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04. Dezember 2016 | 13:14 Uhr

Merkurtransit 2016 : Mit Video: Das sind die Bilder der Mini-Sonnenfinsternis in SH

vom

Dass sich Planeten im Blickfeld zwischen Erde und Sonne zeigen, ist ein seltenes Ereignis. Mit dem Merkurtransit ereignet sich das Schauspiel demnächst in Mitteleuropa.

Neumünster | Am 9. Mai lässt sich in Mitteleuropa das seltene Schauspiel eines sogenannten Merkurtransits beobachten. Nicht nur der Mond, sondern auch andere Planeten schieben sich in seltenen Fällen zwischen Sonne und Erde und sind dann als kleine Scheiben vor der großen Sonnenscheibe zu erkennen. Die Mini-Sonnenfinsternis war am Montagmittag mit speziellem Equipment auch in Schleswig-Holstein zu sehen.

Wenn sich der Mond zwischen Erde und Sonne schiebt, kommt es in einem Bereich von wenigen Kilometern zu einer totalen Sonnenfinsternis. Anders als beim Erdtrabanten ist Merkur als kleinster Planet des Sonnensystems zwar in einem größeren Umkreis, dafür aber nur als kleiner Punkt zu erkennen.

Von seinem heimischen Garten aus hat etwa Michel Mittelstädt in Kiel den Merkurtransit eingefangen und gefilmt.

<p>Michel Mittelstädt beobachtet durch eine Kamera mit spezieller Sonnenschutzfolie vor dem Objektiv den Merkurtransit von seinem Garten aus.</p>

Michel Mittelstädt beobachtet durch eine Kamera mit spezieller Sonnenschutzfolie vor dem Objektiv den Merkurtransit von seinem Garten aus.

Foto: Michel Mittelstädt
 

<p>Der Merkurtransit (kleiner schwarzer Punkt) zwischen Erde und Sonne konnte in der Kieler Innenstadt beobachtet werden. Für diese Aufnahme wurde ein Spiegelteleskop mit einer Nikon D800 mit selbstgebauten Sonnenfilter verwendet.</p>

Der Merkurtransit (kleiner schwarzer Punkt) zwischen Erde und Sonne konnte in der Kieler Innenstadt beobachtet werden. Für diese Aufnahme wurde ein Spiegelteleskop mit einer Nikon D800 mit selbstgebauten Sonnenfilter verwendet.

Foto: Michel Mittelstädt

Auch bei der Sternwarte in Neumünster entstanden Bilder.

<p>Das Bild wurde von der Sternwarte in Neumünster aus gemacht. Benutzt wurde dafür ein spezieller Weißlichtfilter, der sogenannte Herschelkeil.</p>

Das Bild wurde von der Sternwarte in Neumünster aus gemacht. Benutzt wurde dafür ein spezieller Weißlichtfilter, der sogenannte Herschelkeil.

Foto: Stefan Bruns

Was ist am Merkurtransit so besonders?

In diesem Jahr ist es der Merkur, der vor der Sonnenscheibe mit einem Durchmesser von nur 1/150 des scheinbaren Durchmessers der Sonne als kleiner Punkt sichtbar sein wird. „Der Merkur ist der kleinste Planet in unserem Sonnensystem und daher lässt sich das Schauspiel nicht mit bloßem Auge erkennen“, erklärt Stefan Bruns, stellvertretender Leiter der VHS-Sternwarte Neumünster.

Der Merkur vor der Sonne.
Der Merkur vor der Sonne. Foto: dpa
 

Worauf muss man achten?

Bruns warnt davor ohne Schutz in die Sonne zu blicken. „Wenn man das Schauspiel mit einem handelsüblichen Fernrohr oder Fernglas von zu Hause beobachten will, sollte man auf jeden Fall einen speziellen Sonnenfilter benutzen.“ Ohne entsprechenden Schutz besteht die Gefahr seinen Augen durch das helle Licht zu schaden.

Wo und wann kann man das Naturschauspiel beobachten?

Wenn das Wetter mitspielt und keine Wolken die Sicht auf die Sonne verhindern, lässt sich die Wanderung des Merkurs am Montag ungefähr zwischen 13.15 Uhr und 20.30 Uhr in ganz Mitteleuropa beobachten. In Norddeutschland bieten sich optimale Beobachtungsbedingungen. 

Foto: Nasa/http://astronomie-nord.de/

Eine sichere Beobachtung des Planeten ist in verschiedenen Sternwarten in Schleswig-Holstein möglich.

Die Sternwarte in Neumünster öffnet ab 13 Uhr am 9. Mai ihre Türen für Besucher. Interessierten steht dort ein modernes Sonnenteleskop zur Beobachtung der Sonne zur Verfügung. „Je nach Interesse und Andrang werden wir verschiedene Teleskope bereitstellen und zusätzlich im Vortragsraum Informationen über den Merkur präsentieren“, so Bruns. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich, und der Eintritt ist frei. Die Sternwarte befindet sich in Hahnknüll 58 in Neumünster.

Auch die Sternwarte der Fachhochschule in Kiel lädt ein, zur Beobachtung des Merkurtransits vorbeizukommen. Ab 12 Uhr stehen die Türen für Besucher offen. Im Hörsaal 8 werden parallel Kurzvorträge mit weiteren Informationen zum Thema gehalten, und die Möglichkeit den Transit im Internet zu verfolgen, wird bereitgestellt. Auch hier ist der Eintritt frei. Die Sternwarte befindet sich im Zentrum für Kultur- und Wissenschaftskommunikation der FH am Sokratesplatz 6 in Kiel.

Von 12 bis 21 Uhr stehen in der Sternwarte Lübeck Teleskope zur Beobachtung des Merkurs zur Verfügung. Für die Besucher entstehen keine Kosten. Die Sternwarte befindet sich am Ährenfeld 2 in Lübeck.

Eine Schlecht-Wetter-Option bietet das Planetarium in Glücksburg mit der Möglichkeit, das Schauspiel als Simulation zu betrachten. Ungefähr ab 13 Uhr haben Besucher hier freien Eintritt. Außerdem kann man den kleinen Punkt vor der Sonne mit Teleskopen in der anliegenden Sternwarte betrachten. Ein spezielles Sonnenteleskop wird an der Strandpromenade aufgestellt werden. Das Menke-Planetarium befindet sich in der Fördestraße 37 in Glücksburg.

Wann ist der nächste Merkurtransit zu sehen?

Der nächste vollständige Merkurtransit wird in unseren Breiten erst 2039 zu beobachten sein. Dies sind die nächsten Termine:

11.11.2019  - bis Sonnenuntergang (etwa zur Hälfte sichtbar)
13.11.2032  - ab Sonnenaufgang (fast vollständig sichtbar)
07.11.2039  - vollständig sichtbar
07.05.2049  - vollständig sichtbar

Zuletzt konnte man ein ähnliches Ereignis mit der Venus am 6. Juni 2012 beobachten. Damals hatten die norddeutschen Astronomen viel Glück mit dem Wetter und konnten auf Usedom die aufgehende Sonne mit einem kleinen, schwarzen Venusscheibchen davor ablichten.

Wie sind die Wetteraussichten für den 9. Mai?

Die Wetterprognosen für Schleswig-Holstein sehen bis zum Wochenende sehr positiv aus. „Die momentane Hochdrucklage verspricht normalerweise stabiles Wetter“, erklärt Alina Voß von der Wetterwelt in Kiel.

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erstellt am 09.Mai.2016 | 16:10 Uhr

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