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03. Dezember 2016 | 12:34 Uhr

Schenefelds Schulpsychologin : Schnelle Hilfe für Schüler, Lehrer und Eltern

vom

Als einzige Stadt im Kreis Pinneberg beschäftigt Schenefeld eine Schulpsychologin.

schenefeld | Schenefeld „Mein Kind mag nicht mehr zur  Schule gehen.“ Ein Satz, den Maja von Lehe oft hört.   Was sich dahinter verbirgt, versucht Schenefelds Schulpsychologin  in intensiven Gesprächen mit den Betroffenen herauszufinden.  Psychische Probleme wie  Depressionen, Essstörungen Ängste, Leistungsdruck, Prüfungsangst, Mobbing, Konflikte im  Elternhaus, Schulverweigerung: Wer zu Maja von Lehe kommt, der  hat ein Problem. „Ich sehe nicht die glücklichen Kinder“, sagt die 43-Jährige. Und oft erfährt sie, dass es auch hinter Schenefelder Gardinen Schattenseiten im Familienleben gibt. Sie arbeitet mit Menschen, denen es nicht gut geht. „Wenn ich den Eltern  und Lehrern helfe, dann  helfe ich damit auch den Kindern“, sagt  die Schulpsychologin. Sie nimmt sich in den Gesprächen  Zeit, manchmal bis zu einer Stunde. 

189  Schüler,  131 Eltern und  164  Lehrer hat  von Lehe im vergangenen Jahr  beraten. „Zuhören, sortieren, inspirieren – Wege aufzeigen, wie es weiter gehen kann.“ So beschreibt die Psychologin ihre tägliche Arbeit. Sie therapiert nicht, sie berät. Sie lotet aus, welches Hilfsangebot für das Kind in Frage kommt, ob Bordmittel ausreichen  oder  ein Therapeut hinzugezogen wer muss. 

Wer in dem Beziehungsfeld Schule, Eltern, Lehrer ein Problem hat, dem wird in  Schenefeld professionell geholfen – und zwar schnell. Einen Termin gibt es in der Beratungsstelle am Holstenplatz  innerhalb weniger Tage.  Sie  setzt  ganz bewusst auf niedrigschwellige Angebote, denn die Hemmschwelle, sich Rat bei einem Psychologen zu holen,  sei immer noch hoch.

Eine Schulpsychologin: Schenefeld ist die einzige Stadt im Kreis Pinneberg, die sich eine  solche Stelle leistet. Von  Lehe hatte im Januar 2014 die Nachfolge von  Peter Klyne  angetreten, der 35 Jahre in Schenefeld tätig war.

Die Schulpsychologin ist an allen vier Schulen im  Einsatz, hilft Abc-Schützen genauso wie Abiturienten. Sie  arbeitet im  Netzwerk, steht in engem Kontakt zu den Schulsozialarbeitern vor Ort.

Leistungsorientierung: Ein Phänomen, mit dem von Lehe immer wieder in ihrer Tätigkeit konfrontiert wird. Sie berichtet vom dem Schüler, den seine Eltern ein Jahr wiederholen lassen, weil für sie die Leistung nicht ausreicht – bei einem Notendurchschnitt von 2,6. Und  sie sieht, dass Lehrer häufig überlastet sind.

„Natürlich ist das oft emotional anstrengend für mich“, sagt die Schulpsychologin.  Sie muss ganz dicht  ran, um helfen zu können. Sie hat die Fähigkeit, sich in ganz unterschiedliche Lebenssituationen hineinzuversetzen „Ich  baue auf den  Dialog.  Um Betroffene ins Boot  zu holen, setze ich mich manchmal  selbst  ins  Boot.“   Da  ist sie resolut.  Anderen Menschen zu helfen, etwas ins Positive zu verändern, das bedeutet ihr etwas. „Auch wenn das ein bisschen abgegriffen erscheint“, sagt die Psychologin. Sie liebt ihren Beruf. 

Für den nötigen Abstand zu ihrer „empathischen Arbeit“ verhilft ihr der fünf Jahre alte Sohn – und ein paar Erinnerungszettel an ihrem PC. Auf einem steht:  Dreimal am  Tag den Himmel beobachten. Im November 2015 war sie fast jeden Tag am Gymnasium – im Kriseneinsatz. Ein Schüler war nach schwerer Krankheit gestorben. Gemeinsam mit Pastorin  Kerstin Otterstein von der Paulskirche war sie für Schüler  und Lehrer da. Auch das gehört zu ihren Aufgaben.

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erstellt am 18.Mai.2016 | 17:45 Uhr

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