NORDDEUTSCHE RUNDSCHAU
Rekord an der Fachhochschule: 503 Erstsemester in Heide begrüßt
Heide. Start ins Hochschulleben: 503 junge Frauen und Männer haben jetzt ihr Studium an der Fachhochschule Westküste (FHW) in Heide begonnen - so viele wie nie zuvor. Die Zahl der Studenten steigt kontinuierlich. Professor Dr. Michael Berger (Foto) rechnet damit, dass bis zum Jahr 2016 insgesamt 1700 Studierende an der FHW eingeschrieben sein werden.
Zurzeit büffeln 1457 Frauen und Männer in sieben Studiengängen - 103 mehr als im Vorjahr. Die Abschaffung des Wehrdienstes hat nach Ansicht von Berger damit nichts zu tun. Nur ein Vierteil der FH-Studenten sei davon betroffen. 50 Prozent seien Frauen, der Rest komme über den zweiten Bildungsweg. Zudem seien in den vergangenen Jahren schon nicht mehr so viele junge Menschen eingezogen worden, so der FHW-Vizepräsident.
Trotz allem hat sich Heide noch nicht als Studentenstadt entwickelt. "Das muss noch in die Köpfe der Menschen und der Unternehmen rein", erklärte Berger. Die Politik allein könne da wenig bewirken. Positiv hat sich die Wohnraumsituation entwickelt. Auch wenn nur die wenigsten Studenten im Wohnheim einen Platz finden. Berger: "Das hat sich eingependelt."
Einziges Problem: Nach wie vor gibt es nicht ausreichend Bewerber im Bereich Elektrotechnik und Informationstechnik. "Es gibt immer noch Vorbehalte gegen technische Studiengänge", bedauert Berger, der unermüdlich bei den Schülern dafür die Werbetrommel rührt. Auch bei Frauen, die nach wie vor ein Ingenieurstudium meiden.
Lediglich im Studiengang Management und Technik sind mittlerweile 20 Prozent der Studenten weiblich. Dabei sind die beruflichen Aussichten für Ingenieure hervorragend. Berger: "Der Bedarf in der Wirtschaft ist ungebrochen." Aus seiner Sicht ist auch das Gelingen der Energiewende von gut ausgebildeten Ingenieuren abhängig.
Genau das will er Schülern bewusst machen. Denn das Interesse an dem Thema regenerative Energien sei groß. "Wir hoffen, darüber junge Menschen für die Technik zu begeistern." Speziell dafür ausgerichtete Studiengänge, wie den jetzt gestarteten Bachelorstudiengang Offshore-Anlagentechnik an der Fachhochschule Kiel, wird es in Heide nicht geben. Berger plädiert dafür, an den herkömmlichen Studiengängen festzuhalten, die sich nicht wesentlich von den Neukreationen unterschieden würden, um den Jugendlichen eine Orientierung zu geben. "Es herrscht eine große Verwirrung bei den Schulabgängern", so der Vizepräsident.
Der Bachelor-Abschluss hat sich etabliert. Während die Universitäten sich mit der Umsetzung noch schwer tun würden, hätte sich der neue Abschluss an den Fachhochschulen gut entwickelt, so Berger. Die Absolventen seien gut ausgebildet und würden in der Wirtschaft mittlerweile gut angenommen. Für Berger hat der Diplom-Ingenieur ausgedient.



