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08. Dezember 2016 | 23:10 Uhr

HI-SEAS-Station auf Hawaii : Mini-Tomaten, Blässe, Lava-Schuhe: So wäre ein Leben auf dem Mars

vom

Die deutsche Wissenschaftlerin Christiane Heinecke simulierte ein Jahr lang ein Leben auf dem Mars. So ist es ihr ergangen.

Honolulu | Ein Jahr lang haben die deutsche Wissenschaftlerin Christiane Heinicke und fünf Kollegen wie auf dem Mars gelebt. Am Sonntag ging das entbehrungsreiche Experiment am Hang des Vulkans Mauna Loa auf Hawaii zu Ende: Die drei Frauen und Männer traten aus ihrem kleinen Domizil in 2500 Metern Höhe in die karge Lavalandschaft - diesmal ohne Raumanzüge, die sie 365 Tage lang jedes Mal hatten tragen müssen, wenn sie ins Freie gingen.

Begrüßt wurde das internationale Team von seinen Kollegen mit dem Zuruf: „Willkommen zurück auf der Erde.“ Nach einer Reihe von Umarmungen gab es erst einmal etwas Frisches zu essen, vor allem Früchte, Salat und Gemüse, worauf sich Geophysikerin Heinicke aus Sachsen-Anhalt nach eigenen Angaben besonders gefreut hatte.

Bei dem gemeinsamen Projekt der Universität Hawaii und der US-Weltraumbehörde Nasa hatte die kleine Gruppe von Forschern getestet, wie man unter widrigen Bedingungen für lange Zeit auf engem Raum zusammenleben kann. Denn sollten ferne Pläne verschiedener Raumfahrtnationen für einen Besuch auf dem Mars eines Tages Wirklichkeit werden, könnte allein die Reise zum Roten Planeten bis zu ein Jahr dauern. Auf sich allein gestellt und ohne Echtzeit-Kontakt zum Rest der Menschheit lebten die sechs in einem kuppelartigen Bau am Hang des Mauna Loa auf Hawaii. Der Blick aus dem einzigen Fenster zeigte vegetationsloses Lavagestein; nach draußen durfte die Besatzung nur im Raumanzug.

Ihre Erfahrungen teilte Heinicke auch auf ihrem Blog oder als @mars_christiane bei Twitter:

Jeder Wissenschaftler hatte in der Vulkan-Isolation auch spezielle Forschungsaufgaben. Heinicke etwa war für die Wassergewinnung aus Lavagestein zuständig. Es habe sich gezeigt, dass es möglich sei: „Man kann wirklich Wasser aus dem Boden bekommen, der trocken zu sein scheint“, sagte die 30-Jährige am Sonntag. „Es würde auf dem Mars funktionieren.“

Künftigen Crews rät die Forscherin vor allem eines: „Bringt etwas Sinnvolles mit, woran ihr arbeiten könnt. Einer eurer größten Feinde ist Langeweile.“ Außerdem müssten Teilnehmer bereit und in der Lage sein, sich auf die anderen einzustellen. „Wenn ihr dazu nicht fähig seid, solltet ihr nicht dabei sein.“

Heinicke selbst würde übrigens eigenen Worten zufolge auch zum „wirklichen“ Mars reisen, wenn sie die Gelegenheit hätte. Aber nur dann, „wenn die Technik ausgereift ist, die richtigen Menschen dabei sind und es einen Rückflug zur Erde gibt“, wie sie bereits vor Ende des Experiments verriet. Zunächst einmal hat sie sich als Astronautin bei einer privaten Initiative beworben, die die erste deutsche Frau auf die Internationale Raumstation ISS bringen will.

Übrigens: Bewerbungen für die nächsten zwei „Mars“-Missionen werden aktuell noch angenommen.

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erstellt am 29.Aug.2016 | 12:39 Uhr

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