HUSUMER NACHRICHTEN
Rockmusik vom Feinsten
Norderstapel. Viele zufriedene Gäste aus der Region und vier Spitzenbands, die dem Publikum gewaltig einheizten: Das 15. "Rockfestival am Twiebarg" kann rundum als Erfolg verbucht werden. Parkplätze direkt vor Ort und eine gute Ausschilderung, ein langes Suchen erübrigte. Thomas Autzen Rahn, der dieses Event von Anfang an auf die Beine gestellt hat, ist sichtlich zufrieden: "Neben unseren treuen Besuchern haben wir auch diesmal wieder etliche neue Musikfans bei uns. Das spricht dafür, dass die Rock-Livemusik immer noch hoch im Kurs steht."
Die Veranstaltung begann mit eher leisen Songs: Bei Florian Sievers kam vornehmlich die Akustikgitarre zum Einsatz. Richtig fetzig ging es danach mit der Gruppe Slow Kill System zur Sache - da kamen scharfe Riffs und tieffräsende Drums zu Gehör. Die ausgefallene Mixtur bestach durch ein Komplott aus Machine Head- und Pantera-Manier, garniert mit einigen Neo-Trash- und deftigen Metalcore-Anleihen. Das Endergebnis: Schmackhafte Nackenbrenner und Headbanger unter dem Banner "Straight to Paradise". In der Region bekannt sind die "Fiesen Friesen" aus Viöl. Sie begeistern aber nicht nur Fans in Schleswig-Holstein, sie haben sich auch darüber hinaus schon einen Namen gemacht.
Von 22 Uhr bis Mitternacht stand dann auf vielfachen Wunsch die Band "X-Road" auf der Bühne. Sie besteht im November zehn Jahre. Das vormalige Quartett entert inzwischen mit sechs Musikern die Bühnen im Land. Die neue Besetzung: Vocals Michael Sörensen und Lara Erichson, Lead guitar Rolf Sörensen, Bass Hauke Sechting, Keyboards Reiner Calmar, Drums Achim Gaffert. Für Lara, die gerade aus den USA zurückkehrte, war es ein Wiedereinstieg in die Band. Sie bestach vor allem stimmgewaltig mit Songs von Janis Joplin ("Me and Bobby Mc Gee"). Mit Michael Sörensen, dem einstigen Drummer der Band, der der Formation aber schon immer seine Stimme gegeben hatte, stand nun ein routinierter Vocalist am Mikro. Der Frontman verstand es darüber hinaus, das Publikum mit kurzen Ansprachen mit auf die Reise in den Musikhimmel zu nehmen. Die Band, die unter anderem beim Island-Festival, dem Pfingst-Open-Air und bei "City Live" dabei war, bestach durch Titel wie "Devine wind", "Shelter me" oder mit der gelungenen Eigenversion von "Road to hell".
Unvorhergesehenes wurde geschickt und einfallsreich überbrückt. Als gegen 23.30 Uhr ein Schwarm Motten die Bühne enterte, plädierte Michael Sörensen dafür, "doch schnell mal die Nebelmaschine als Gegenargument einzusetzen. Das half denn auch, und weiter ging’s. Ohne Zugabe kam die Gruppe nicht von der 50 Quadratmeter großen neuen Bühne. Ein nicht enden wollendes "Radar Love" ließ den Twiebarg zwischen Norderstapel und Erfde abschließend noch einmal zehn Minuten lang erbeben - fantastische Soli von Rolf Sörensen und Drummer Achim Gaffert inbegriffen.
Abschlussfrage an Veranstalter Thomas Autzen Rahn: "Fortsetzung geplant?" Die Antwort kommt überzeugend und ganz spontan: "Ja, auf jeden Fall. Im nächsten Jahr sehen wir uns hier wieder!"



