auf der Anklagebank. Ebensowenig wie der zuständige Tierarzt. Der hatte dem Angeklagten immer wieder für die Behörden bescheinigt, dass er auf dem Hof des Milchbauern keine Beanstandungen festgestellt habe. Er hatte weder bemerkt, dass einem Rind ein Horn ins rechte Auge gewachsen war, noch den Klumpfuß eines anderen Tieres, oder das Lahmen vieler Rinder, die sich nach Angaben von Zeugen kaum noch zu den Futtertrögen schleppen konnten.

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erstellt am 14.Jul.2016 | 19:36 Uhr

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