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Campusbad Flensburg

Sportbad erhöht Preise: Pächter steigert den Druck

03. April 2012 | 04:50 Uhr | Von Holger Ohlsen


Sorgenkind Sportbad: Um Defizite aufzufangen, wurde jetzt für Kinder und Jugendliche der Eintritt kräftig erhöht. Foto: Dewanger

Sorgenkind Sportbad: Um Defizite aufzufangen, wurde jetzt für Kinder und Jugendliche der Eintritt kräftig erhöht. Foto: Dewanger

Kinder und Jugendliche in Flensburg sollen fast 50 Prozent mehr im Campusbad zahlen. Der Betreiber "kann Schul- und Vereinssport nicht länger subventionieren."

Flensburg. Er zielte auf die Schul- und Vereinsschwimmer, aber jetzt trifft es die normalen Sportbadnutzer auf dem Campus: Heimlich, still und leise hat Bad-Betreiber Wolfgang Tober zum Monatsbeginn den Eintritt für Kinder und Jugendliche um 1,40 Euro auf jetzt vier Euro angehoben. "Das darf er nicht!", empört sich Bürgermeister Henning Brüggemann. "Mir ist nichts bekannt, was dem entgegenstünde", hält ihm der Campusbad-Betreiber Wolfgang Tober entgegen. "Dieser Bereich unterliegt nicht der vertraglich geregelten Preisbindung." Kein Zweifel: Die Stimmung zwischen den Partnern des einst so gepriesenen Modells der Öffentlich-Privaten Partnerschaft (ÖPP) könnte kaum schlechter sein.

Erst vergangene Woche sorgte Tober mit der Ankündigung für Aufruhr, ab dem 1. Mai das Campusbad für Vereins- und Schulschwimmer zu schließen. "Ich habe bewusst überzogen und wollte eine Tür aufstoßen", sagt er. "Aber die Stadt hat nur den Schlüssel genommen und die Tür abgeschlossen."

Sauna-Gewinne reichen nicht

Im Mittelpunkt des Streits stehen die Kosten. Die sind dem Pächter nämlich davon gelaufen. "Im Freizeit- und Saunabereich mache ich noch Gewinne. Aber die reichen nicht aus, um den Sportbereich besonders mit dem Vereins- und Schulschwimmen zu subventionieren." Da die Stadt keine Anstalten machte, ihren Zuschuss von 100.000 Euro auf die von Tober geforderten 480.000 Euro pro Jahr zu erhöhen, schraubte er jetzt den Eintritt im Sportbad um mehr als 50 Prozent nach oben. "Das ist immer noch sozial verträglich - und immer noch nicht Kosten deckend", meint er.

In seinen Augen hatte er keine andere Wahl. Die Stadt weigere sich, über neue Konditionen für den Ende vergangenen Jahres abgelaufenen Betreibervertrag zu verhandeln. "Leider", sagt Wolfgang Tober. "Wenn man mich nicht will, soll man mir doch einen Auflösungsvertrag anbieten. Aber so einfach aushungern und immer auf mich eindreschen ist auch nicht gerade fair."

Vielleicht ein Wahrnehmungsproblem. Stadt-Justitiarin Ellen Eichmeier sieht kaum Möglichkeiten, Tober zu hindern, die Preise im öffentlichen Teil des Sportbads zu erhöhen. Was den Rest der Probleme betrifft - man sei in Gesprächen. Auch wenn Tober etwas anderes behauptet. "Wir müssen das gründlich analysieren und werden nicht auf eine so dahingeworfene Zahl reagieren", sagt sie. Und was die Schul- und Schwimmsportler betrifft, scheint das letzte Wort noch nicht gesprochen. "Es gehört ja zu meinen Pflichten, das vorzuhalten", sagt Tober. Das Osterschwimmen, verspricht er, findet jedenfalls statt. Auch ohne Kostendeckung.


 
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