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06. Dezember 2016 | 09:21 Uhr

Ransomware : Zahl der Erpresser-Angriffe auf Smartphones hat sich vervierfacht

vom

Und plötzlich sind alle Daten weggesperrt – das Geschäft mit Verschlüsselungstrojanern lohnt sich. Immer öfter sind auch Smartphones im Visier der Angreifer.

Hamburg | Erpressungstrojaner gehören für Nutzer schon lange zu den realen Sicherheitsbedrohungen für den PC. Doch inzwischen verschlüsselt die sogenannte Ransomware immer häufiger auch Smartphones und fordert vom Besitzer Lösegeld für die Freigabe der Daten. Laut einer Studie des Sicherheitsanbieters Kaspersky werden von Erpressungsprogrammen verstärkt Smartphones angegriffen. So habe sich die Zahl der angegriffenen Nutzer seit 2014 um das Vierfache erhöht, von 35.400 auf 136.500. Deutsche Nutzer sind demnach am stärksten von den Erpressungsversuchen betroffen.

Erpressungstrojaner sind inzwischen weit verbreitet. Haben sie einmal zugeschlagen, lassen sich die verschlüsselten Daten im schlechtesten Fall nicht zurückholen.

Von den Kriminellen wird meist eine von vier Malware-Sorten benutzt, berichtet die Studie. Sie tragen die Namen Small, Fusolo, Pietor und Svpeng. Alle verschlüsseln tatsächlich die Daten auf dem mobilen Gerät. Zusätzlich werden oft auch Bildschirmsperr-Programme eingesetzt, welche die Benutzung des Smartphones unmöglich machen und sich auch mit speziellen Programmen nicht  entfernen lassen.

Das geforderte Lösegeld für mobile Erpressungen ist noch vergleichsweise gering, es liegt zwischen 100 und 200 US-Dollar, die in der Digitalwährung Bitcoin oder in Apple iTunes-Gutscheinen bezahlt werden muss. Bei Erpressungsversuchen mit Daten am PC werden deutlich höhere Summen gefordert.

Die Zunahme der Angriffe auf mobile Geräte könnte simple Gründe haben: Smartphones sind voll mit persönlichen Daten, wie Kontakten und Fotos, die den Nutzern etwas bedeuten. Gleichzeitig wird die eingesetzte Erpressungssoftware immer komfortabler, hat der finnische Sicherheitsspezialist F-Secure festgestellt, der in einer Studie die „Kundenerfahrung“ mit fünf aktuellen Crypto-Ransomware-Varianten bewertet hat. Demnach bieten die Erpresser oft eine Art „Kundenhotline“ an, an die sich Betroffenen wenden können. Auch frei zugängliche Webseiten mit hilfreichen Antworten auf häufige Fragen und kostenlose Tests für die Datenentschlüsselung gehören mittlerweile zum Standard-Programm der Kriminellen. In drei von vier Fällen bieten die Erpresser sogar einen Rabatt auf das Lösegeld an, der im Schnitt bei 29 Prozent lag. Auch die Fristen für die Bezahlung sind offenbar verhandelbar, so die Studie.

Doch Nutzer können sich vor den Erpressungs-Programmen wirksam schützen. Den besten Schutz  bieten laut Sicherheitsexperten regelmäßige Software-Updates, eine gute Sicherheitssoftware, große Vorsicht beim Öffnen von Links und Anhängen in E-Mails und eine regelmäßige Datensicherung auf einem externen Speichermedium, wie zum Beispiel einem USB-Stick oder einer Festplatte.

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erstellt am 08.Aug.2016 | 18:42 Uhr

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